Unsere Geschichte

Der Norden auf Super 8: Arbeit und Konsum

Samstag, 24. Oktober 2020, 12:00 bis 12:45 Uhr

Das außergewöhnliche Geschichtsformat erzählt aus der Perspektive von Amateurfilmern, was in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg den Norden prägte. 162 Filmrollen von 14 Amateurfilmern sind die Basis für eine emotionale und filmische Reise zu den norddeutschen Wurzeln. Mit viel Humor erzählt, entsteht eine einzigartige filmische Reise in die jüngste Vergangenheit.

Dorfplatz und Kuh-Tümpel als Kinderzimmer

Bad im Dorfteich. © NDR/creatv Sachsen/Klaus Wollscheid
Gebadet wurde im Dorfteich - und oftmals waren in diesem auch ein paar Kühe zu Gast.

Eine Kindheit geprägt von Verzicht, Enge, aber auch unbändiger Lebensfreude wird so wieder lebendig. Eine Zeit, in der das Kinderzimmer der Dorfplatz war und ganz selbstverständlich neben Kühen im Teich gebadet wurde. Als die Hosen kurz waren und die Mutter noch die Haare schnitt.

Das Super-8-Filmmaterial zeigt große Heimatverbundenheit. Dörfer, deren Bewohner und Feste sind fester Bestandteil vieler Aufnahmen, und geben einmalige und berührende Einblicke ins Alltagsleben der Menschen in Norddeutschland.

Von Wasserhähnen und Hausschlachtungen

Hausschlachten in Ostfriesland 1958 © NDR/creatv Sachsen/Klaus Wollscheid
Geschlachtet wurde auch zu Hause. Das wurde oftmals zum Familienereignis - wie hier in Ostfriesland 1958.

Zeitzeugen aus Ostfriesland erinnern sich an die Armut in den 1950er-Jahren und wie sie bei der Tante in der Stadt stundenlang eine Wand anstarrten. Aus dieser Wand kam Wasser heraus. In Ostfriesland, dem damaligen Armenhaus des Nordens, musste das Wasser noch aus dem Brunnen geholt werden.

Dafür kamen wenigstens Fleisch und Gemüse auf den Tisch. Der Schweinestall war oft Teil des Hauses und Gemüse wuchs in jedem Garten. Ob Schwein, Schaf oder Kaninchen - Tiere sorgten für Wärme und Kleidung.

Hobby-Filmer drehten in den 1970er- und 1980er-Jahren alles, was ihnen vor die Linse kam. Selbst bei der Arbeit war die Kamera oft dabei. So dokumentierten sie auch den Wandel in der Arbeitswelt, die veränderte Rolle der Frau und die ersten Aufbrüche in die Ferne - mit dem VW-Käfer.

In Mecklenburg-Vorpommern war glücklich, wer aufs Wasser durfte. Ob mit selbstgebautem Segelboot, Surfbrett oder Faltboot - der Horizont war weit und lud zum Träumen ein. Konflikte mit der Volkspolizei gehörten dazu und wurden auf norddeutsche Art gelöst.

Die dritte Folge der dreiteiligen Reihe Der Norden auf Super 8 widmet sich den Erinnerungen an Arbeitsleben und Konsum in dieser Zeit.

Weitere Informationen
Usedom der 70er-Jahre: Ute Sophler auf ihrem DDR-Motorrad © NDR/creatv Sachsen/Klaus Wollscheid

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Angelika Hesse als Kind auf der Insel Amrum. © NDR/creatv Sachsen/Klaus Wollscheid

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Autor/in
Nina Rothermundt
Mitarbeit
Vera Weber
Kamera
Daniel Laudowicz
Schnitt
Annina Wolf
Grafik
Sascha Werner
Sprecher/in
Stephan Schad
Redaktion
Christoph Mestmacher
Produktionsleiter/in
Tim Carlberg