Stand: 01.12.2019 19:02 Uhr

Punktloser Advent: "Recken" und Nordhorn chancenlos

von Christian Görtzen, NDR.de
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Hannovers Vincent Büchner (l.) und Fabian Böhm (2.v.r) bei der Defensivarbeit.

Der erste Advent war kein erfolgreicher Tag für zwei Nordclubs in der Handball-Bundesliga. Die TSV Hannover-Burgdorf verlor am 15. Spieltag beim SC DHfK Leipzig mit 27:30 (11:15), es war die zweite Niederlage hintereinander nach dem 23:32 beim THW Kiel. Nach 14 absolvierten Partien weist das Team von TSV-Trainer Carlos Ortega als Tabellenfünfter nun 20:8 Punkte vor.

Aufsteiger HSG Nordhorn-Lingen kommt im Hinblick auf das Ziel Klassenerhalt allmählich die Hoffnung abhanden. Das Team von Trainer Geir Sveinsson unterlag mit 24:29 (8:13) noch schmeichelhaft beim direkten Konkurrenten TVB Stuttgart. Nordhorn-Lingen steht nach 15 Spieltagen mit 2:26 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz, der Rückstand auf einen Nichtabstiegsrang hat sich von sechs auf acht Zähler erhöht.

Hannover-Burgdorf früh auf verlorenem Posten

Die TSV Hannover-Burgdorf lag in Leipzig schon recht früh mit drei Toren Differenz zurück. SC-Rückraumspieler Franz Semper, der im Sommer zum Meister SG Flensburg-Handewitt wechseln wird, sorgte für das 8:5 (13.).

SC DHfK Leipzig - TSV Hannover-Burgdorf 30:27 (15:11)

Tore Leipzig: Semper 9, Binder 4, Krzikalla 3/3, Ph. Weber 3, Mamic 2, Milosevic 2, Wiesmach 2, Witzke 2, M. Gebala 1, Janke 1, Roscheck 1
Tore Hannover-Burgdorf: Kastening 6/2, Böhm 4, Brozovic 3, Olsen 3, Pevnov 3, Cehte 2, Feise 2, Jönsson 2, Martinovic 1, Patrail 1
Zuschauer: 4.495
Strafminuten: 8/4

Die Niedersachsen taten sich schwer, Leipzigs Torhüter Joel Birlehm zu bezwingen. Und der bewies auch noch ein gutes Auge für die Offensive: Nachdem der 22-Jährige einen Wurf von Hannovers Spielmacher Morten Olsen abgewehrt hatte, leitete er mit einem weiten, präzisen Zuspiel aus der Sitzposition den Tempo-Gegenstoß ein. Lukas Binder schloss die Aktion zum 11:7 (18.) für die Gastgeber ab. Wenig später lagen die "Recken", bei denen Domenico Ebner im Gehäuse Urban Lesjak ersetzt hatte, gar mit fünf Toren (8:13/21.) hinten. In die Pause ging es mit einem 11:15.

Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts war nichts davon zu sehen, wie die "Recken" noch die Wende bewerkstelligen wollten. Semper sorgte für die erste Sechs-Tore-Führung des SC (19:13/36.). Olsen scheiterte kurz darauf von der Siebenmeter-Linie mit einem Heber an Leipzigs Torhüter Jens Vortmann. Wenig später schenkte der herausragende Semper den Norddeutschen erneut einen ein - nun lagen sie mit 17:25 (43.) zurück. An den Sieg glaubten die "Recken" offensichtlich schon nicht mehr. Und es wurde noch schlimmer: 50. Minute, 19:28! In der Schlussphase gelang zumindest noch Ergebniskosmetik. Erfolgreichster TSV-Profi war Timo Kastening mit sechs Treffern.

Nordhorn fehlt Entschlossenheit in der Offensive

Die HSG Nordhorn-Lingen startete schlecht in die Partie in Stuttgart. Schnell sah sich die Mannschaft aus der Grafschaft Bentheim einem 0:3-Rückstand (7.) ausgesetzt.

TVB Stuttgart - HSG Nordhorn-Lingen 29:24 (13:8)

Tore Stuttgart: Zieker 11/4, Pfattheicher 5/1, D. Schmidt 4, Weiß 3, Späth 2, Faluvegi 1, M. Häfner 1, Peshevski 1, Röthlisberger 1
Tore Nordhorn-Lingen: R. Weber 10/3, Mickal 4, Heiny 3, Kalafut 2, Pöhle 2, De Boer 1, Possehl 1, Ravensbergen 1
Zuschauer: 2.169
Strafminuten: 12/8

Erst nach acht Minuten gelang es Rückraumspieler Georg Pöhle bei eigener Überzahl, Stuttgarts Torhüter Johannes Bitter zum 1:3 zu überwinden. Dem Aufsteiger mangelte es an Entschlossenheit in der Offensive. Oftmals wurden die Würfe aus Verlegenheit auf das Tor der Schwaben abgegeben, weil den Norddeutschen die Mittel fehlten, um Lücken in der TVB-Deckung aufzureißen. Hinzu kamen zum Teil erschreckende technische Fehler im Spielaufbau. Zur Pause lag Nordhorn mit 8:13 hinten. Auch im zweiten Abschnitt war bei den Gästen nicht der Glaube zu erkennen, dass sie das Spiel noch gewinnen könnten. Das 11:21 (40.) war schon eine Vorentscheidung zugunsten des TVB. Die Nordhorner spielten phasenweise so, als hätten sie den Klassenerhalt schon abgehakt. Am Ende beließen es die nachlassenden Stuttgarter bei einem 29:24.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 01.12.2019 | 18:25 Uhr