Stand: 07.09.2018 10:15 Uhr

Flensburg - Kiel: "Es ist die Mutter aller Derbys"

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Treffen am Sonnabend aufeinander: Kiels Hendrik Pekeler (l.) und Flensburgs Johannes Golla.

SG Flensburg-Handewitt gegen THW Kiel: Das Landesderby zwischen den beiden Handball-Schwergewichten findet am Sonnabend (18.10 Uhr/live im Ersten) zum 98. Mal statt, einige Akteure feiern ihre Derby-Premiere. Wie groß ist die Anspannung? Welche Bedeutung hat die Partie? Wer hat die besseren Chancen? NDR.de hat mit den Kreisläufer-Neuzugängen Hendrik Pekeler (Kiel) und Johannes Golla (Flensburg) gesprochen.

Hendrik Pekeler, Johannes Golla, Sie werden am Sonnabend zum ersten Mal bei einem Nordderby mitmischen. Was wissen Sie über die Bedeutung der Partie?

Pekeler: Es ist die Mutter aller Derbys - zumindest wenn man die vergangenen 10 bis 20 Jahre betrachtet. Oft ging es um richtig viel. In der Halle war ich noch nie - mit Ausnahme des Endspiels des Final Four in Hamburg im vergangenen Jahr. Ich saß aber schon oft vor dem Fernseher.

Golla: So habe ich auch einige Derbys verfolgt, die eigentlich nie früh entschieden waren, sondern immer einen offenen Schlagabtausch boten. Schon als Außenstehender habe ich mitbekommen, dass Flensburg gegen Kiel einen besonderen Charakter hat. Nun freue ich mich, dass ich dabei bin.

Der THW Kiel hat 58 der bisherigen 97 Duelle gewonnen. Wie wird es diesmal ausgehen?

Golla: Nun, wir haben jetzt andere Voraussetzungen, ganz andere Mannschaften stehen sich gegenüber. In der Vorbereitung sind beide Teams bereits einmal aufeinandergetroffen, aber da fehlten bei uns einige Spieler - und andere hatten einen schlechten Tag. Wir spielen zu Hause, die Unterstützung in unserer Halle kann ein Vorteil sein. Aber die Saison ist noch zu jung, sodass man schlecht einer Mannschaft die Favoritenrolle zuschieben kann.

Pekeler: In den vergangenen Jahren hat sich Kiel in Flensburg meistens gut verkauft, auch wenn die Flensburger in der Tabelle höher standen. Jetzt haben sich die Vorzeichen etwas geändert, da die SG ihren Kader doch etwas stärker umgebaut hat. Letztlich stehen die Chancen aber 50:50.

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Johannes Golla, wie war Ihr persönlicher Start im neuen Verein?

Golla: Ich bin gut angekommen in der Stadt und wurde von der Mannschaft gut aufgenommen. Ich bin froh, dass die Zeit der Pflichtspiele begonnen hat. Wenn alle drei Tage eine Partie ansteht, weiß man, wofür Tag für Tag gearbeitet wird. Mich beeindruckt, wie fokussiert die Mannschaft von Spiel zu Spiel denkt.

Hendrik Pekeler, Sie haben in der Saison 2009/2010 - als ganz junger Spieler - bereits zweimal für den THW gespielt. Fühlen Sie sich trotzdem wie ein echter Neuzugang?

Pekeler: Ich bin nicht zu 100 Prozent neu, aber von der damaligen Mannschaft ist niemand mehr dabei. Nur Alfred Gislason war damals schon Trainer, Filip Jicha (jetzt Co-Trainer beim THW, d.Red.) war noch Spieler. Hilfreich war in jedem Fall, dass ich viele schon aus dem Nationalteam kenne. So habe ich mich schnell integriert gefühlt. Mir wurde auf dem Spielfeld schon viel Verantwortung übertragen.

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Pekeler: Wichtig war, dass wir die ersten beiden Spiele gewonnen haben. Wir hatten richtig gute Phasen, dann lief es weniger - insgesamt war es ordentlich. Um die Gegner ständig vor neue Aufgaben zu stellen, haben wir unter Filip Jicha ein neues Abwehr-Konzept kreiert. Wenn wir das verinnerlicht haben, müssen wir nicht mehr so viel kommunizieren wie jetzt.

Golla: Bei uns läuft schon vieles gut. Aber viele Kleinigkeiten summieren sich noch zu vielen ärgerlichen Gegentoren, und auch die Chancenverwertung muss verbessert werden. Aber es dauert sicherlich noch Wochen, vielleicht sogar ein Jahr, bis die SG wieder so eingespielt ist, wie sie es einmal war.

Sie sind Kreisläufer und haben in der vergangenen Saison schon gegeneinander gespielt. Damals noch für die Rhein-Neckar Löwen und die MT Melsungen. Gibt es Erinnerungen an direkte Duelle gegeneinander?

Pekeler: Johannes Golla hat in Melsungen trotz zweier erfahrener Kreisläufer Spielanteile bekommen und ist - wie man hört - sehr ehrgeizig. Gerade auch beim Kraft-Training. Ich bin gespannt, ob er in Flensburg den nächsten Schritt machen kann. Als Kreisläufer trifft man sich natürlich während des Spiels. Negativ in Erinnerung geblieben ist mir, dass wir mit den Löwen im Mai gegen Melsungen verloren und damit auch die deutsche Meisterschaft verspielt haben.

Golla: In der vergangenen Saison habe ich mit Melsungen sogar zweimal gegen die Löwen gewonnen. Persönlich brisante Duelle zwischen uns beiden gab es aber nicht. Dafür kann ich mich an ein Spiel erinnern, bei dem Hendrik Pekeler noch das Trikot vom TBV Lemgo trug. Bei den Rhein-Neckar Löwen hat er sich dann unglaublich gut entwickelt und stellt nun in Kiel zusammen mit Patrick Wiencek eine überragende Abwehrachse. Das sind Spieler, von denen ich mir noch einiges abschauen kann.

Das Interview führte Jan Kirschner, NDR.de

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 08.09.2018 | 19:30 Uhr

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