Ansicht des Schweriner Schlosses, das im Stil des Romantischen Historismus erbaut wurde mit der bekannten Statue des Niklot am Eingang über die Brücke. Davor steht ein Baugerüst. © NDR Foto: Axel Seitz

MV: Ausblick auf Museen und Ausstellungen

Stand: 06.01.2021 17:07 Uhr

Die Museen in Mecklenburg Vorpommern haben ihr Ausstellungsjahr 2021 längst geplant und hoffen nun, dass sie nach dem Lockdown bald wieder öffnen können. Ein Ausblick.

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von Wolfram Pilz

Für die Kulturschaffenden heißt es weiter "Abwarten". Das kollektive Herunterfahren durch die Corona-Pandemie geht weiter - auch für die Museen.

Seit mindestens einem halben Jahr schon stünden die Museen im Lande in den Startlöchern, sagt Andre Quade. Er leitet seit Oktober die Landesfachstelle Museum: "Es ist die Hoffnung da, dass die Maßnahmen greifen, dass man wieder vernünftigen Besucherverkehr etablieren kann. Die Museen haben viel gemacht, sich Hygienekonzepte und auch andere Sachen überlegt, wie man mit bestimmten Szenarien öffnen könnte," sagt Quade.

Die Hoffnung ruht auf 2021

So hofft beispielsweise der Wolgaster Museumsleiter Stefan Rahde, noch im Frühjahr die erste wichtige Ausstellung für Besucher eröffnen zu können: "Wir planen, soweit das möglich ist, ab dem ersten Mai eine Ausstellung zu Ehren von Otto Niemeyer-Holstein in die Wohnzimmergalerie des Rungehauses zu bringen. Das heißt, der 125. Geburtstag steht ins Haus. Das ist ein guter Anlass, das Werk auch einmal hier in Wolgast zu zeigen." Dies stünde in Verbindung mit Franka Keil vom Atelier aus Niemeyer-Holstein auf der Insel Usedom, von dort kämen auch die meisten unserer Leihgaben für diese Ausstellung.

Es scheint so, als würde die Vorfreude auf die kommenden Ausstellungen die Museumsleute beflügeln. Heiko Brunner, der das Kunstmuseum Schwaan leitet, plant beispielsweise drei große Geschichten: "Wir werden eine Reise durch Europa unternehmen - haben zunächst Zeichnungen und Aquarelle von Helga Kafke, die aus Schwerin stammt, dann über die Normandie nach England gegangen ist und dann auch mehrwöchige Aufenthalte hier und später in Mecklenburg gemacht hat. Wir werden dann im Sommer eine große Ausstellung zu Alfred Heinsohn mit dem Landesmuseum Schwerin realisieren - mit einem Werksverzeichnis, das in Deutsch und Englisch erscheint, um diesem Künstler den Stellenwert zukommen zu lassen, der ihm letztendlich auch gebührt. Und wir werden das Jahr dann abschließend mit einer Reiselust von vergessenen - Malern - Theodor Martens und Paul Wallat, die kaum doch im Bewusstsein der Leute sind, die aber genauso interessant sind für die Kunst ihrer Zeit."

Veränderungen in der Museumslandschaft

Da wird es also echt Wiederentdeckungen geben. Das betrifft vor allem Alfred Heinsohn, der Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts zehn Jahre lang in Schwaan gearbeitet und gelebt hat und zur Künstlerkolonie gehörte. Heinsohn war ein herausragender Künstler dieser Zeit, von dem in der Ausstellung dann auch bisher unbekannte Werke gezeigt werden sollen. Vom 14. August bis zum 28. November soll die Alfred-Heinsohn-Ausstellung in Schwaan zu sehen sein: im ganzen offenen Haus direkt für Publikum. Dass die in der Corona-Zeit notgedrungen erstellten digitalen Angebote vieler Häuser die Museumslandschaft auch in Mecklenburg-Vorpommern nachhaltig verändern werden, hofft André Quade: "Bei größeren Häusern würde ich hoffen, dass sie das, was sie jetzt an Wissen und an Können erarbeitet haben, weiterentwickeln und weiter umsetzen können. Und dass diejenigen, die das jetzt machen konnten, an andere weitertragen können." Das sei ihre Aufgabe für das nächste Jahr, so Quade.

Der Ausstellungsreigen 2021 in Mecklenburg-Vorpommern ist also geplant. Jetzt warten alle auf den Startschuss.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 06.01.2021 | 16:40 Uhr