Stand: 15.11.2017 07:50 Uhr

Fricke: "Maßvolle Lösung bei Kohlekraftwerken"

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Otto Fricke spricht sich für eine Politik aus, die Klimaschutz und Industrie gleichermaßen berücksichtigt.

Auf dem Weg zu einer möglichen Jamaika-Koalition stehen den Unterhändlern von CDU, CSU, FDP und Grünen noch viele Streitthemen im Weg. Keinen Konsens gibt es seit Tagen in der Klima- und Energiepolitik, insbesondere in der Frage, wie viele Kohlekraftwerke wie lange am Netz bleiben sollen. Die Grünen fordern die Stilllegung von bis zu 20 Kohlekraftwerken - Union und FDP geht das zu weit.

FDP-Politiker Otto Fricke sprach sich auf NDR Info für eine maßvolle Lösung aus. Die Stromversorgung müsse gesichert bleiben und zugleich müssten sowohl die Klimaschutzziele als auch die Interessen der Industrie berücksichtigt werden, so Fricke. "Man muss dafür sorgen, dass die Industrie in diesem Land bleibt, die Basis für unseren Wohlstand ist", betonte er. Es sei wichtig, einen Kompromiss zu finden, durch den "so schnell wie möglich so viel wie möglich Treibhausgase reduziert" werden und der andererseits auch für Sicherheit sorgt, was Arbeitsplätze und Versorgung angeht.

Porträt Otto Fricke

"Die FDP ist nicht pro Kohle"

NDR Info -

Wenn ein Kohlekraftwerk nicht gebraucht wird und man mit seiner Stilllegung viel Kohlendioxid sparen kann, werde das auch gemacht, sagt FDP-Bundesvorstandsmitglied Otto Fricke auf NDR Info.

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Keine Festlegung, wie viele Kraftwerke vom Netz sollen

Zu der Frage, wie viele Kraftwerke vom Netz sollen, machte Fricke keine genauen Abgaben. Auch dies müsse genau geprüft werden, so das FDP-Präsidiumsmitglied. "Aus FDP-Sicht ist es so: Wenn ich erkennen kann, dass ich ein Kraftwerk nicht mehr brauche und ich kann mit der Stilllegung möglichst viel CO2 sparen, dann wird das auch gemacht werden."

Fricke kritisiert Taktik der CDU in den Sondierungen

Fricke zeigte sich zuversichtlich, dass in den Sondierungsgesprächen bis Freitag ein Durchbruch gelingen kann. "Ich glaube, wir werden etwas hinkriegen", sagte er. Aber es gebe ein Problem: "Der größte Koalitionspartner in spe, die CDU" habe bisher nur wenige Komromissvorschläge gemacht. Es sei ein "typischer Verhandlungstrick", bis zum Schluss zu warten und dann noch schnell einen Kompromiss anzubieten. Darauf werde sich die FDP nicht einlassen, sagte Fricke.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 15.11.2017 | 06:50 Uhr