"Paula": Innovatives Theaterstück in Worpswede

Stand: 28.07.2021 15:05 Uhr

Nach einem Jahr startet wieder ein Open-Air-Theater in Worpswede. Bis zum 8. August wird das Stück "Paula" täglich im Garten des Barkenhoff aufgeführt.

von Maren Momsen

Im Mittelpunkt der Aufführung steht die weltbekannte Malerin Paula Modersohn-Becker. An vier verschiedenen Orten im Garten des Barkenhoffs werden Szenen aus dem Leben Paula Modersohn-Beckers aufgeführt. Die Vorzeigekünstlerin Paula werde als Thema nie langweilig, sagt Regisseur und Autor Oliver Peuker. Immer wieder fänden sich neue, bisher wenig beachtete Blickwinkel: "Das Stück wird gespeist aus ihren Tagebuch-Einträgen und aus ihren Briefen", erklärt Peuker. "Für uns war das jetzt sehr interessant, dass ihr Denken doch sehr stark von der Philosophie geprägt war - und insbesondere von der Philosophie Friedrich Nietzsches."

Theaterstück an vier verschiedenen Stationen

Allzu kopflastig ist das Theater im Freien jedoch nicht. Im Gegenteil: Dadurch dass die Besucher in vier festen Gruppen im Laufe des Abends von einer kleinen Naturbühne zur nächsten wandern, bewegen sie sich tatsächlich auf den Spuren von Paula Modersohn-Becker. Die vier Szenen aus dem Leben der Malerin werden gleichzeitig aufgeführt. Wegen der Corona-Vorschriften muss jeder Gast in seiner Gruppe bleiben - und trifft dabei zum Beispiel auf Paula Modersohn-Becker und ihre Freundin, die Bildhauerin Clara Westhoff, die gemeinsam Paris, die fremde Künstlerhochburg in der Zeit um 1900, erobern wollen

"In einer Szene spiele ich Paula in dieser Pariser Atmosphäre - als sie in Montparnasse auftauchte und diese Stadt entdeckte", sagt die Schauspielerin Roswitha Kreil. "Vielleicht begleitete sie Gesang aus den Straßencafés in dieses neue Leben in Paris."

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Vier verschiedene Darstellende verkörpern Paula-Modersohn Becker

Vier Mal führen die Schauspielerinnen und Schauspieler am Abend ihre Szene auf - für eine jeweils andere Zuschauergruppe. Die kurzen Szenen dauern jeweils knapp 20 Minuten. Deswegen wird die Rolle der Paula auch gleich von vier verschiedenen Schauspielern gespielt - unter anderem auch von Thomas Lindhout: "Wir haben da in den letzten Produktionen auch keinen Unterschied gemacht zwischen den weiblichen und den männlichen Rollen - und ich denke, das wird auch ein neuer Eindruck einer Paula sein - in einer männlichen Rolle - von daher auch für die Zuschauer ganz interessant."

Eine der anderen Paula-Darstellerinnen in diesem Jahr ist Judith Mann. Sie spielt die nachdenklich naturverbundene Malerin. Bereits vor einigen Jahren schlüpfte sie schon einmal in die Rolle der Paula Modersohn-Becker. "Ich habe 2007, als Paula 100 Jahre tot war, schon einmal Paula gespielt", erinnert sich die Schauspielerin. "Das ist jetzt eine interessante Zeitreise, das 14 Jahre später wieder zu tun." Wohl auch, weil in diesem Jahr das Augenmerk in diesem Jahr auf andere Facetten der Künstlerin liegt

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Ausschnitt aus einem Selbstbildnis von Paula Modersohn-Becker (1897). © picture-alliance / P.Modersohn-Becker Mus. Bremen

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"Paula": Täglich bis zum 8. August

Aber nicht nur die Schauspielerinnen und Schauspieler erleben Paula Modersohn-Becker neu und anders. Auch die Besucher können das in den nächsten Tagen in Worpswede tun. Das Open-Air-Theaterstück "Paula" wird vom 28. Juli bis zum 8. August täglich ab 20.30 Uhr im Garten des Barkenhoffs aufgeführt. Die Aufführung dauert etwa 2,5 Stunden.

"Paula": Innovatives Theaterstück in Worpswede

Ein lebendiges Theaterstück in Worpswede wirft einen neuen Blick auf das Leben und Schaffen von Paula Modersohn-Becker.

Datum:
Ende:
Ort:
Barkenhoff/Heinrich-Vogeler-Museum
Ostendorferstrasse 10
27726 Worpswede
Telefon:
(04796) 95 29 03
E-Mail:
tickets@cosmosfactory.de
Öffnungszeiten:
01.04. - 31.10.2016
von 10:00 bis 18:00 Uhr
Besonderheit:
Aufführung täglich
Hinweis:
Es sind alle Vorstellungen bereits ausgebucht. Unter Umständen gibt es am Veranstaltungstag ab 20.15 Uhr am Einlass noch Tickets.
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 28.07.2021 | 07:40 Uhr

Ausschnitt aus einem Selbstbildnis von Paula Modersohn-Becker (1897). © picture-alliance / P.Modersohn-Becker Mus. Bremen

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