Stand: 22.07.2019 13:55 Uhr

Trotz schwerer Aufgabe: Zverev sucht nach dem Flow

Alexander Zverev verströmt in seiner Heimat reichlich positive Energie. Die deutsche Nummer eins flachst beim lockeren Training mit Kumpel Dominic Thiem, bringt das Publikum beim Spaßdoppel in Wallung. Der Weltranglisten-Fünfte betont immer wieder, wie zufrieden er in diesen Tagen in Hamburg ist. "Ich freue mich unheimlich, wieder einmal zu Hause am Rothenbaum zu spielen", unterstreicht er. Die Krise scheint plötzlich weit weg.

Schwieriges Los zum Auftakt

Zverev setzt alles daran, die European Open zu seiner persönlichen Wohlfühlwoche zu machen. Doch der angedeutete Stimmungsumschwung ist fragil, denn schon sein Erstrundenmatch gegen Nicolas Jarry am Dienstag hat es in sich. Der Chilene kommt nach seinem Turniersieg im schwedischen Bastad mit breiter Brust nach Hamburg, 2018 schaltete er hier den aktuellen Weltranglisten-Vierten Thiem aus und schaffte es bis ins Halbfinale. Zverev und Jarry trafen in dieser Saison schon zweimal aufeinander - mit geteiltem Erfolg. "Das wird kein leichtes Match", weiß Zverev, dessen Selbstvertrauen nach dem Erstrundenaus in Wimbledon vor dem Heimattrip schwer angeknackst war.

Neustart in der Heimat

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Der 22-Jährige befand sich mitten in einer Form- und Sinnkrise. Mit dem Abstand eines Urlaubs in Saint-Tropez machte sich der Hamburger aber entschlossen daran, die Kurve zu kriegen - und scheute dabei vor Konflikten nicht zurück. Er suchte den deutlichen Austausch mit seinem Trainer Ivan Lendl, den er auch beim Pressetermin in Hamburg öffentlich kritisierte. Lendl beschäftige sich zu viel mit seinem Hund und dem Golfspielen, sagte Zverev: "Wir haben darüber gesprochen, und ich habe ihm gesagt, dass er seinen Fokus mehr auf Tennis konzentrieren soll."

Auch den leidigen Streit mit seinem Ex-Manager Patricio Apey will der Gewinner der ATP-Finals 2018 endlich aus dem Kopf kriegen. Der Blick soll nach vorne gehen. Er sei in der kraftraubenden Angelegenheit "viel weiter", sagte Zverev, der in der Hansestadt mal wieder in seinem Kinderbett schlief und alte Weggefährten trifft. Hamburg soll eine Art Neustart sein: Der Weltklassespieler kehrt dort zu seinen Wurzeln zurück, um seine schwierigen Situation hinter sich zu lassen.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 23.07.2019 | 19:30 Uhr