Stand: 14.01.2018 13:57 Uhr

Wegen Duvnjak: THW sauer auf Kroatiens Verband

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Nach der Partie gegen Serbien humpelte Domagoj Duvnjak (M.) verletzt vom Feld.

Sie hatten genau das befürchtet, und dass sie nun Recht behalten haben, dürfte die Verantwortlichen des THW Kiel wohl kaum trösten. Nach der schweren Verletzung von Domagoj Duvnjak bei der Handball-EM gab es scharfe Kritik vom deutschen Rekordmeister am kroatischen Verband und dessen Trainer Lino Cervar. "Da muss man sagen, dass jemand nicht verstanden hat, dass er einfach noch nicht so weit war", sagte THW-Coach Alfred Gislason den "Kieler Nachrichten". Er könne nicht verstehen, dass der 29-Jährige trotz klarer Führung beim Auftaktsieg gegen Serbien (32:22) kurz vor Schluss noch auf dem Feld gestanden habe. Duvnjak war wenige Minuten vor Spielende am Freitagabend von Mitspielern gestützt vom Parkett gehumpelt. "Es ist ein Muskelfaserriss in der Wade", sagte THW-Manager Thorsten Storm.

Gislason: "Wir sind wieder die großen Verlierer"

Nach monatelanger Pause wegen einer Knie-Operation hatte Duvnjak erst im Dezember sein Comeback für den THW gegeben, weshalb Gislason ihm von einer EM-Teilnahme abgeraten hatte: "Das wäre das Schlaueste für alle Beteiligten." Nun fällt der Welthandballer von 2013 zumindest für die EM-Vorrunde aus. Ob er im Turnierverlauf noch einmal zurückkehrt, ließ der kroatische Verband offen. "Wenn die Kroaten jetzt mit aller Macht versuchen, dass er bei der EM noch spielen kann, sind wir wieder die großen Verlierer des Turniers", sagte Gislason.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der THW-Coach den Kroaten vorgeworfen, ihren Star wider besseren Wissens bei der Weltmeisterschaft verheizt zu haben: "Es war abgesprochen, das 'Dule' nur dosiert eingesetzt wird, weil die Probleme im Knie schon vorhanden waren", sagte Gislason damals. Tatsächlich spielte Duvnjak fast in allen Partien und hatte nach dem Turnier so große Schmerzen, dass eine Operation unausweichlich geworden war.

Auch Vujin hat sich verletzt

Es sind aber nicht nur Verband und Trainer, die Duvnjak antreiben, sondern auch der Spieler selbst: Der 29-Jährige wollte unbedingt zur Heim-EM ("Das wird ein geiles Turnier") und bringt nicht nur Nationalstolz und gefühlte Verantwortung für sein Heimatland mit: "Wir werden alles geben müssen, um unsere Träume verfolgen zu können", sagte Duvnjak vor Turnierbeginn. Er sei bereit, alles für den Erfolg der kroatischen Mannschaft zu opfern - notfalls auch seine eigene Gesundheit. Das hört man in Kiel gar nicht gerne, denn auch der THW braucht den Spielmacher für seine Träume. Eine Woche nach der EM müssen die Kieler in der Champions League bereits wieder gegen Ungarns Topclub Veszprem antreten. Ob Duvnjak da mitwirken kann, ist genauso fraglich wie der Einsatz von Marko Vujin - auch der Serbe verletzte sich beim EM-Auftaktspiel am Knie.

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