Stand: 23.09.2016 11:55 Uhr

Thema der Woche: "Grundwasser"

Für uns in Niedersachsen ist es eine Selbstverständlichkeit, täglich so viel Wasser zu bekommen, wie wir möchten. Darüber vergisst man leicht, welche Bedeutung es für unser Leben hat. Deshalb dreht sich unser "Thema der Woche" diesmal um das Grundwasser in Niedersachsen. Dabei beschäftigen wir uns unter anderem mit der hohen Nitratbelastung des Grundwassers durch Düngerückstände der Landwirtschaft. Außerdem geht es um Gülle-Importe aus den Niederlanden und um den Streit mit Hamburg über Trinkwasser aus der Nordheide. Wir fragen, ob der Oldenburgisch Ostfriesische Wasserverband (OOWV) zu viel Wasser abpumpt und zeigen, wie Wasser vom Harz in den Hahn kommt.

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Der Grundwasser-Streit in Holdorf

Ein großer Teil des Trinkwassers wird aus Grundwasser gewonnen. Doch nicht überall sind die Anwohner einverstanden, wenn dieses Grundwasser aus ihrem Boden gepumpt wird. In Holdorf im Landkreis Vechta regt sich aus genau diesem Grund Protest. Seit Jahren schwelt hier der Konflikt mit dem Wasserversorger, dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV). Der betreibt im Ort ein Wasserwerk und pumpt jährlich bis zu 4,75 Milliarden Liter Grundwasser ab. In Zukunft will der Verband die Menge noch auf 5,5 Milliarden Liter erhöhen. Wenn sich das Klima weiter entwickelt wie bisher, würden aber jährlich nur 3,29 Milliarden Liter Wasser durch Regen wieder ersetzt. Die Bauern in Holdorf klagen schon jetzt über trockene Felder durch Wassermangel. Sie haben Angst, dass hier in Zukunft noch mehr Pflanzen den Grundwasseranschluss verlieren.

Streit mit Hamburg über Trinkwasser aus der Nordheide

Gräbt Hamburg der Nordheide das Wasser ab? Eine Frage, die immer wieder heiß diskutiert wird und deren Streit sich mittlerweile schon über zehn Jahre hinzieht. Denn um die Trinkwasserversorgung in der Hansestadt zu sichern, brauchen die Hamburger das Wasser aus Niedersachsen. Doch wie viel das sein darf, liegt im Ermessen des Landkreises Harburg. In der kommenden Woche soll dazu eine Entscheidung fallen. Vermutlich läuft die Regelung auf eine geringere Fördermenge an Grundwasser als bisher hinaus - statt bisher 18,4 Millionen Kubikmeter Wasser soll Hamburg nur noch 12,1 Millionen Kubikmeter jährlich bekommen. Wirklich zufrieden scheint mit dieser Lösung aber niemand zu sein.

Der Streit ums Grundwasser in Wulsdorf

Seitdem das Wasserwerk im Bremerhavener Stadtteil Wulsdorf alle Brunnen nach und nach stillgelegt hat und kein Grundwasser mehr pumpt, klagen die Anwohner über einen erheblichen Anstieg des Grundwassers. Viele sehen sich sogar in ihrer Existenz bedroht. Wir treffen Anwohner Volker Recht, der an seinem Haus schon fast einen kleinen Bach in die städtische Abwasserleitung pumpt. Lebensmittel will seine Frau Elke im Keller nicht mehr lagern, seitdem hier das Grundwasser eingesickert ist. Denn die Holzschränke ziehen Wasser und es bildet sich immer wieder Schimmel. Mittlerweile klagen mehrere Hundert Hausbesitzer im Bremerhavener Süden über Schäden durch einsickerndes Wasser. Eine Entschädigung lehnen die meisten Hausbesitzer ab. Sie fordern vielmehr, die Pumpen wieder anzuwerfen und sehen vor allem die Stadt in der Pflicht.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 22.09.2016 | 19:30 Uhr