Stand: 04.04.2018 14:40 Uhr  | Archiv

Marathon - Wo alles begann

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Seit 1896 gehört der Marathon zum olympischen Programm.

Der Ursprung aller Läufe liegt in Marathonas, einer kleinen Stadt nordöstlich von Athen. Hier standen sich 490 v. Chr. die Griechen und ein zahlenmäßig deutlich überlegenes Heer der Perser gegenüber. Die Athener wollten für das bevorstehende Gemetzel die Spartaner bei sich haben. Ein Bote musste her: Ein Mann Namens Pheidippides wurde auf die knapp 250 Kilometer lange Stecke von Marathon nach Sparta geschickt. Zwei Tage benötigte der "Ultra-Marathon-Mann" für die Distanz - eine Mission ohne Erfolg, da die Spartaner noch nicht bereit waren für die Schlacht. Sie wollten erst die Zeichen der Götter abwarten. Also lief der Bote zurück nach Marathon. Als die Athener die Perser besiegt hatten, schickten sie ihren bewährten Boten ins rund 40 Kilometer entfernte Athen, um die Kunde vom glorreichen Sieg verkünden zu lassen. Danach brach der tapfere Läufer tot zusammen. Dieser Lauf gilt heute als der Ur-Marathon.

Neuzeit-Premiere 1896 in Athen

Zum ersten Marathonlauf der Neuzeit kam es 1896. Michel Breal, ein Bewunderer der antiken Kulturen, schlug dem IOC-Gründer Baron Pierre de Coubertin vor, den sagenhaften Lauf des Pheidippides anlässlich der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit auf der historischen Strecke von Marathon nach Athen zu wiederholen. Coubertin und das olympische Organisationskomitee waren begeistert. Auf diese Weise konnte die junge griechische Nation an ihre glorreiche Vergangenheit anknüpfen. Und als dann auch noch der griechische Schafhirte Spiridon Louis nach 2:58:50 Stunden als erster der 18 mutigen Teilnehmer das Ziel im Panathenischen Stadion in Athen erreichte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Der erste Marathonstar war geboren.

Marathonläufer in Aktion © picture-alliance/ dpa Foto: Marcus Brandt

42,195 Kilometer auf Wunsch der Royals

42,195 Kilometer sind beim Marathon zu bewältigen - eine ziemlich krumme Zahl. Doch wie kam sie zustande?

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42,195 Kilometer - der Royals wegen

Die Distanz von Marathon nach Athen betrug damals allerdings nur rund 40 Kilometer. Zur heutigen Marathondistanz kam es eher zufällig. Ursprünglich war auch der Olympiamarathon 1908 in London über die damals herkömmlichen 25 Meilen beziehungsweise 40,2 Kilometer ausgeschrieben. Doch auf Wunsch des Königshauses sollte der Start an der Ostterrasse von Windsor Castle platziert werden. Und auch den Zieleinlauf wollten die Royals im neu erbauten Londoner Olympiastadion im Stadtteil Shepherd's Bush direkt vor Augen haben. Erst bei Festlegung der Streckenführung stellte sich heraus, dass die 25 Meilen schon weit vor der Arena erreicht waren. Also musste eine Meile draufgerechnet werden. Um die Läufer nicht noch weiter zu strapazieren, wurde auf die geplante zusätzliche Runde im Stadion verzichtet, aber die weiteren 385 Yards vom Marathontor bis zur königlichen Loge sollten es noch sein. So kam es zu der ungewöhnlichen Formel "25 Meilen plus eine Meile plus 385 Yards", was umgerechnet 42,195 Kilometer ergibt. 1921 legte der internationale Leichtathletikverband diese Distanz als offizielle Marathonstrecke fest, wie sie nun weltweit gelaufen wird.

Boston und New York - die Klassiker

Als erster City-Marathon ging bereits am 19. April 1897, also fast exakt ein Jahr nach dem ersten olympischen Marathon von Athen, der Boston-Marathon mit 15 Teilnehmern in die Geschichte ein. Das traditionsreiche Rennen muss somit als der Vorläufer jener City-Marathons gelten, die heute weltweit veranstaltet werden. Mit dem Aufkommen der Jogging-Bewegung in den USA in den 60er- und 70er-Jahren entwickelte sich der Lauf über die mystische Distanz zum Breitensportspektakel. Der New-York-City-Marathon, erstmals 1970 veranstaltet, war Vorreiter für diese Entwicklung zur Massenveranstaltung, bei der jedes Jahr mehr als 35.000 Läufer vor über einer Million Zuschauern die fünf Stadtteile Staten Island, Brooklyn, Queens, Bronx und Manhattan durchqueren und schließlich in den Central Park einlaufen.

Berlin Deutschlands Marathon-Wiege

Mit ein wenig Verspätung schwappte die Joggingwelle auch nach Europa und die City-Marathon-Veranstaltungen für Jedermann nahmen von Jahr zu Jahr zu. In Deutschland feierte der Berlin-Marathon 1974 seine Premiere. Der Hamburg-Marathon wurde erstmals 1986 ausgetragen.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 08.04.2018 | 09:30 Uhr

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