Stand: 18.10.2013 16:30 Uhr  | Archiv

Rolf-Göran Bengtsson: Spätstarter aus Schweden

von Bernd Schlüter, NDR Online
Kurz-Bio Rolf-Göran Bengtsson
RubrikDaten
Geburtsdatum:2. Juni 1962
Geburtsort:Lund/Malmö
Nationalität:schwedisch
Disziplin:Springreiten
Ausbildung:Mechaniker für Landmaschinen
Hobby:Skilaufen
Größte Erfolge:Olympische Spiele: Einzel-Silber 2008, Einzel-Vierter 2004, Mannschafts-Silber 2004; Europameisterschaften: Einzel-Gold 2011, Einzel-Bronze 2003, Mannschafts-Silber 2003, Mannschafts-Bronze 2013; Weltcup: Siege in Oslo (1999), Paris (2002), Mechelen (2003), Helsinki (2004), Monterrey (2006), Oslo (2009), 's-Hertogenbosch (2010), Lyon (2011); Nationenpreise: Siege in Rotterdam (2010), Falsterbo (2010) und Barcelona (2011).
Autogrammadresse:Stall Bengtsson & Kristoffersen, Friedrichsholz 7, 25524 Oelixdorf
Homepage:www.stall-bengtsson-kristoffersen.com
Rolf-Göran Bengtsson auf Ninja © picture-alliance
Rolf-Göran Bengtsson auf Ninja.

Die Begeisterung für den Reitsport und das nötige Talent wurden dem Schweden Rolf-Göran Bengtsson in die Wiege gelegt. Dennoch entschied sich der Sohn eines Pferdezüchters erst spät für die Karriere im Sattel. Nach Schule und Ausbildung arbeitete er sechs Jahre lang als Mechaniker für Landmaschinen, ehe er noch einmal den Beruf wechselte und den Hof seines Vaters in Lund bei Malmö übernahm, um Springreit-Profi zu werden. Die richtige Wahl: Bereits Mitte der 90er Jahre stellten sich internationale Erfolge ein. 1996 gewann Bengtsson mit Paradiso in Göteborg seine erste schwere CSI-Prüfung und durfte an den Olympischen Spielen in Atlanta teilnehmen. Zwölf Jahre später holte er mit Ninja Einzel-Silber bei den Reiterspielen in Hongkong, um 2011 schließlich erstmals ganz oben auf dem Treppchen einer großen Meisterschaft zu landen: Gold bei der EM in Madrid. Ein Jahr später eroberte er als erster Schwede die Spitze der Weltrangliste, zudem durfte er bei den Olympischen Spielen in London die Fahne seines Landes tragen.

Weitere Medaillen bei Europameisterschaft und Olympia

Seit 15 Jahren gehört der heute 49-Jährige durchgehend zu den besten Reitern im weltweiten Turnier-Zirkus, inzwischen hat er mehr als 30 bedeutende Große Preise Weltcup-Prüfungen gewonnen. Außerdem holte er mit der schwedischen Mannschaft Silber bei der EM 2003 und den Olympischen Spielen 2004 sowie Bronze bei der EM 2013. Im Einzel eroberte er 2003 zudem die Europameisterschafts-Bronzemedaille. Seinen ersten nationalen Titel gewann Bengtsson übrigens in einer anderen Disziplin: 1977 wurde er Vielseitigkeits-Meister im Dreikronenland. Eine Grundlage für spätere Leistungen: "Das war gut, um das Gefühl für Geschwindigkeit und Balance zu bekommen. Die Galopparbeit und das Konditionstraining haben mir auch später beim Springen immer geholfen", so der Schwede.

Lebensmittelpunkt in Schleswig-Holstein

Trotz der vielen Erfolge für sein Heimatland ist Rolf-Göran Bengtsson aber auch ein Schleswig-Holsteiner. Zusammen mit dem dänischen Springreiter Bo Kristoffersen hat der frühere Weltranglisten-Zweite seit 2002 einen Stalltrakt in Breitenburg gepachtet, die beiden Skandinavier betreiben dort einen Reit- und Ausbildungsstall. Inzwischen hat Bengtsson in seiner Wahlheimat sogar richtige Wurzeln geschlagen: Er lebt in Fußnähe zum Stall, startet bei Turnieren für den RV Breitenburg und pflegt mit anderen Springreitern Norddeutschlands gute Kontakte. Fast schon patriotisch war sein Zusammenschluss mit Sören von Rönne (Neuendeich), Carsten-Otto Nagel (Wedel) und Andreas Ripke (Steinfeld) im Jahr 2003, als das Quartett bei der Riders Tour als "Team Holstein" an den Start ging und in der Gesamtwertung auf Rang fünf landete.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 07.05.2016 | 15:25 Uhr

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