Stand: 18.01.2019 06:35 Uhr

Tierschützer: Freiwilliges Fleisch-Label zu wenig

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Lea Schmitz, Pressesprecherin des Deutschen Tierschutzbunds, fordert mehr Tierschutz im geplanten staatlichen Tierwohl-Label.

Die Agrar- und Ernährungsmesse "Grüne Woche" in Berlin hat am Freitag für Besucher geöffnet. Zu den Schwerpunkten in diesem Jahr gehören Tierwohl und Umweltschutz. Dazu sprach NDR Info am Freitag mit Lea Schmitz, Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes. Sie kritisierte das geplante gesetzliche Tierwohl-Label. Das staatliche Kennzeichen sieht drei Stufen vor und soll ab 2020 für Schweinefleisch starten. Bauern sollen sie freiwillig nutzen können. Kriterien, die dann einzuhalten sind, stehen noch nicht fest. "Von einer Tierwohlkennzeichnung erwartet wir, dass auch Tierwohl drin steckt und dass es nicht dem gesetzlichen Standard entspricht", sagte Schmitz. Denn die unterste Stufe liege nur sehr wenig über den gesetzlichen Vorgaben. Zwar bringe das ein bisschen mehr Transparenz - für Schmitz aber zu wenig.

Handel und Politik in der Pflicht

"Es muss einfach mehr Tierschutz drin sein, sonst ist es eine Mogelpackung und es fehlt aus unserer Sicht auch eine Gesamtstrategie. Denn eine Tierwohlkennzeichnung ist schön und gut, aber wir brauchen einfach gute Standards für alle Tiere, auch die, die nicht gelabelt werden," sagte Schmitz. Es brauche unbedingt eine Novellierung des Tierschutzgesetzes - vor allem in Hinblick auf den Bau der Ställe. Die Tierschützerin sieht den Handel und die Politik in der Pflicht. Schmitz forderte, es müsse eine staatliche Förderung für Landwirte geben, damit diese sich Investitionen in den Tierschutz leisten könnten.

Handel gibt sich vorab ein eigenes Label

Der Handel war ungeduldig und hat sich vor dem staatlichen Siegel schon selbst eine einheitliche Kennzeichnung gegeben. Die Supermarktketten Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Penny und Rewe wollen ab 1. April einheitliche Packungsaufdrucke mit der Aufschrift "Haltungsform" für Rinder- und Schweinefleisch sowie Geflügel in die Läden bringen. Das vierstufige System beginnt mit dem gesetzlichen Standard. Schmitz findet, das sei für den Verbraucher wirklich von Vorteil, weil man erkennen kann, aus welcher Haltungsform die Fleischprodukte stammen. "Aber es ist natürlich nur eine Abbildung des Status Quo. Das heißt aber nicht, dass wir eine Weiterentwicklung im Tierschutz haben und die wollen wir natürlich auch sehen", betonte Schmitz.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 18.01.2019 | 07:20 Uhr