NDR Elbphilharmonie Orchester

Christoph von Dohnányi dirigiert Bruckner und Bartók

Freitag, 05. März 2021, 20:00 bis 22:00 Uhr

Christoph von Dohnányi © NDR Foto: Philipp von Hessen
Christoph von Dohnányi war von 2004 bis 2011 Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters.

Eigentlich hätte er zufrieden sein können. Als Professor an der Wiener Musikhochschule und als begehrter Organist hat sich Anton Bruckner zu Beginn der 1870er-Jahre in der Wiener Gesellschaft einen Namen gemacht. Doch der Misserfolg seiner dritten Sinfonie nagte an seinem Selbstbewusstsein. Man sollte den bei Linz geborenen Mann vom Lande nun auch als Komponist anerkennen. Doch davon war er bisher weit entfernt. Die neue Sinfonie sollte den Durchbruch schaffen. "Vielleicht werde ich es mal mit Dur probieren", könnte er sich gefragt haben. Seine bisherigen Sinfonien standen jeweils in Moll.

Das Erfolgsrezept?

Das berühmte Horn-Thema des ersten Satz ließ ihn nicht mehr los. Naturverbundenheit, den Ruf des Waldes sollte es ausdrücken, mündend in ein strahlendes Es-Dur. War das das Erfolgsrezept? Für Bruckner'sche Verhältnisse vollendete er seine Vierte in rasantem Tempo. Nur elf Monate benötigte er für die Fertigstellung im Jahr 1874. Doch zufrieden war Bruckner nie, fügte später ein völlig neues Scherzo hinzu und überarbeitete den vierten Satz grundlegend. 1881 kam es zur Uraufführung in Wien unter Leitung von Hans Richter. Publikum und Kritiker waren hellauf begeistert. Nun war Bruckner in der Wiener Gesellschaft angekommen. Seine Sinfonien fünf und sechs schrieb Bruckner ebenfalls in Dur. Dann wurde es ihm vielleicht zu langweilig. Die gewaltige Achte und die unvollendete Neunte standen wieder in Moll.

Ein wahres Meisterwerk

Béla Bartóks Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta gehört zu den wichtigsten Werken des 20. Jahrhunderts. Als der Schweizer Dirigent und Mäzen Paul Sacher das Werk bei Bartók in Auftrag gab, konnte keiner wissen, welche kompositorische Perle anschließend entstehen wird. Ein Stück für etwa 30 Streicher sollte es werden, bat Sacher, im Bedarfsfall können Klavier, Cembalo oder auch Schlaginstrumente dazukommen. Es solle aber nicht zu schwer spielbar sein, da unter den Streichern auch Laienmusiker seien. Im Folgejahr, am 21. Januar 1937, kam das neue Werk im Rahmen eines Festkonzerts zur Uraufführung und wurde zu einem großen Erfolg. 50 weitere Aufführungen folgten in einem Jahr, unter anderem in Berlin, Paris und New York. Es war der Beginn eines weltweiten Siegeszuges.

Wir konnten damals noch nicht wissen, dass uns ein wahres Meisterwerk geschenkt wurde. Paul Sacher

Eine Größe am Pult

Christoph von Dohnányi, geboren in Berlin, begann zunächst ein Jurastudium in München und wechselte nach zwei Jahren an die Münchner Musikhochschule. Zum Abschluss seines Kompositions- und Klavierstudiums und der Ausbildung zum Dirigenten wurde ihm der Richard-Strauss-Preis der Stadt München verliehen. Anschließend setzte er sein Studium bei seinem Großvater, dem Komponisten und Dirigenten Ernst von Dohnányi, an der Florida State University fort.

Von 2004 bis 2011 war Christoph von Dohnányi Chefdirigent des damaligen NDR Sinfonieorchesters. Gemeinsam mit dem NDR Ensemble folgte er zahlreichen Einladungen in die großen Musikmetropolen der Welt: zu den BBC Proms in London, ins Konzerthaus nach Wien, nach Luzern, Köln, Madrid, Warschau und Luxemburg. Im Januar 2020 dirigierte er das NDR Elbphilharmonie Orchester im großen Saal der Elbphilharmonie. Am Ende gab es Standing Ovations des Publikums, das ihn gar nicht mehr von der Bühne gehen lassen wollte.

Das Programm

Béla Bartók
Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta
Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 4 Es-Dur - Romantische -

NDR Elbphilharmonie Orchester
Ltg.: Christoph von Dohnányi

Aufzeichnung vom 12.07.2007 in der Lübecker Musik- und Kongresshalle

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Das NDR Elbphilharmonie Orchester © NDR Foto: Marcus Höhn

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