Stand: 04.08.2011 13:00 Uhr  | Archiv

Knut Blin: Kampf auf verlorenem Posten

Jürgen Blin (r.) und Sohn Knut © privat
Jürgen Blin (r.) und Sohn Knut.

Knut Blin ist gerade drei Jahre alt geworden, als sein Vater Jürgen 1971 den größten Kampf seines Lebens gegen Muhammad Ali bestreitet. Knut entschließt sich ebenfalls für eine Box-Karriere. Der Junior sieht seinem Vater verblüffend ähnlich, wird deutscher Junioren-Meister bei den Amateuren und unterschreibt einen Profi-Vertrag beim Hamburger Boxstall Universum. Seinen ersten Profi-Kampf absolviert Knut am 2. Mai 1987 in Hamburg, gewinnt ihn gegen den Mladen Grubesic. "Etwas mehr 1.000 Mark" habe Universum gezahlt, erinnerte sich Promoter Klaus-Peter Kohl später im "Hamburger Abendblatt". Im November 1990 holt sich Blin gegen Mario Guedes die Internationale Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht. Jürgen Blin billigt seinem Sohn das Talent zu, das ihm gefehlt hat: "Der Knut wäre ein richtig Guter geworden." Auch Kohl schwärmt von Knut Blins Begabung: "Ein Riesenboxer."

Jürgen Blin: "Wir konnten ihm nicht helfen"

Doch Blin junior ist psychisch krank. "Manische Depression. Wir konnten ihm nicht helfen", so Jürgen Blin. Sein Sohn hängt die Box-Handschuhe an den Nagel. 1994 bereitet sich Knut Blin auf ein Comeback vor, sagt den Kampf aber kurzfristig ab. Seine Krankheit ist nicht zu heilen. Am 26. Mai 2004 stürzt sich Knut Blin aus dem zwölften Stock einer psychiatrischen Klinik am Bodensee und ist sofort tot.

VIDEO: Blin: "Knut hätte ein Großer werden können" (5 Min)

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 07.08.2011 | 23:30 Uhr