Blick auf den Stadthafen der Hansestadt Rostock. © picture alliance / Zoonar Foto: Rico Ködder

Rostock: Wie wird das Archäologische Landesmuseum aussehen?

Stand: 21.09.2021 18:27 Uhr

In Rostock soll in den kommenden Jahren ein Archäologisches Landesmuseum entstehen. 20 Architekturbüros konkurrieren um den Auftrag.

von Axel Seitz

Auf ein Archäologisches Landesmuseum wartet Mecklenburg-Vorpommern seit Jahrzehnten. Mittlerweile steht aber fest: Der Neubau darf 55 Millionen Euro kosten und er soll in Rostock mitten in der Stadt errichtet werden. Wie das Museum künftig aussieht, das soll in rund fünf Monaten bekannt sein. Denn der Architektenwettbewerb für das Archäologische Landesmuseum hat bereits begonnen.

Erster Architektenwettbewerb wurde 2019 abgebrochen

Es ist der zweite Anlauf, denn bereits Anfang 2019 hatte es einen ersten Architektenwettbewerb gegeben. Doch weil es damals innerhalb der Landesregierung Streit darüber gab, wie viel das Archäologische Landesmuseum überhaupt kosten darf, wurde der erste Wettbewerb abgebrochen. Seit diesem Sommer jedoch sind Architekturbüros wieder aufgerufen, sich zu überlegen, was in Rostock gebaut werden könnte.

"Wir sind mitten im Verfahren", sagt der zuständige Finanzminister Reinhard Meyer. "20 Architekturbüros sind dabei, sich Gedanken darüber zu machen, entsprechende Modelle vorzulegen. Das werden sie bis zum 10. Dezember tun können und gehen dann in ein Preisgericht, das am 15. Februar 2022 eine Entscheidung treffen wird. Und dann haben wir ein Siegermodell."

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Ein großer Parkplatz am Stadthafen von Rostock und der Eisbrecher Stephan Jantzen. Hier soll die Bundesgartenschau 2025 stattfinden und später das Archäologische Landesmuseum sowie die Stadthalle ihren Platz finden. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Bernd Wüstneck Foto: Bernd Wüstneck

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"Das Who is Who der Architektur in Europa"

Insgesamt hatten sich 54 Büros für den Museumsneubau beworben. Als Abteilungsleiter im Ministerium ist Stefan Wenzl zuständig für den Architektenwettbewerb: "Die Büros, die sich beworben haben - das ist schon so ein bisschen das Who is Who der Architektur in Europa. Und nicht nur in Europa - wir haben auch von anderen Kontinenten Bewerbungen gehabt. Es ist eine fantastische Aufgabe und das sieht man auch am Interesse der mit bedeutendsten Architekturbüros weltweit."

Und so machen sich nun Architekten unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, China und Skandinavien Gedanken über das künftige Archäologische Landesmuseum in Rostock.

Preisgericht entscheidet am 15. Februar 2022

Wenn diese Entwürfe dann bis Mitte Dezember abgegeben worden sind, werden sie rund zwei Monate lang begutachtet: "Dort wird jeder Entwurf auf Herz und Nieren geprüft, und das Ergebnis der Vorprüfung wird dann dem Preisgericht, das am 15. Februar tagt, bekanntgegeben", fasst Wenzl zusammen. "Und dann entscheidet das Preisgericht. Das Preisgericht weiß im Übrigen - wie auch die Mitarbeiter, die an der Vorprüfung tätig sind - nicht, von wem der Entwurf stammt. Es ist also ein vollkommen anonymes Verfahren."

Dem Preisgericht gehören Architektinnen und Architekten unter anderem aus Berlin, Stuttgart, Rostock und Schwerin an, aber ebenso Experten wie der designierte Museumsleiter Professor Hans-Jörg Karlsen, die Direktorin des Südtiroler Archäologiemuseums Bozen, Angelika Fleckinger, und Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen.

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Am Warnowufer in Rostock unterschreiben  Finanzminister Reinhard Meyer und Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen eine Verwaltungsvereinbarung über die Errichtung des Archäologische Landesmuseums von Mecklenburg-Vorpommern. © NDR Foto: Sylvio Kaczmarek

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Eröffnung des Museums voraussichtlich erst 2031

Nachdem sich die insgesamt 15 Frauen und Männer entschieden haben, sollen im zweiten Quartal des Jahres 2022 schnell abschließende Verhandlungen mit dem Gewinner des Architektenwettbewerbs geführt werden. Bislang hieß es immer, dass noch vor der geplanten Bundesgartenschau 2025 in der Hansestadt zumindest mit der Gründung bzw. dem Fundament begonnen werden könnte, der Hochbau sollte dann nach der Buga erfolgen. Nun ist klar, vor 2026 beginnen die Bauarbeiten für das Archäologische Landesmuseum doch nicht. Aber einen Öffnungstermin nennt Finanzminister Reinhard Meyer: "Wir gehen davon aus, dass wir den Bau bis Ende 2030 abschließen können und dass wir dann 2031 ein geöffnetes Museum haben."

Sollte dieser Termin tatsächlich eingehalten werden, dann hätte das Land Mecklenburg-Vorpommern im 41. Jahr seines Bestehens endlich ein Archäologisches Landesmuseum - als letztes aller 16 Bundesländer.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 22.09.2021 | 19:00 Uhr