Unsere Geschichte

Der Norden auf Super 8: Freizeit und Urlaub

Mittwoch, 01. April 2020, 21:15 bis 22:00 Uhr

Das außergewöhnliche Geschichtsformat erzählt aus der Perspektive von Amateurfilmern, was in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg den Norden prägte. 162 Filmrollen von 14 Amateurfilmern sind die Basis für eine emotionale und filmische Reise zu den norddeutschen Wurzeln. Mit viel Humor erzählt, entsteht eine einzigartige filmische Reise in die jüngste Vergangenheit.

Dorfplatz und Kuh-Tümpel als Kinderzimmer

Bild vergrößern
Gebadet wurde im Dorfteich - und oftmals waren in diesem auch ein paar Kühe zu Gast.

Eine Kindheit geprägt von Verzicht und Enge, aber auch unbändiger Lebensfreude wird so wieder lebendig. Eine Zeit, in der das Kinderzimmer der Dorfplatz war und ganz selbstverständlich neben Kühen im Teich gebadet wurde. Als die Hosen kurz waren und die Mutter noch die Haare schnitt.

Das Super-8-Filmmaterial zeigt große Heimatverbundenheit. Dörfer, deren Bewohner sowie Feste sind fester Bestandteil vieler Aufnahmen und geben einmalige und berührende Einblicke ins Alltagsleben der Menschen in Norddeutschland.

Erste Bekanntschaft mit dem Wasserhahn

Zeitzeugen aus Ostfriesland erinnern sich an die Armut in den 1950er-Jahren und wie sie bei der Tante in der Stadt stundenlang eine Wand anstarrten. Aus dieser Wand kam Wasser heraus. In Ostfriesland, dem damaligen Armenhaus des Nordens, musste das Wasser noch aus dem Brunnen geholt werden.

Dafür kamen wenigstens Fleisch und Gemüse auf den Tisch. Der Schweinestall war oft Teil des Hauses und Gemüse wuchs in jedem Garten. Ob Schwein, Schaf oder Kaninchen - Tiere sorgten für Wärme und Kleidung.

Hinaus in die Welt - mit dem Auto und per Boot

Hobby-Filmer drehten in den 1970er- und 1980er-Jahren alles, was ihnen vor die Linse kam. Selbst bei der Arbeit war die Kamera oft dabei. So dokumentierten sie auch den Wandel in der Arbeitswelt, die veränderte Rolle der Frau und die ersten Aufbrüche in die Ferne - mit dem VW-Käfer.

Hintergrund

Camping: Nach dem Krieg mit dem Zelt in die Freiheit

In den 1950er- und 60er-Jahren können sich nur wenige Menschen den Urlaub im Ausland leisten. Daher wird Camping in Ost und West zur erschwinglichen und heiß geliebten Alternative. mehr

In Mecklenburg-Vorpommern war glücklich, wer aufs Wasser durfte. Ob mit selbstgebautem Segelboot, Surfbrett oder Faltboot - der Horizont war weit und lud zum Träumen ein. Konflikte mit der Volkspolizei gehörten dazu und wurden auf norddeutsche Art gelöst.

Die erste Folge der dreiteiligen Reihe "Der Norden auf Super 8" widmet sich den Erinnerungen an Freizeit und Urlaub in dieser Zeit.

Weitere Informationen

Als Reisen noch ein Abenteuer war

Schon im Mittelalter konnte niemand einfach "urloup" nehmen und schon gar nicht zum Vergnügen. Eine Zeitreise von den Pilgerfahrten über die Grand Tour zum Fremdenverkehr. mehr

Als die Deutschen das Reisen entdeckten

Sonne, Strand, Spaghetti und Dolce Vita - in den 50er-Jahren war Italien das Traumziel der Deutschen. Weil das Geld fehlte, übernachteten sie meist auf Campingplätzen. mehr

Nackt und frei? FKK-Kultur in der DDR

In der DDR gehörte FKK zum Sommerurlaub dazu. Von Ahrenshoop bis Zinnowitz war Nacktbaden für viele ein Stück Freiheit. Dagegen konnte auch die Staatsführung nichts ausrichten. mehr

Weitere Folgen der Reihe

Der Norden auf Super 8: Familie und Wohnen

08.04.2020 21:00 Uhr

Was hat in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg den Norden geprägt? Amateurfilmer haben ihr Familienleben dokumentiert. mehr

Der Norden auf Super 8: Arbeit und Konsum

15.04.2020 21:00 Uhr

Was hat in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg den Norden geprägt? Amateurfilmer haben auch ihr Arbeitsleben dokumentiert. mehr

Autor/in
Nina Rothermundt
Mitarbeit
Vera Weber
Kamera
Daniel Laudowicz
Schnitt
Annina Wolf
Grafik
Sascha Werner
Sprecher/in
Stephan Schad
Redaktion
Christoph Mestmacher
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg