Sendedatum: 25.09.2018 10:01 Uhr

Spahn: Debatte über Dienstpflicht noch am Anfang

Ein Jahr im Pflegeheim, bei der Feuerwehr oder bei der Bundeswehr - verpflichtend für Männer und Frauen ab 18 Jahren: In der Debatte über eine allgemeine Dienstpflicht hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag mehrere Sozialverbände zu einem Meinungsaustausch eingeladen. Bei dem Treffen sollen Vor- und Nachteile eines sozialen Dienstes für das Gesundheitswesen diskutiert werden. Auf NDR Info erklärte Spahn vorab, er wolle die Debatte ergebnisoffen führen.

Ein Porträtbild von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). © dpa-Zentralbild Foto: Britta Pedersen

Spahn: Debatte über Dienstpflicht ergebnisoffen führen

NDR Info - Aktuell -

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erläutert seinen Vorschlag, eine allgemeine Dienstpflicht einzuführen. Er wolle damit nicht Personalprobleme in der Pflege lösen.

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Dienstpflicht könnte gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken

Spahn sagte, er wolle die Argumente der Sozialverbände hören. Die Frage sei, ob ein solches Gesellschaftsjahr den Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken könne. "Kann es nicht gut tun - ob in Gesundheit, Pflege, Jugendhilfe oder bei der Freiwilligen Feuerwehr - wenn junge Menschen verpflichtend einen Dienst tun?", sagte Spahn. Erst danach stellt sich nach Ansicht des CDU-Politikers die Frage, wie ein solches Vorhaben konkret umgesetzt werden könne.

"Als deutscher Staatsbürger hat man auch Pflichten"

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Gesundheitsminister Spahn will über die Dienstpflicht ergebnisoffen diskutieren.

Spahn betonte, jetzt müsse in die Sachfragen eingestiegen werden: "Wo stehen wir? Wie hat sich der Bundesfreiwilligendienst entwickelt? Was hat sich verändert nach dem Wegfall des Zivildienstes, insbesondere auch im Bereich Gesundheit und Pflege?" Als deutscher Staatsbürger habe man nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten, so der CDU-Politiker auf NDR Info. Und man müsse nun darüber reden, wie diese Pflichten ausgestaltet werden könnten.

"Es geht nicht darum, Probleme in der Pflege durch billige Hilfskräfte zu lösen"

Vorwürfe, die Bundesregierung wolle durch eine allgemeine Dienstpflicht den Personalmangel in den Pflegeberufen beheben, wies der Bundesgesundheitsminister zurück. Es gehe nicht darum, Probleme in der Pflege durch billige Hilfskräfte zu lösen, erklärte Spahn. Da seien andere Maßnahmen notwendig, besonders eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den betreffenden Berufen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 25.09.2018 | 10:01 Uhr