Nigel Kennedy bei der Festpielen MV 2021 © NDR/ Axel Seitz Foto: Axel Seitz

Festspiele MV ziehen positive Halbzeit-Bilanz

Stand: 01.08.2021 10:02 Uhr

Wie schlagen sich die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern im Corona-Jahr 2021? Eine Halbzeitbilanz.

von Axel Seitz

Festspielscheune Ulrichshusen, Klosteranlage Dargun, Reithalle Redefin - nur drei von zahlreichen ungewöhnlichen Konzertorten, mit denen die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern auch in diesem Sommer beweisen konnten: Das Klassikfestival bespielt ein ganzes Land - wenn auch anders als gewohnt. Mit doppelten Konzerten und weniger Zuschauerplätzen. Denn die Corona-Pandemie sorgt auch 2021 für ungewöhnliche Rahmenbedingungen.

Für Ursula Haselböck sind es die ersten Festspiele als Intendantin: "Da kann ich für mich eine sehr positive Bilanz ziehen. Denn ich habe ein großartiges Land mit vielen tollen Spielstätten kennengelernt und konnte endlich das Publikum hautnah miterleben."

Eröffnungskonzert der Festspiele MV 2021 in Neubrandenburg © NDR/ Axel Seitz Foto: Axel Seitz
Nils Mönkemeyer und Andrew Manze, Chefdirigent der NDR Radiophilharmonie, beim Eröffnungskonzert der Festspiele.
Festival verbindet ganze Region

Und diesem Publikum wurde zum Auftakt in der Neubrandenburger Konzertkirche als Uraufführung die Festspielouvertüre für Viola und Orchester präsentiert.

"Der Auftakt war für mich als Künstler relativ aufregend, weil er im Fernsehen, im Radio und im Livestream übertragen wurde. Da denkt man dann: Jetzt bloß keinen Fehler machen. Aber es lief total gut. Man spielt einfach besser, wenn jemand zuhört", sagt Bratschist Nils Mönkemeyer, der das Eröffnungskonzert gemeinsam mit der NDR Radiophilharmonie gleich doppelt spielte, und ergänzt: "Das Festival bringt einfach überallhin Musik und verbindet die ganze Region Mecklenburg-Vorpommern. Ich bin einfach wahnsinnig froh und ich mach das von mir aus auch viermal, wenn das bedeutet, dass das stattfinden kann."

Mönkemeyer schon über seinem Pensum

Viermal an einem Tag musste der Festspielpreisträger dieses Sommers dann doch nicht auftreten. Eigentlich waren ursprünglich im gesamten Sommer 25 Konzerte geplant. Nun hat er Ende Juli aber schon 27 Konzerte gespielt. "Wir haben ja sehr viele Konzerte gedoppelt, um die Kapazitäten auch erhöhen zu können und so kommen wir auf diese enorme Zahl", erklärt Ursula Haselböck.

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Die Indendantin ist nicht nur vom 42-jährigen Bratschisten begeistert, sondern freute sich auch über viele Künstlerinnen und Künstler, die nach Mecklenburg-Vorpommern kamen: "Wir hatten Nigel Kennedy zu Gast, Daniel Hope gleich mehrfach - einmal zusammen mit dem großartigen Christoph Eschenbach, Avi Avital, das Zürcher Kammerorchester, Ute Lemper war in Fleesensee und selbst ganz beglückt, dass es wieder losgeht und hat sich bei den Festspielen sehr wohl gefühlt. Die Philharmonix, dieses wunderbare Ensemble aus Wiener und Berliner Philharmonikern. Also, ein Highlight hat das andere gejagt und ich freue mich auf die weiteren, die da kommen."

Mönkemeyer-Uraufführung im Schloss Schwiessel

Vor wenigen Tagen trat Nils Mönkemeyer im Schloss Schwiessel auf und präsentierte noch eine Uraufführung, diesmal ein Werk für Bratsche Solo der anwesenden Komponistin Isabel Mundry. Auch für Nils Mönkemeyer ist die erste Hälfte der Festspiele rasant vorbeigegangen:

"Ich denke: Häh, wie ging das denn jetzt so schnell?! Aber ich freue mich total, dass es noch nicht vorbei ist und noch so viele schöne Sachen kommen. Und außerdem: Vor dem Spiel ist nach dem Spiel und ich bin so mittendrin. Das ist super."

"Das ist noch Luft nach oben"

Und so wird er bis Mitte September unter anderem noch in Bad Doberan, Prerow, Stralsund sowie in Grünz in der Reihe "Stars im Dorf" auftreten. Weitere Höhepunkte der zweiten Festspielhälfte sind die Inselmusik auf Rügen, das Festival 360 Grad mit der NDR Radiophilharmonie in Ulrichshusen, das traditionelle Open-Air-Konzert im Park von Schloss Bothmer sowie diesmal das Kleine Bühnenfest im Schlosspark Ludwigslust.

"Da freue mich auf noch mehr Besucherzuwachs. Da ist noch ein bisschen Luft nach oben", frohlockt Haselböck, die bisher im Juni und Juli rund 20.000 Festivalbesucher in Mecklenburg-Vorpommern begrüßen konnte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 02.08.2021 | 07:40 Uhr

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