Stand: 27.03.2019 11:27 Uhr

Schwerin zeigt und erforscht Marcel Duchamp

von Axel Seitz

Da Vincis Mona Lisa bemalte Marcel Duchamp mit einem Bart, eine Schreibmaschinenhülle wurde bei ihm zu einem faltbaren Reiseartikel, einen Kleiderhaken auf einem Brett verwandelte der Franzose zu einer Stolperfalle. Duchamp provozierte, schuf mit seiner Kunst Werke, die bis dahin keiner Kunstgattung zugeordnet werden konnten. Und so heißt die Schweriner Ausstellung auch "Das Unmögliche sehen". Co-Kuratorin Kornelia Röder freut sich: "Unsere Sammlung hat die große Chance, Marcel Duchamp von seinem Frühwerk bis in sein Spätwerk porträtieren zu können. Sie haben hier die einmalige Chance, dem Künstler zu begegnen, der die Kunst des 20. Jahrhunderts revolutioniert hat."

Ein Readymade von Duchamp. Die Damokles-Schaufel.

Schwerin zeigt "Duchamp"-Ausstellung

Nordmagazin -

Nach fast 20 Jahren zeigt das Staatliche Museum Schwerin Arbeiten des Malers und Objektkünstlers Marcel Duchamp. Titel der Ausstellung: "Das Unmögliche sehen".

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Ankauf von Duchamp-Werken anfangs kritisch gesehen

Vor mehr als 20 Jahren, Mitte der 1990er Jahre, begann des Staatliche Museum Schwerin sich intensiv mit dem Werk von Marcel Duchamp zu befassen. 1995 gab es eine erste Ausstellung. 1998 konnten dann 69 Werke angekauft werden - für fünf Millionen D-Mark. Damals wurde dieser Ankauf nicht nur begrüßt, sondern auch heftig kritisiert. Inzwischen ist der Wert der Schweriner Werke um ein Vielfaches gestiegen. Insgesamt vertraut die Ausstellung auf die Werke, die seit mehr als 20 Jahren zur Schweriner Sammlung gehören, betont auch die Direktorin der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern, Pirko Kristin Zinnow: "Wir haben eine der größten Sammlungen weltweit, und von daher brauchen wir nicht unbedingt die Leihgaben von anderen. In dieser Ausstellung geht es vor allem darum, ihn (Duchamp, Anm. d. Red.) als Impulsgeber für die nachfolgenden Künstlergenerationen zu zeigen."

Schweriner Duchamp-Sammlung weltweit bedeutend

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Duchamp widmet sich in der zweiten Hälfte seines Künstlerlebens vermehrt der Objektkunst.

Das Staatliche Museum gehört mit seiner Duchamp-Sammlung neben den Sammlungen im Philadelphia Museum of Art, in der Londoner Tate Gallery, im Museum of Modern Art in New York und in der Staatsgalerie Stuttgart zu den bedeutendsten weltweit. Kornelia Röder hebt hervor, dass sich Schwerin international mit seiner Duchamp-Sammlung nicht verstecken muss: "Der Standort Schwerin ist nicht nur bei den Fachleuten, sondern auch bei interessierten Besuchern angekommen. Ich glaube, wir sind im Ranking der internationalen Museumswelt ganz gut positioniert."

Marcel Duchamp: Ausstellung in Schwerin

Duchamp-Symposium Ende April 2019

Die Schau wird am 29. März eröffnet und dauert bis zum 26. Mai 2019. Zeitgleich zur aktuellen Schau feiert das Duchamp-Forschungszentrum in Schwerin sein zehnjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wird es Ende April ein internationales Symposium geben, zu dem Duchamp-Experten unter anderem aus den USA, Frankreich, Österreich, der Schweiz und Deutschland erwartet werden.

Interview

Wie Duchamp die Kunst veränderte

Das Staatliche Museum Schwerin zeigt eine große Marcel-Duchamp-Ausstellung. "Wir haben uns bemüht, Duchamp aus einer neuen Perspektive zu zeigen" sagt Kuratorin Kornelia Röder. mehr

Schwerin zeigt und erforscht Marcel Duchamp

Marcel Duchamps Kunst sollte über das vordergründig Sichtbare hinausgehen. Die Ausstellung im Staatlichen Museum Schwerin "Das Unmögliche sehen" zeigt 91 seiner Werke.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Staatliches Museum Schwerin
Alter Garten 3
19055  Schwerin
Telefon:
(0385) 588 47 222
E-Mail:
info@museum-schwerin.de
Preis:
8,50 Euro (ermäßigt 6,50 Euro)
Öffnungszeiten:
November bis März: Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 29.03.2019 | 09:20 Uhr

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