Stand: 28.03.2009 17:42 Uhr  | Archiv

Staatsanwaltschaft Kiel weitet Ermittlungen aus

In der Affäre um mögliche Spielmanipulationen durch den deutschen Handball-Meister THW Kiel ist die Kieler Staatsanwaltschaft nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Focus" auf verdächtige Überweisungen und Bargeldabhebungen in Höhe von mehr als 100.000 Euro gestoßen. "Die Frage ist nicht mehr, ob Geld geflossen ist, sondern wohin", sagte Oberstaatsanwalt Uwe Wick dem Magazin. Die Kieler sollen Champions-League-Spiele, unter anderem das Finale 2007 gegen Flensburg, manipuliert haben. Laut "Focus" wird mittlerweile nicht mehr nur gegen THW-Manager Uwe Schwenker und Ex-Coach Noka Serdarusic ermittelt. Auch der Kroate Nenad V., ein enger Freund Serdarusic¿ und ein THW-Buchhalter sollen unter Verdacht stehen. Bei einer richterlichen Vernehmung hatte am Donnerstag Jesper Nielsen, der Gesellschafter und Hauptsponsor der Rhein-Neckar Löwen, Schwenker und Serdarusic belastet. Schwenker habe ihm gegenüber eingeräumt, dass es Manipulationen gegeben habe. Serdarusic soll ihm Kasino-Belege und Kontoauszüge gezeigt haben. Die Kieler Staatsanwaltschaft will die Ermittlungen auf den Balkan ausweiten und hat Kroatien nach "Spiegel"-Informationen um ein Rechtshilfe gebeten.  

Vorwürfe gegen EHF und Weltverband

Unter Druck geraten zunehmend auch der Europäische Handballverband EHF und der Weltverband IHF. Ex-Schiedsrichter Michel Falcone, der in der vergangenen Woche im NDR Sportclub über Bestechungsversuche berichtete hatte, sagte dem "Spiegel", er habe in der Nacht vor dem Europacup-Halbfinale am 13. März 2004 zwischen dem spanischen Pokalsieger BM Valladolid und dem slowenischen Team RK Gorenje Velentje einen Anruf des IHF-Funktionärs Leon Kalin bekommen. Der Slowene habe angedeutet, dass Gorenje das Spiele gewinnen müsse. Falcone unterrichtete daraufhin den vor Ort weilenden deutschen EHF-Delegierten Gerd Butzek, der seinerseits den Vorfall wenige Tage später EHF-Generalsekretär Michael Wilderer geschildert habe. Wilderer habe sich daraufhin persönlich um die Angelegenheit kümmern wollen. Geschehen ist seitdem jedoch nichts. Kalin und Wilderer wiesen die Anschuldigungen zurück.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 28.03.2009 | 17:25 Uhr

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