Boris Herrmann an Deck der Malizia © Antoine Auriol

Start der Route du Rhum mit Boris Herrmann jetzt live

Stand: 09.11.2022 14:17 Uhr

Mit dreitägiger Verspätung sind 138 Skipper in die zwölfte Auflage der Route du Rhum gestartet - mehr als je zuvor. NDR.de überträgt noch bis 16 Uhr im Livestream (in englischer Sprache). Für den Hamburger Boris Herrmann ist der Transatlantik-Klassiker der erste Solo-Härtetest mit seinem neuen Schiff.

Der ursprünglich für vergangenen Sonntag geplante Start in der französischen Hafenstadt Saint-Malo hatte aufgrund einer schweren Sturmwarnung verschoben werden müssen. Nun haben sich die Segler heute um 14.15 Uhr auf die 3.542 Seemeilen (6.562 Kilometer) lange Reise nach Guadeloupe gemacht.

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Die Malizia auf hoher See © IMAGO/Pierre Bouras

Route du Rhum: Boris Herrmann ins Transatlantik-Abenteuer gestartet

Bei strahlendem Sonnenschein vor Saint-Malo machten sich neben dem Hamburger noch 137 weitere Solo-Segler auf den langen Weg nach Guadeloupe. mehr

Co-Skipper prognostiziert "chaotischen Start"

Er sei bereit und voller Vorfreude, hatte Boris Herrmann am Vortag mitgeteilt. Seine "Malizia" und die weiteren 37 Imocas hatten am Dienstagnachmittag die Docks in Saint-Malo verlassen und eine Nacht in der Bucht in der Nähe von Dinard verbracht, bevor sie zur Startlinie aufbrachen. Die Wetterbedingungen seien "deutlich günstiger, als wenn der Start am Sonntag stattgefunden hätte", erklärte Team-Malizia-Co-Skipper und Wetterspezialist Will Harris, der allerdings einen "chaotischen Start" prognostizierte: "Es wird voll sein."

Alle Boote starten gleichzeitig

Wenn ihm etwas in der Nacht vor dem Start den Schlaf rauben sollte, dann die Startlinie, die für die Imocas nur eine Meile misst, sagte Herrmann am Tag vor Beginn der legendären und fordernden Regatta. Ohnehin starten die Boote in allen sechs Klassen gleichzeitig. "Ich werde versuchen, da irgendwie durchzukommen und ich hoffe, wir werden keine Kollisionen erleben." Am Montagmorgen sollten Herrmann und Co. dann das offene Meer erreichen.

Bedingungen deutlich härter als zunächst erwartet

Zwar hätten die Boote am Sonntag bei 20 bis 25 Knoten Wind wie geplant auslaufen können, doch der Wetterbericht zeige, dass in den darauffolgenden 36 Stunden die Bedingungen mit Böen von mehr als 50 Knoten und heftigem Seegang im bretonischen Startrevier deutlich härter würden als zunächst erwartet, teilten die Organisatoren am vergangenen Sonntag mit.

Boris Herrmann: "Eine gute Entscheidung"

Für die Schiffe wäre das Risiko unter diesen Umständen zu hoch gewesen, die hohe See unbeschadet zu erreichen. In den vorangegangenen 24 Stunden hätten viele Solosegler ihre Besorgnis geäußert, so die Veranstalter, die betonten: "Die Entscheidung bezieht alle Faktoren mit ein, vor allem aber die Sicherheit der 138 Segler."

Es habe großen Konsens und spontanen Applaus bei der Verkündung gegeben, berichtete Herrmann, der sagte: "Das ist eine gute Entscheidung." Eine Verlegung des Starts hatte es in der über 40-jährigen Geschichte des Einhand-Klassikers noch nicht gegeben.

Erster Solo-Härtetest mit neuem Schiff

Für den gebürtigen Oldenburger wird die Route du Rhum der erste Solo-Härtetest mit der neuen "Malizia - Seaexplorer". Erst Mitte Juli war das bewusst robust gebaute Hightech-Boot vom Stapel gelaufen. Kaum vier Monate später folgt nun schon eine echte Bewährungsprobe. Der 41-Jährige will den weiten Weg in die Karibik in weniger als 14 Tagen hinter sich bringen. Kommt er ins Ziel, hat er die Qualifikation für seine zweite Vendée-Globe-Teilnahme 2024/2025 schon sicher - dann mit ausgereiftem Boot. Bei seiner Premiere hatte nur die Kollision mit einem Fisch-Trawler kurz vor dem Ziel eine noch bessere Platzierung als Rang fünf verhindert.

"Weiterentwicklung des Bootes und ankommen" das Ziel

Beim Sprung über den großen Teich nach Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe geht es indes noch nicht um eine Top-Platzierung, sondern um "die Weiterentwicklung des Bootes und das Ankommen", so Herrmann, der bei seiner Route-du-Rhum-Premiere vor vier Jahren mit der Vorgängerin Fünfter geworden war. "Bei der letzten Route du Rhum hatte ich bereits zwei ganze Saisons gesegelt, darunter zwei Transatlantiks, und war bei der Lernkurve mit dem Schiff bei 90 Prozent. Jetzt bin ich bei 40 Prozent und ganz am Anfang", erläuterte er: "Es ist ein langer Weg, bis so eine Maschine im Racemodus sein kann."

Beim Ocean Race wieder rund um den Erdball

Bereits am 15. Januar 2023 steht die nächste Herausforderung an: Dann wird Herrmann erstmals beim Ocean Race mitsegeln. Das wichtigste Mannschaftsrennen um die Welt mit Stippvisite in der Kieler Förde führt in sieben Etappen um die Erde. "Beim Ocean Race sollten wir dann auch in der Position sein, das Rennen wettkampforientiert anzugehen. Darauf freuen wir uns alle", blickte der Hamburger voraus.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 06.11.2022 | 22:50 Uhr

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