Welt der Musik

Um der Liebe zur Musik willen. Klaus Thunemann wird 85

Montag, 18. April 2022, 19:00 bis 20:00 Uhr

Klaus Thunemann im Portrait © Privat

Das Fagott, der Komiker des Orchesters, der Grobian, der im Hintergrund grummelt? Nein, sagt Klaus Thunemann entschieden, sondern: "Es trumpft nie auf, sondern überzeugt friedlich." Sehr spät fand Klaus Thunemann zu seinem Instrument, innerhalb kürzester Zeit wurde er 1962 jüngstes Mitglied des damaligen NDR Sinfonieorchesters. Und das war erst der Anfang einer einzigartigen Karriere des Musikers und Ausnahme-Pädagogen. Am 19. April wird er 85 Jahre alt und erzählt sehr humorvoll und geistreich von dem, was sein Leben ausmacht: Musik.

Klaus Thunemann im Portrait © Privat
Im Jahre 2006 erhielt Klaus Thunemann das Bundesverdienstkreuz für sein langjähriges Wirken als Künstler und Pädagoge.
Eine außergewöhnliche Karriere

In Magdeburg geboren, konnte Klaus Thunemann zuerst seinen Vater überzeugen von seinem Herzenswunsch, Musiker werden zu wollen. Er spielte Klavier, sollte aber ein Orchester-Instrument lernen. Durch einen glücklichen Zufall kam er zum Fagott, vor dem Bau der Mauer konnte er nach Berlin gehen, und er erzählt, was seinen Lehrer Willi Fugmann auszeichnete, was Fugmann ihm mitgegeben hat: „Ich möchte nicht so viel aus Ihrem Instrument hören, ich möchte etwas hören, was von Ihnen kommt!“

Bildung ist kein Produkt, das man kaufen kann wie einen Schokoriegel

Klaus Thunemann möchte nicht, dass seine Arbeit als Professor zuletzt genannt wird, wenn man ihn charakterisiert und zuerst einen Solisten und Kammermusiker nennt. Denn das Unterrichten, das Weitergeben, spielte für ihn eine herausragende Rolle. Seine Schülerinnen und Schüler, inzwischen auch schon eine weitere Generation, sitzen in bedeutenden Orchestern wie den Berliner Philharmonikern oder dem Concertgebouw Orchester Amsterdam. Zuerst unterrichtete er in Hamburg am Konservatorium, später wurde er Professor in Hannover, dann in Berlin und Madrid. Klaus Thunemann legt Wert darauf, dass Bildung zum sehr großen Teil Eigenarbeit ist. Ein Lehrer kann helfen und unterstützen, aber der Schüler muss durch die Türen, die sich öffnen, selbst hindurchgehen.

Sie haben Repertoire?

In der Sendung spricht Klaus Thunemann auch über wichtige Weggefährten wie Heinz Holliger und András Schiff, über I Musici und die Academy of St Martin in the Fields mit Neville Marriner, mit denen er große Teile des Repertoires aufgenommen hat - was Daniel Barenboim zu einer Frage veranlasste … aber hören Sie selbst!

Eine Sendung von Raliza Nikolov.

 

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