Stand: 01.05.2018 12:10 Uhr

"Recken" mit Wut im Bauch zum Final Four

Schlechter hätte die Generalprobe für die Bundesliga-Handballer der TSV Burgdorf für ihre erstmalige Teilnahme am Final Four am kommenden Wochenende in Hamburg nicht laufen können. Gleich mit 22:31 kamen die "Recken" am Sonntagnachmittag im Verfolger-Duell beim SC Magdeburg unter die Räder und zeigten dabei insbesondere in Durchgang eins eine inakzeptable Leistung. "Wir haben ausgesehen wie A-Jugend-Spieler und ohne Kampf gespielt - das ist das Schlechteste", resümierte Linksaußen Casper Mortensen anschließend im Interview mit dem NDR Hörfunk. In Anbetracht des desaströsen Auftritts gab sich der Däne mit Blick auf das Pokal-Halbfinale am Sonnabend (18 Uhr) gegen die HSG Wetzlar keinen Illusionen hin: "Wir müssen viel besser spielen als heute, sonst verlieren wir da auch mit zehn Toren."

Bei Finaleinzug winkt EHF-Pokal-Teilnahme

Für die Niedersachsen gilt es in den kommenden Tagen also, die herbe Magdeburg-Niederlage aus den Kleidern zu schütteln. Schließlich steht für sie der absolute Saison-Höhepunkt auf dem Programm. "Wir wollen natürlich ins Finale kommen, sonst macht es keinen Sinn, dass wir Kiel und Göppingen rausgeworfen haben", sagte Mortensen. Allerdings fielen die Siege gegen Pokal-Titelverteidiger THW und den Ligarivalen Frisch Auf in den vorausgegangenen Runden noch in eine Zeit, als es für die TSV wie am Schnürchen lief und von der Champions-League-Teilnahme geträumt werden durfte. Inzwischen sind die "Recken" aus den internationalen Plätzen herausgefallen.

"Der Europacup ist kein Thema für uns - er war auch nie eins", erklärte Mortensen. Ein Umstand, der sich allerdings rasch ändern könnte. Bereits ein Finaleinzug in Hamburg könnte gleichbedeutend mit der Qualifikation für den EHF-Pokal sein. Vorausgesetzt, der desgnierte Meister und damit Champions-League-Teilnehmer Rhein-Neckar Löwen gewinnt zuvor sein Vorschlussrunden-Duell mit Magdeburg.

TSV favorisiert, aber gewarnt

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Die TSV um Morten Olsen (M.) trifft zum dritten Mal in dieser Serie auf Wetzlar.

Gedankenspiele, mit denen sich TSV-Geschäftsführer Benjamin Chatton am Montag auf der Pressekonferenz zum Final Four (offiziell) noch nicht beschäftigen wollte. Beim "Recken"-Macher überwog die Vorfreude auf die Turnier-Premiere seines Clubs: "Wir waren schon oft dabei, aber bislang nur auf der Tribüne. Ich freue mich über den Perspektivwechsel." Chattons Wetzlarer Amtskollege Björn Seipp stieß in dasselbe Horn: "Wir sind stolz, dabei sein zu dürfen." Dann schickte er noch eine kleine Kampfansage hinterher: "Aber wir wollen nicht nur dabei sein."

Von der Papierform her ist der Tabellensechste aus Hannover gegen den Zehnten des Klassements favorisiert. Wie schwer die Hessen jedoch zu bespielen sind, erlebten die Niedersachsen in den beiden Erstliga-Vergleichen (30:27 und 26:29) in dieser Serie. Es ist also ein Duell auf Augenhöhe zu erwarten. Vorausgesetzt, die "Recken" treten nicht ähnlich desaströs wie in Magdeburg auf...

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 06.05.2018 | 23:05 Uhr

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