Stand: 14.05.2018 00:01 Uhr

Ihre Meinung: Wie wichtig ist Rechtschreibung?

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Welche Rolle spielt die Rechtschreibung heute noch? Was meinen Sie?

Wie wichtig ist Rechtschreibung heute noch? Leidet sie in Zeiten der schnellen Kommunikation per E-Mail, SMS, WhatsApp, Instagram, Facebook und Twitter? Spielt die Rechtschreibung nur noch im beruflichen Leben eine Rolle - und ist im privaten Bereich vollkommen egal? Oder ist Rechtschreibung auch eine Generationenfrage - ältere Menschen achten drauf, jüngeren ist sie nicht so wichtig? Wächst gar eine Generation heran, die gar nicht mehr mehr in der Lage ist, fehlerfrei zu schreiben?

Was denken Sie?

Hier einige ausgewählte Zuschriften:

  • M. Hagel, Hamburg

    Ob jemand fehlerfrei schreibt, hängt einerseits von der Kenntnis der Regeln und andererseits von der Übung ab. Wer viel liest und schreibt, wird weniger Fehler machen, als jemand der höchstens mal einen Einkaufszettel zusammenstoppelt. Die Schule wird diesbezüglich weit überschätzt. Die Freude am Spiel mit der Sprache kommt aus der Familie oder gar nicht. Es ist ein weitverbreiteter Irrtum zu glauben, dass man irgendwas von außen ins Kind reinpredigen könne. Vorbild ist die Münze, die zählt. Es ist manchmal erschreckend zu sehen, wie viele Eltern nicht auf die Fragen ihrer Kinder eingehen. Man muss reden, reden, reden, sonst sind beim Schuleintritt Millionen Wörter ungesagt, und diesen Rückstand holt kein Kind je wieder auf.

  • J. Plath, Rostock

    Nach mehreren Reformen habe ich es aufgegeben, up-to-date zu bleiben. Das ist ein Resignieren, aber so ist es nun mal. Die Reformen haben Verwirrung gestiftet und tun es immer noch. Im Übrigen: In der Kindheit gelerntes Wissen lässt sich nicht einfach "überschreiben", schon gar nicht mehrfach.

  • I. Blees, Egestorf

    Rechtschreibung ist immer noch wichtig und sollte auch entsprechend unterrichtet werden. Ich weiß nicht, warum das oft anders gesehen wird als zum Beispiel bei den Grundrechenarten. Wenn man "plus" meint, schreibt man ja auch nicht "minus", weil es durch einen Strich weniger bequemer ist. Wenn man sich mitteilen will, sollte man sich an allgemeingültige Regeln halten, sonst weiß niemand, was gemeint ist. Das ist auch keine Generationenfrage. Solange wir schriftlich nicht nur ausschließlich über Icons und Emojis kommunizieren und solange wir nicht alle über eine automatische Korrektur in allen Lebenslagen verfügen, müssen wir alle lernen, wie richtig geschrieben wird. ABER: Da Sprache an sich immer im Wandel ist, muss vielleicht hin und wieder über eine Reform nachgedacht werden. Wichtig ist nur, dass die Regeln für alle gelten.

  • N. Christiansen, Kiel

    Es wird immer wieder betont, dass diese Generation durch die sozialen Medien so viel schreibt wie keine andere Generation zuvor. Jedoch handelt es sich dabei um eine stark gekürzte und auch abgewandelte Sprache, die für eine Bewerbung unbrauchbar ist. Schließlich geht es trotz dem Wegfall teurer SMS-Gebühren noch immer darum, möglichst kurz etwas mitzuteilen. Auf Rechtschreibung, Satzbau und Satzzeichen wird selten Wert gelegt, zumal sich auf die Autokorrektur moderner Smartphones verlassen wird.

  • H. Leinemann, Kiel

    Es scheint eine Generation heranzuwachsen, die nie gelernt hat, gut zu artikulieren und genau hinzusehen. Wenn sie jedoch hinsieht, sieht sie auch immer mehr verballhornte (nach dem Buchdrucker J. Bal(l)horn, der im 16. Jahrhundert eine Ausgabe des Lübischen Rechts druckte, die viele Verschlimmbesserungen unbekannter Bearbeiter enthielt) Schreibweisen. Wer schreibt, der möchte einem Lesenden eine Nachricht übermitteln. Aus Achtung schon vor diesem Menschen und um Missverständnissen vorzubeugen, muss das schriftlichen Regeln folgen. Wer nur nach seinem Motto schreibt (Ich kann es ja lesen = 2 for you, tu vor yu - tu 4 yu - two for you - 4 vor yu - 4 4 ju - four for you - ent2 - 8ung - di q m8 mu - ), der möchte sich gerne immer wieder herausreden. Das ist offensichtlich Ausdruck unserer heutigen Gepflogenheiten im täglichen Umgang - beruflich wie privat. Wer allerdings die Schreibweise von"Stengel" in "Stängel" mit der Behauptung, der Stengel jeder Pflanze sei von "Stange" abgeleitet, verwandelt hat, der kennt offensichtlich die hohe Beweglichkeit eines Stengels nicht, der als Stange bei jedem kleinen Wind und Regenschauer sang- und klanglos abbrechen würde, und hat mit der Rechtschreibreform nach zehn Jahren der Vorbereitung mehr verballhornt als gut geregelt.

  • B. Christophersen, Flensburg

    Ich bin der Meinung, dass Rechtschreibung wichtig ist. Es ist ein Ausdruck unserer Kultur und es tut mir in der Seele weh, wenn unsere Sprache durch falsche Rechtschreibung "verunstaltet" wird. Nebenbei bemerkt habe ich persönlich beruflich davon profitiert, mit korrekter Rechtschreibung umgehen zu können!

  • U. Schormann, Landolfshausen

    Ich finde es so wichtig, eine gute Rechtschreibung zu haben. Das beste Beispiel, dass das nicht mehr "so wichtig" genommen wird, sind all die Social Media Foren! Mir kräuselt sich das Innere nach außen, wenn ich da Kommentare lese, die vor Fehlern nur so strotzen! Dazu keine Satzzeichen und eine katastrophale Grammatik. Bitte liebe Grundschullehrer: Lehrt es wie früher und nicht so, dass man gerade noch einen Sinn in dem Geschreibsel erkennen kann!! Danke!

  • H. Blüm, Wolfsburg

    Gelegentlich verfolge ich Diskussionen in Onlineforen. Über die falsche Schreibweise rege ich mich gar nicht mehr auf. Häufig verstehe ich den Sachverhalt gar nicht, da durch die fehlende Zeichensetzung und Schreibfehler die Texte völlig unverständlich werden. Schriftliche Texte als Form der Kommunikation müssen aber letztlich verständlich bleiben, sonst erfüllen sie ihren Zweck nicht. Also müssen wir uns als Gesellschaft über bestimmte Mindestanforderungen einigen, um verständliche Kommunikation zu erreichen.

  • W. Reimers. Kremperheide

    Die Rechtschreibung ist sehr wichtig. Wer keine gute Rechtschreibung hat, wird im Arbeitsleben nur in unteren Berufen eine Stellung erhalten. Die Bewerbung mit dem Computer ändert daran nichts.

  • J. Hanssen, Bosau

    Natürlich ist eine möglichst korrekte Rechtschreibung wichtig, ebenso wie eine leserliche Handschrift. Handschriftliche Lieferscheine, Aufträge mit dem notwendigen Kenntnissen des Zeichensetzung lesen können und diese dann auch Umzusetzen ist ohne Rechtschreibkenntnisse kaum möglich. Ich grause mich vor der Generation "Rechtschreibhilfe / IPhone / WhatsApp". Eine E-Mail, die nur so von Rechtschreibfehlern strotzt, landet im "Spam". Kaum jemand auf der Empfängerseite wird solch einen Geschäftspartner ernst nehmen können.

  • C. Canstein, Hamburg

    Korrekte Rechtschreibung ist unverzichtbar. Im Beruf an erster Stelle, aber ebenso in allen anderen Bereichen. Ich halte es eher für peinlich, wenn man seine eigene Muttersprache nicht korrekt beherrscht - in Schrift und Wort. Beides hängt direkt zusammen. Kurze Schreibweisen in den Messenger-Diensten haben sicher ihre Berechtigung, ich nutze ich diese ebenso. Dennoch ist es grundsätzlich wohl überlegt, zu welchem Anlass und Gegenüber welche "Schreibweise" genutzt wird. In der heutigen Gesellschaft wird schlicht nicht mehr nachgedacht und um die Eigen- und Fremdwirkung ist es bei vielen Mitbürgern sehr schlecht bestellt. Dass mangelnde Kenntnisse in Ausdruck und Rechtschreibung beim Gegenüber einen entsprechenden Eindruck hinterlassen kann, dürfte den meisten nicht bewusst sein.

  • D. Wagner, Wismar

    Für mich ist die Antwort eindeutig. Deutsch, und somit Rechtschreibung, sollte oberste Priorität in allen Grundschulen in unserem Land haben und das einheitlich und ohne ständige Reformen, wo am Ende keiner mehr durchsieht. Ich finde es erschreckend, wie viele Kinder heute Förderunterricht benötigen oder in Sprachheilklassen unterrichtet werden. Und somit ist es eigentlich schon traurig, dass die Frage im Raum steht, wie wichtig Rechtschreibung ist.

  • H. Knoll, Karlsruhe

    Meinem Vorredner, Herrn Hagel, stimme ich vollkommen zu. Der Grundstein für die Rechtschreibung wird im Elternhaus gelegt. Wenn nicht, so gibt es schon in der ersten Grundschulklasse Probleme. Sprache lernen fängt im Vorschulalter an. Und zwar mit dem Vorlesen mit Bildern. Es ist wichtig, sehr wichtig, die Kinder neugierig zu machen. Da sind in dem Alter ausschliesslich die Eltern gefragt. Und da sieht es meiner Meinung nach leider sehr traurig aus. Ebenso wichtig die elterliche Unterstützung bei den Hausaugaben. Nur nachfragen - "Hast du die Schulaufgaben gemacht?" - hilft recht herrlich wenig. Diese Zeit müssen sie sich einfach nehmen. Die Schule kann das nicht alleine! Aus eigenem Zusehen bei manchen Familien graust es mich zu sehen, wie wenig bis gar nicht das manche Eltern überhaupt interessiert. Reden, erklären und nochmal reden und erklären; ebenso verbessern und dabei auch erklären warum! Dieses Missachten und Ignorien ist fatal. Zum einen für das Kind, für den das zukunftswichtig ist, und ebenso für die Arbeitgeber, da sie keine qualifizierten Mitarbeiter mehr bekommen. Wo das allzu oft endet ist uns ja allen wohlbekannt!

  • B. Wetterling, Salzgitter

    Die ausgewählten Zuschriften sind alle "pro" Rechtschreibung. Ist das Zufall, Absicht oder schreiben diejenigen einfach nicht, die sich in Schrift und Wort nicht mehr vernünftig ausdrücken können? Es ist kaum verwunderlich, dass die Rechtschreibung in den letzten Jahren so vernachlässigt wurde. Bei Einführung und auch später noch, kannten sich die Lehrer offenbar selbst nicht so recht damit aus. Wie sollten sie also die reformierte Rechtschreibung anderen beibringen? Die Krönung des Niedergangs der deutschen Rechtschreibung geschieht meiner Meinung nach aber durch die vielen gängigen Abkürzungen. So steht im Briefkopf von Krankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen statt Entlassungsmanagement nur noch "Entlassmanagement"! Grauenhaft. Oft höre ich von Kollegen und Kolleginnen, dass es doch völlig egal wäre, ob ein Wort mit "doppel-s" oder mit "ß" geschrieben wird. Das sind Menschen, die ihre Schulzeit schon länger hinter sich und nie die Gelegenheit hatten, sich mit der "Neuen Deutschen Rechtschreibung" zu befassen. Ich hätte auf sie verzichten können, musste mich aber von Berufs wegen damit befassen. Fazit: Klar formulierte und richtig geschriebene Texte sind äußerst wichtig und lassen sich auch viel schneller lesen. Bei fehlerhaften Texten gerät das Lesen ins Stocken, weil erst interpretiert werden muss.

  • B. Wessel, Hamburg

    Wen wundert es, wenn man den Kids in der Kita und Vorschule beibringt so zu schreiben, wie sie es hören. Mein Enkel hatte deshalb im ersten Jahr im Gymnasium große Probleme damit. Sie lernen keine Grundregeln und dürfen sogar Block- und Schreibschrift mischen.

  • S. Jacobsen, Rendsburg

    Selbstverständlich ist Rechtschreibung auch heutzutage noch wichtig, spätestens im Berufsleben. Wer seine Rechtschreibung vernachlässigt, setzt sich, ob berechtigt oder unberechtigt, dem Verdacht aus, es auch in anderen Lebensbereichen nicht allzu genau zu nehmen.

  • C. Neumann, Lüneburg

    Rechtschreibung ist wichtig, ohne Frage! Aber man sollte es nicht überbewerten. Es werden in Deutschland viele Ingenieure in allen Bereichen gesucht. Mein Sohn hat eine Rechtschreibschwäche, ist aber in Mathe gut und kann technische Zusammenhänge sehr schnell erkennen. Er könnte ein gute Softwareentwickler werden. Das Problem ist seine Rechtschreibung. Dass im Fach Deutsch auf dem Gymnasium Punkte für Rechtschreibung abgezogen werden, geht in Ordnung. Aber in Mathe, Physik, Bio? Der Junge wird durch diese Regeln vermutlich kein 1er-Abitur schaffen => Es geht ein Ingenieur verloren. Stattdessen wird diskutiert, ausländische Fachkräfte nach Deutschland zu holen. Die können nicht mal die deutsche Sprache. Ich selbst bin auch in der Softwareentwicklung tätig und habe viele ausländische Kollegen. Unsere Sprache in Besprechungen ist englisch, Dokumentation und eMails sind englisch. Also bitte: Rechtschreibung ja, aber nur in Fächern, in denen das auch wichtig ist.

  • K. Steffens, Sörup

    Der größte Humbug war mit Abstand die letzte Rechtschreibreform. War ich einmal der Klassenbeste im Deutschfach, schäme ich mich heute für meine Kenntnisse. Ohne diese Reform wäre Rechtschreibung einfacher, manche reformierten Wörter wurden im Internet-Zeitalter absurdum geführt. friseur.de wäre gegangen, frisör.de gibt es nicht. Dennoch sagt Rechtschreibung viel über konzentriertes und abgabefertiges Arbeiten aus, einen fehlerhaften Text macht man mal eben so, eine fehlerfreien Text hat man sich noch einmal zu Gemüte geführt und kontrolliert, um eben sauber gearbeitet zu haben. Hilfreich ist sicherlich das Lesen von Büchern und das Lernen von Handschrift, statt alles auf dem Smartphone zu machen.

  • N. Pahne, Rostock

    Rechtschreibung ist wichtig, keine Frage, aber: Unterrichtszeit ist eine knappe Ressource. Diskussionen leiden oft unter einem Mangel an Textkompetenz, Argumentationsfähigkeit und Kritikvermögen - bei Älteren eher häufiger als bei Jüngeren. Wenn man sich entscheiden muss, worauf man den Schwerpunkt im Unterricht legt, ist mir derInhalt dann doch wichtiger als die Form.

  • C. Reh, Norderstedt

    Ich halte die Debatte für populistische Dramatisierung. Als Mutter zweier Kinder kann ich nicht feststellen, dass Kinder heute signifikant fehlerhafter schreiben. Viel wichtiger als das, was die Schule vermittelt, halte ich die Freude am Lesen. Wer viel liest, schreibt automatisch korrekt. Diese Lust zu wecken ist gemeinsame Aufgabe von Elternhaus und Schule.

  • T. Berger, Neuruppin

    Viele vergessen auch, dass die richtige Beherrschung einer Sprache als gesprochenes Wort und in Schrift wesentlich zur Diskussionskultur und damit zur sachlichen Verständigung im Alltag, im Beruf oder bei Diskussionen beiträgt. Wer nur Sätze aus einem geringen Wortschatz zusammenstammelt, versucht dann auch, seine Argumente mit Aggressionen vorzutragen oder durchzusetzen. Der Schule allein darf die Bürde einer Vermittlung unserer Muttersprache nicht aufgedrückt werden. Sprachgebrauch entsteht viel wesentlicher im Umfeld und den täglichen Verrichtungen. Mein Motto: Wer die eigene Muttersprache nicht beherrscht, hat später keine dotierten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Heutige jugendliche Stammel-SMS-WhatsAp-Schreiber sind potenziell die Niedriglöhner oder gar Hartz-IV-Empfänger von morgen. Darunter leidet dann die ganze Gesellschaft.

  • M. Haring, Dollerup

    Der Worte können nicht genug geschrieben werden. Aber dann bitte auch richtig! SMS und Whatsapp haben unsere Sprache und die Wortvielfalt quasi vergewaltigt. Da schmerzt oft genug das bloße Lesen! Kinder lernen das richtige Schreiben von ihren Eltern und (hoffentlich) guten Lehrern. Wobei gute Lehrer sind rar, sodass dem Elternhaus viel Verantwortung in dieser Sache zufällt! Das bedeutet: wenig begabte Eltern gleich wenig begabte Kinder! Es sei denn, die Kinder durchbrechen aus eigenem Willen heraus diesen Kreislauf.

  • I. Kausche, Wolfsburg

    Ich bin der Meinung, dass die Rechtschreibung wichtig ist. Ich hatte in einer Online-Annonce bei spätestens jedem zweiten Wort einen Schreibfehler. Es waren einfachste Worte sowas von falsch geschrieben, man musste jedes Wort raten. Wenn so etwas auch noch bei irgendwelchen Kommentaren vorkommt, macht das Lesen solcher Texte keinen Spaß mehr. Auch im normalen Leben ist das richtige Schreiben wichtig. Es verkürzt doch das Lesen wichtiger Post, Nachrichten und Ähnlichem.

  • F. Janssen, Esens

    Es ist schade, dass sogar schon in der Schule das Thema Rechtschreibung mittlerweile eine eher untergeordnete Rolle spielt. Es ist noch gar nicht so lange her, dass auch in unserem Land es jeder als Privileg angesehen hat, schreiben und lesen zu können. Dieses Privileg haben sich die Menschen über Jahrhunderte erkämpft und nun schaffen wir es innerhalb weniger Jahre, dieses tolle Instrument "Sprache" in Wort und Schrift gedankenlos wegzuwerfen. Es wäre wünschenswert, dass die Kultusminister sämtlicher Bundesländer sich in dieser Beziehung schnellstens auf eine einheitliche Linie einigen und dieses Kulturgut schützen. Ich komme aus einem ländlich strukturiertem Umfeld und konnte bis zum Eintritt in die Grundschule nicht mal anständig hochdeutsch (Kindergarten gab es nicht) - aber noch in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts hat die Schule es verstanden, Rechtschreibung zu vermitteln. Man hat zunehmend das Gefühl, dass die "68er Generation" jetzt erntet, was damals gesät wurde.... frei nach dem Motto: "Jeder darf machen, was er will"

  • C. Fuchs, Wiesmoor

    Wir benötigen dringend die richtige Orthografie. Leider wird sie nicht mal mehr von "Behörden" oder auch Lehrkräften beherrscht. Gründe sehe ich unter anderem darin, dass sich Menschen zu oft nur noch ihren Teil denken. Niemand spricht darüber, sanktioniert wird nicht. Korrekturleser sind lange abgeschafft. Dann die Kurzsprache in sozialen Netzwerken. Smileys oder Buchstabensalat (hdl oder lg etc.) als Kommunikation. Zu allem Übel gibt es nach mehrfachen Reformen sowohl als auch Regeln. Wobei eine Regel alles andere ausschließen sollte. Schlagen Sie mal im Online-Duden Joghurt nach. Wie viele wissen noch was ein Diphtong ist? Wie viele behaupten, ß wurde durch ss ersetzt? Ich bin ein durchschnittlich gebildeter Mensch, denke aber, dass es mehr als nur zum guten Ton gehört, seine Muttersprache zu beherrschen.

  • Kleiner Schwank zum Schluss, wenn es um die endlose Diskusion geht, ob ss oder ß: An alle die meinen, es gäbe kein ß mehr (nach Diphtong und langem Vokal immer!) Wann bekommt der Mann den Unmut einer weiblichen Person? Wenn er über die Maße einer Frau oder über die Masse einer Frau spricht? Über Grammatik braucht man wohl ebenso wenig nachdenken. Die deutsche Sprache entartet rasant. Besonders begeistert bin ich über die Abkürzung "nen". Ürsprünglich nur mündlich verwendet, zunehmend schriftlich beansprucht. Herkunft für die meisten unbekannt. So ist nicht selten zu lesen: Biete nen Zeitung (o.ä.). Dass nen das abgeschnittene "einen" ist, bleibt dabei unerheblich. Artikel? Okay, keine Rechtschreibung. Trotzdem übel immer häufiger zu lesen DAS Lattenrost. Wo ist nur unsere Bildung geblieben? Auf ebay-kleinanzeigen.de jedenfalls nicht. Dort schüttelt's den Hund samt Hütte. Viele Grüße von einer ehemaligen DDR-Frau, die erst seit 2013 in den alten Bundesländern lebt und das heutige Schulsystem so gar nicht begreifen kann. Die Resultate sprechen ja auch für sich.

  • A.H., Stade

    Mir gehen auf Anhieb unzählige Gedanken durch den Kopf. Wer schreibt und liest hier auf der NDR-Seite? Ich bin auch über 50 und mag mich trotzdem nicht dem ganzen Wehklagen fast aller bisher eingegangenen Kommentare anschließen. Weder eine Schuldzuweisung Richtung Schule und Lehrer, noch ein verzweifelter Appell an Schüler und andere "Social-Network"-Nutzer weckt das Interesse an eine bessere Rechtschreibung. Die Generation, die die Beziehung zu Rechtschreibung und Sprache verliert, ist die UNSERER Kinder. Diese "Rechtsschreib"-Banausen haben wir selbst in die Welt gesetzt und sie großgezogen. Und wenn wir uns auf die Suche nach den Schuldigen machen wollen, muss diese Suche wohl zuhause beginnen. Halt! STOP! Haben wir unseren Kindern nicht selbst das erste Smartphone geschenkt und waren anfangs von T9 (so hieß die erste automatische Rechtschreibkorrektur) begeistert? Und wer will denn für sich das Recht in Anspruch nehmen, in seinem Beitrag alles richtig geschrieben zu haben? "Wer im Glashaus sitzt…" Kurz: wir sind doch alle mitschuldig an dieser Misere. Jeder (!) muss selbst anfangen und sich mehr um unsere Rechtschreibung bemühen. Dazu gehört auch die Grammatik, die leider immer weniger Beachtung findet. Ein Beispiel? "Ich brauche Geld, weil ich habe Hunger." STOP! Es muss heißen: "weil ich Hunger habe." Aber wer spricht heute noch so? Ganz sicher könnte ich noch Stunden weiterschreiben, aber dann schlafen alle ein.

  • T. Ratmeyer, Hage

    Mir ist Rechtschreibung wichtig. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich auf dem neuesten Stand bin. Daran merkt man wohl, dass man älter wird und sich zwischendurch die Regeln geändert haben.

  • A. Beyer, Hamburg

    Als jemand aus den 60er-Jahrgängen habe ich mich nicht sehr mit der letzten Rechtschreibreform auseinandergesetzt. Ob ein Wort mit ph oder f geschrieben wird, oder ß statt ss, da liege ich sicher auch das eine oder andere Mal falsch. Das finde ich allerdings auch nicht dramatisch. Was mich stört, ist die fehlerhafte Rechtschreibung bei der einzelne Buchstaben oder gar Worte fehlen, Satzzeichen nicht gemacht werden und zwischen Groß-/Kleinschreibung nicht unterschieden wird. Das sehe ich nicht nur auf Facebook oder in SMS, sondern auch immer häufiger in Online-Artikeln (auch von Zeitschriften und Zeitungen) oder im Teletext im TV. Die Nachlässigkeit in der Schrift und eine mangelnde verbale Ausdrucksweise bedienen sich meiner Meinung nach gegenseitig. "An die Decke" bringt mich, dass viele junge Menschen scheinbar nur noch über ein eingeschränktes Vokabular verfügen und die wunderbaren Ausdrucksmöglichkeiten unserer Sprache nicht nutzen und vermutlich auch nicht kennen. Alles ist super, mega oder gar Bombe (ganz grauenvoll so ein Wort für etwas vermeintlich Schönes zu verwenden!). Wir bewegen uns kulturell hier einen großen Schritt zurück, wenn sich daran nichts ändert.

  • F. Burkardt, Detern

    Guten Tag, wieso steht das zur Debatte? Ich bin Französin und habe die deutsche Sprache auch gelernt, in der Schule und an der Uni. Sollen alle Schüler faul werden? Wie werden sie von anderen verstanden? Im Alltag? Im Berufsleben? Von den Behörden? Ich finde eh, dass in den letzten 20 Jahren die deutsche Sprache immer mehr eine Wandlung macht. Immer mehr Fremdwörter, französische oder englische, werden benutzt. Die deutsche Sprache verliert somit an Persönlichkeit. Jede Nation sollte auf seine Sprache stolz sein. Sie ist Teil ihrer Geschichte, ihrer Persönlichkeit. Dies ist ein Appell an die Regierung und die Bundesländer, dabei zu bleiben und auf die Rechtschreibung zu beharren.

  • B. Rosenbaum, Hannover

    Natürlich ist Rechtschreibung wichtig. Nicht nur, um richtig zu schreiben, sondern auch, um von anderen nicht ausgelacht oder lächerlich gemacht zu werden. Es gibt genügend Menschen, die sich nicht mehr trauen zu schreiben, weil sie gerade davor Angst haben. Auch im Berufsleben. Ich bin Korrektorin und weiß wovon ich spreche. Aber es sind nicht nur "minderbemittelte" Menschen, die fehlerhaft schreiben. Das ist wirklich ein Irrtum, der sich immer noch hält. Rechtschreibung ist scheinbar generell ein Problem. Aber auch ein selbst gemachtes Problem. Die Rechtschreibreform hat wirklich vielen das Selbstbewusstsein genommen zu schreiben. In Niedersachsen war sie noch ein größeres Problem, denn als Prof. Wernstedt vorschnell die Reform in Niedersachsen durchsetzte, war sie noch nicht wirklich fertig. Als die Reform dann wirklich "auf den Markt" kam, war sie zum Teil schon anders in Niedersachsen gelehrt worden. Eine Generation der unechten Legastheniker kam dann aus der Schule, wie einige Schüler es bezeichneten. Wir waren mal ein Volk der Dichter und Denker, ein Volk der Schreiber sind wir nicht mehr.

  • H. Severin, Wismar

    Jahrelang haben vermeintliche Bildungsexperten dafür gestritten, Rechtschreibung wenig oder nicht zu beachten. Und alle, vor allem Lehrer und Eltern, haben unter dem Vorwand der Chancengleichheit "Hurra!" geschrien. Wer auf korrekter Orthographie bestand, galt als reaktionär und im negativen Sinne elitär. Diese Suppe müssen wir und unsere Kinder nun auslöffeln. Dass aber sprachliche Kompetenz und Korrektheit Aspekte gesellschaftlicher Mobilität sind und einer Gesellschaft ein gemeinsames Band verpassen, ist geflissentlich ignoriert worden. Wie auch die Tatsache, dass Sprache Inhalte transportiert. Mangelnde Sprachkompetenz, zu der korrekte Rechtschreibung unabdingbar gehört, stört zudem die Entwicklung und den Ausdruck gedanklicher Konzepte. Ich habe glücklicherweise ein sprachlich kompetentes Elternhaus und in der Schule strenge Deutschlehrer gehabt. Und ich habe letztere sowie meine Muttersprache oft genug zum Teufel gewünscht. Doch "per aspera ad astra" hat es sich gelohnt. Also weg mit der Rumeierei und zurück zur korrekten Schreibung.

  • B. Peinemann, Buxtehude

    Aus meiner täglichen Arbeit mit lese-rechtschreibschwachen Kindern und Jugendlichen kann ich nur bestätigen, dass die schriftsprachlichen Leistungen der Schüler in den vergangenen Jahren deutlich gesunken sind. Dies spiegelt auch den Umstand wider, dass viele weiterführenden Schulen dazu übergegangen sind, ab Klasse 5 Rechtschreibkurse beziehungsweise AGs oder andere Fördermaßnahmen anzubieten, um das dramatisch gesunkene schriftsprachliche Niveau aufzufangen und zu kompensieren. An dieser Stelle übernehmen die weiterführenden Schulen eine originäre Aufgabe der Grundschule, indem sie für die Ausbildung von Basiskompetenzen sorgen. Davon zu sprechen, die deutschen Schüler machten einfach nur "ein paar mehr Fehler" als in der Vergangenheit, ist eine völlig unangemessene Verniedlichung und Verklärung der tatsächlichen Gegebenheiten. Wir erleben seit Jahren eine dramatische und signifikante Leistungsabnahme hinsichtlich der Schlüsselkompetenzen Lesen und Schreiben bei den deutschen Schülerinnen und Schülern. Vor wenigen Monaten legte der IQB-Bericht offen, dass 22 Prozent der deutschen Grundschüler beim Rechtschreiben den Mindeststandard verfehlen. Kurz darauf kam die IGLU-Studie zu dem Schluss, dass knapp ein Fünftel der deutschen Viertklässler über ein nicht ausreichendes Leistungsniveau im Lesen verfügt.

  • In Anbetracht der Tatsache, dass wir in einer textbasierten (!) Wissensgesellschaft leben, zeichnet sich eine katastrophale Entwicklung in der deutschen Schullandschaft ab. Denn wer heutzutage nicht in der Lage ist, komplexe Texte zu verfassen und zu verstehen, wird in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt kaum noch Anschluss finden. Und dies hat auch auf gesamtgesellschaftlicher Ebene konkrete Folgen, denn sowohl der Erfolg von Unternehmen als auch von staatlichen Institutionen basiert auf effizienten und eindeutigen (!) Kommunikationsprozessen. Heute erleben wir in den Schulen die fast schon grotesk anmutende Situation, dass schwache Rechtschreibleistungen im Deutschen kaum noch Eingang in die Deutsch-Note finden, während im Fremdsprachenunterricht jeder Schreibfehler angestrichen wird und von Relevanz für die Leistungsbewertung ist. Komischerweise habe ich noch keinen Englischlehrer davon überzeugen können, dass die korrekte Rechtschreibung völlig irrelevant beim Erlenen einer Sprache sei.

  • F. Koppensteiner, Steinbergkirche

    Zur Rechtschreibung und ergänzend auch zur Grammatik: Diese halte ich für sehr wichtig. Sie sind Regelwerke für das wesentlichste Element, das wir zur Verständigung und Kommunikation und damit auch zur Konfliktvermeidung und zur Problemlösung sowie für die gesamte weitere menschliche und gesellschaftliche Entwicklung haben: Die Sprache. Jeder Handwerker behandelt sein Werkzeug pfleglich und erlernt die richtige Handhabung. Das muss auch für die Sprache gelten und somit auch für die Informationsvermittlung durch Sprache und Rechtschreibung. Die gern verwendete Entschuldigung bei nachlässiger bzw. geduldeter falscher Schreibweise - "man wisse beziehungsweise verstehe ja, was gemeint sei" - ist wie ein schief eingeschlagener Nagel: Die Befestigung mag halten, aber sie ist ein stetiges Irritationsmoment: unschön, mangelhaft, kein gutes Beispiel. Man pflege wie jeder gute Handwerker sein Werkzeug, setze es richtig ein und erziele dann das beste Ergebnis! Verständigung und Kommunikation sind in der heutigen Weltlage wichtiger denn je, sowohl im kleinen, persönlichen Kreis in Familie, Freizeit, Beruf und Bildung, als auch gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich. Erschweren wir uns doch diese Verständigung nicht durch unnötige Fehler, Missverständnisse und Fehldeutungen. Mehr als schade ist es, wenn Sprache verflacht oder gar verroht und richtiges Schreiben als unwichtig eingestuft wird. Zudem hat man an einer Sache, die man gut kann, auch wesentlich mehr Freude.

  • S. Hoffmann, Kiel

    Natürlich ist Rechtschreibung wichtig für die schriftliche Kommunikation. Ich möchte nicht erst lange rätseln müssen, was gemeint ist, wenn ich eine Nachricht erhalte (ob beruflich oder privat). Die klassischen Schulmethoden haben nicht zu einer besseren Rechtschreibung geführt. Im Gegenteil: Viele Schülerinnen und Schüler ziehen ihre Deutschnote in den Aufsätzen mit der Rechtschreibung deutlich nach unten. Es ist wichtig die Schülerinnen und Schüler zum Schreiben zu motivieren. Viele Erstklässler wollen schon nach ein paar Wochen nicht mehr zur Schule. Viele Jugendliche sind schulmüde, frustriert und rein defizitorientiert. Ich stimme der Lehrerin zu, die für einen flexiblen Einsatz der Methoden plädierte und auch der anderen Lehrerin, die sich für einen stärkenorientierten Ansatz aussprach. Es gibt nicht die eine Methode, weil es auch nicht den einen oder die eine typische Schülerin gibt. Erschwerend kommt hinzu, dass es im Leben kaum noch Anlass zum Schreiben gibt, also die Anwendung und Übung fehlt.

  • H. Martens, Geesthacht

    Es kommt nicht so sehr auf die Rechtschreibung an. Wichtig ist, dass das was ich vermitteln möchte auch so vom Gegenüber verstanden wird. Von Behörden wird eine richtige Rechtschreibung verlangt. Leider ist der Inhalt häufig unverständlich. Mir wäre ein verständliches Behördendokument oder Formular wichtiger, auch wenn es Rechtschreibfehler enthält. Richtige Rechtschreibung erhöht nicht die Verständlichkeit.

  • C. Linow, Elmshorn

    Rechtschreibung JA! Mich selbst gruselt es häufig genug, wenn ich in Internetforen unterwegs bin oder mit dem erweiterten Bekanntenkreis über Messenger kommuniziere. Da werden Sätze verdreht, Worte beschnitten, Buchstaben vertauscht und Satzzeichen gibt es gar nicht mehr. So etwas zu lesen, macht keinen Spaß und zeigt mir an, dass der Gegenüber entweder über eine mangelnde Bildung verfügt oder es ihm egal ist, ob ich den Text flüssig lesen kann oder nicht. Das ist auch eine Frage des gegenseitigen Respekts voreinander. Doch mit der Rechtschreibreform hat dieses Dilemma nichts zu tun. Es ist das Resultat von Unwissenheit, (gefühltem) Zeitmangel und mangelndem Respekt vor der Sprache. Wenn jemand mir per WhatsApp das Kürzel "hdgdl" (hab Dich ganz doll lieb) sendet, frage ich mich, ob dieser Jemand es nicht lieber lassen sollte, wenn es nicht reicht es vollständig zu schreiben. Da ist mir dann ein Herz-Emoji lieber ;-)

  • H. Stürze-Badano, Sassello

    Ich lese die Kommentare der Journalisten und stelle fest, dass oftmals der Genitiv, manchmal auch der Dativ keine Beachtung mehr findet. Ist das die neue Schreibweise? Außerdem stört mich, dass es für Ausdrücke wie toll, geil, cool, wow keine Alternativen mehr gibt. Mir scheint, dass die deutsche Sprache äußerst arm geworden ist, diese reduzierte Auswahl hat dem Reichtum der Sprache den Rang abgelaufen. Bald wird es wohl nur noch Denglisch geben, sollen die Zugereisten wirklich dieses Deutsch lernen?

  • B. Ziemens, Oldendorf

    Rechtschreibung ist wichtig. Sie ist geregelte Kommunikation und damit ein Teil von Kultur. Insofern drückt Rechtschreibung die Achtung vor dem KommunikationspartnerIn aus. Wer sich nicht an die verabredeten Regeln hält, wer nur klein schreibt oder ohne Satzzeichen oder sonst fehlerhaft, macht es sich selbst bequem - dem LeserIn aber schwerer. Und er/sie gibt ein Bild der Unwissenheit, Faulheit oder Gleichgültigkeit ab... Ich habe kein Problem damit, wenn jemand versehentlich ein schweres Wort mal falsch schreibt, aber ich finde es unerträglich, wenn andere alles klein schreiben oder ohne Punkt und Komma, wo man sich die Botschaft zurechtreimen muss...

  • K. Kuban, Dresden

    Schon die Frage, ob Rechtschreibung noch wichtig ist, finde ich beänstigend. Ein umfangreicher Wortschatz und korrekte Schreibweise sind in meinen Augen ein Zeichen von Intellekt und damit hat man als Erwachsener definitiv mehr Erfolg. Somit sollte Deutsch in der Schule eine zentrale Rolle spielen. Ich bin aber ebenfalls der Meinung, dass der Grundstein von den Eltern gelegt wird. Werden Kinder zum Lesen animiert, fällt später auch die Rechtschreibung leichter, da man einfach viele Wörter in korrekter Schreibweise schon gelesen hat. Traurig stimmt mich, wenn ich Mütter mit kleinen Kindern im Wagen sehe, die nur am Handy hängen, statt sich mit ihrem Kind zu unterhalten, ihm zu erklären, was man gerade sieht. Ja, heutzutage muss alles schnell gehen, Nachrichten können nicht warten und da wird Rechtschreibung zur Nebensache. Aber wollen wir das als Gesellschaft? Unsere - an sich reiche - Sprache immer mehr vereinfachen? Wo soll das mal hinführen?

  • D. Thomé, Oldenburg

    Wir (Institut für sprachliche Bildung, Oldenburg) freuen uns sehr, dass dieses wichtige Thema hier behandelt werden soll. Es darf und kann einfach nicht sein, dass die Grundfertigkeiten Lesen und Schreiben einfach nicht mehr angemessen berücksichtigt werden. Seit Jahrzehnten(!) weisen wir auf den Missstand hin. Die Bildungspolitik hat hier absolut versagt. Das Problem liegt an der unzureichenden Wertschätzung der Grundqualifikationen. Wir brauchen eine verbesserte Situation in den Grundschulen, Kitas und in den Universitäten. Wie kann es sein, dass angehende Deutschlehrkräfte an den Unis so wenig über einen gelingenden Schriftspracherwerb lernen? Wieso gibt es so wenige Professuren zu diesem wichtigen Thema? Ich kenne alleine schon vier gut ausgebildete, promovierte Nachwuchswissenschaftlerinnen, die seit Jahren händeringend eine Profstelle suchen. Aber die gibt es kaum oder nur ganz selten! Statt Profs werden aus Kostengründen die Seminare zum Schriftspracherwerb vorwiegend von Mitarbeiterinnen durchgeführt, die gerade ihren Master-Abschluss absolviert haben (nach dem Motto: Die können das schon!). Wenn nun auch viele Quereinsteiger in die Grundschulen kommen, wie wird sich das wohl auswirken? Bestimmt nicht besser! Mehr Diskussion und Aufmerksamkeit sind dringend notwendig. Vielen Dank!

  • L. Schmelzer, Sylt

    Ich sauge die Luft zischend durch die Zähne wie unter Schmerzen, wenn ich hahnebüchenen Rechtschreib- und/oder Grammatikfehlern begegne. Ich war durchgängig stolz, der deutschen Rechtschreibung und Grammatik mächtig zu sein. Nach anfänglichem Sträuben habe ich mich doch noch der Rechtschreibreform angenähert, erfüllt von dem dünkelhaften Stolz, noch geistig beweglich zu sein. Im Laufe des Lebens erfuhr ich, dass es Menschen gibt, denen einfach jegliches Sprachgefühl abgeht. Da leben Menschen mit uns, mitunter seit mehr als einer Generationsspanne, ohne die Regeln der deutschen Sprache zu beherrschen und sprechen noch den Akzent ihrer Elternsprache und in deren Sprachmelodie. Das gilt gleichermaßen für Dialekte deutscher Sprache wie für Fremdsprachen. Und da gibt es Menschen unter uns, die, obwohl sie noch kein Jahr bei uns weilen, besseres Hochdeutsch beherrschen als manche Einheimische. Die Freude an geschliffener Sprache sei allen gegönnt, die sie empfinden können. Jedoch diejenigen, die nicht sprachmächtig sind, als ungebildet, gar als dumm abzustempeln, finde ich unzeitgemäß dünkelhaft und abfällig. Ich befürworte leidenschaftlich, die deutsche Sprache zu pflegen. Und zu hegen, abzugrenzen gegen die allgegenwärtigen unleidlichen englischen und englischähnlichen Einflüsse. Zu meinem Leidwesen muss ich in Kauf nehmen, dabei auf unerwünschte, weil faschistoide Wegbegleiter zu stoßen. Hege und Pflege der deutschen Sprache sind ebensowenig Wesenszüge der Engstirnigkeit und nationaler Überheblichkeit, wie der Gebrauch von Anglizismen auch nur den Geruch von Weltoffenheit an sich trüge.

  • R. Wachter, Hamburg

    Rechtschreibung ist extrem wichtig. Im Geschäftsleben ist heute noch eine Bewerbung mit nur einem Fehler ein Grund, sie nicht weiter zu beachten. Und das ist gut so. Denn wer die deutsche Rechtschreibung nicht begreift, hat gewisse Schwächen auch in anderen Fragen des praktischen Lebens. Die Rechtschreibung wurde unseren Großeltern noch in sieben bis acht Schuljahren gut vermittelt. Sie ist nicht so schwer, wie es heute von manchen Reformpädagogen immer beklagt wird. Und sie ist ein Teil unserer Kultur! Meine beiden normal begabten Kinder haben sie nach Anfangsschwierigkeiten auch problemlos begriffen. Und merke: nicht alle Kinder, die unsere Rechtschreibung nicht begreifen, sind Legastheniker!

  • N. König, Damshagen

    Ich bin der Meinung, dass die Rechtschreibung nicht egal ist. Wer richtig schreiben kann, kann auch richtig sprechen. Leider geht das immer mehr verloren. Ich sehe das bei dem 10-jährigen Sohn meines Partners. Dieser hat in Deutsch und in Sachkunde die gleiche Lehrerin. In Deutsch wird alles kontrolliert, aber in Sachkunde nicht. Und wenn man es mit dem Kind kontrollieren will heißt es: "In Sachkunde ist das egal." Ähm... wie bitte?

  • A. Lehne

    Für mich persönlich ist die Rechtschreibung sehr wichtig. Als Legasthenikerin, die sich durch langes Üben und lange fortwährendes Training die Deutsche Sprache selbst angeeignet hat (ich habe erst mit Anfang 20 richtig schreiben und vor allem fließend lesen gelernt), habe ich heute mit 57 Jahren ein besonderes Verhältnis zur Deutschen Sprache und deren Rechtschreibung. Heute bin ich einmal in der Woche als ehrenamtliche Lesepatin in einer Grundschule tätig, um den jungen Menschen das Lesen näher zu bringen. Darüber hinaus bin ich der Auffassung, dass die korrekte Anwendung unserer Muttersprache positive Auswirkungen auf uns persönlich und auf den Umgang miteinander hat.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 14.05.2018 | 06:55 Uhr

NDR Debatte: Rechtschreibung - wichtig oder egal?

Lernen die Schüler noch Orthografie oder wächst eine Generation heran, die kaum in der Lage ist, fehlerfrei zu schreiben? Ist das überhaupt wichtig? Darum geht es in der NDR Debatte. mehr