Welt der Musik

Zuerst der Klang, dann die Form: Der Pianist Jewgeny Kissin

Sonntag, 26. September 2021, 18:00 bis 19:00 Uhr

"Wenn es darum geht, über Musik zu reden, bin ich ein hoffnungsloser Fall!" So pflegt der russische Pianist Jewgeny Kissin Journalisten vorzuwarnen, die ihn interviewen wollen. Doch Gesprächsstoff gibt es genug: die Kindheit in Rußland, seine frühen musikalischen Erfolge; die Beziehung zu seiner einzigen Klavierlehrerin Anna Pawlowna Kantor, die Karriere als Wunderkind und die Liebe zur Literatur.

Jewgeni Kissin © imago / Michel Neumeister
Im Alter von zwei Jahren und zwei Monaten begann Jewgeny Kissin Klavier zu spielen.

Jewgeny Igorjewitsch Kissin wird am 10. Oktober 1971 in Moskau geboren, als Sohn einer Pianistin und eines Ingenieurs. Von früh an badet er in Musik: Seine Mutter und die um zehn Jahre ältere Schwester spielen Klavier, und der Vater legt am Feierabend Schallplatten auf.

Die Entwicklung vom Wunderkind zum Tastentitan

Der kleine Zhenja spielt alles nach, was er aufschnappt, noch bevor er geregelten Musikunterricht erhält: Der hochbegabte Knabe besteht die Aufnahmeprüfung an der renommierten Moskauer Gnessin-Musikschule und wird Schüler von Anna Pawlowna Kantor. Sie war seine einzige Klavierlehrerin, lebte in seiner Großfamilie bis zu ihrem Tod am 27. Juli 2021. Mit sieben fängt Zhenja an zu komponieren und trägt im Schulkonzert seine ersten Stücke vor. Anfang 1981 sucht die Gnessin-Musikschule den besten Interpreten von Bachs d-Moll-Konzert. Zhenja gewinnt den Wettbewerb und legt damit den Grundstein für eine Weltkarriere.

Von Mozart bis Prokofiew

Heute ist Kissin Kosmopolit und fest im Konzertleben etabliert, hochgeachtet von der Kritik und heißgeliebt vom Publikum. Sein Repertoire reicht von Mozart bis hin zu Prokofiew mit Schwerpunkt auf den Romantikern des 19. Jahrhunderts; er spielt tiefernst, natürlich und leidenschaftlich, mit souveräner Kontrolle über die Klangressourcen des Klaviers.

Eine Sendung von Hildburg Heider.

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