Coach Filip Jicha und Kapitän Domagoj Duvniak (v.l.) vom THW Kiel © imago images / Jan Huebner

Kiel nach Wetzlar-Desaster trotzig: "Wir werden aufstehen"

Stand: 11.10.2020 11:58 Uhr

Der von Verletzungspech gebeutelte THW Kiel hat in Wetzlar ein Debakel erlebt. Nun hofft der Handball-Meister, dass ausgerechnet gegen den Erzrivalen Flensburg-Handewitt die Rehabilitation gelingt.

Mit versteinerten Mienen saßen Trainer Filip Jicha und sein Kapitän Domagoj Duvnjak am Samstagabend auf der Pressekonferenz zur Partie bei der HSG. Die 22:31-Pleite bei den Hessen hatte ihnen sichtlich zugesetzt. Der Gäste-Coach - so ist es üblich - durfte seine Sicht der Dinge zuerst vortragen. Und Jicha polterte mächtig los, während Duvnjak etwas verschämt auf den vor ihm stehenden Tisch schaute. "Es ist schmerzhaft zuzugeben, aber heute hatten wir keine Chance. Wir hatten kaum Druck aus dem Rückraum und haben kaum einen Zweikampf gewonnen", monierte der Tscheche und titulierte die desaströse Vorstellung seines Teams mit "enttäuschenden Auftritt" noch recht wohlwollend.

Duvnjak: "Bei uns hat gar nichts funktioniert"

Denn in Abwesenheit der verletzten Nikola Bilyk, Niklas Landin, Sven Ehrig und Sander Sagosen griff beim Rekordchampion kein Rädchen ins andere. Die Deckung bekam keinen Zugriff und der Angriff agierte uninspiriert. Dass HSG-Keeper Till Klimpke (17 Paraden) das wohl beste Bundesliga-Spiel seiner Karriere absolvierte, war zumindest teilweise auch den unkonzentrierten Kieler Abschlüssen geschuldet. "Bei uns hat einfach gar nichts funktioniert. Wetzlar war heute einfach besser. Das ist eine brutale Niederlage", sagte Duvnjak. Auch der Weltklasse-Rückraumspieler hatte zuvor völlig neben sich gestanden, lediglich drei seiner neun Würfe verwandelt. Nebenmann Steffen Weinhold erzielte gar nur einen Treffer - zu wenig, um die starken Hessen in Bedrängnis bringen zu können.

Wiedergutmachung gegen Flensburg?

Nach Wetzlar ist für die "Zebras" vor der SG Flensburg-Handewitt. Am kommenden Sonntag (13.30 Uhr, live im NDR Fernsehen) steht das 103. Landesderby für den Meister auf dem Programm. In der Verfassung von Samstagabend ist der THW gegen seinen Erzrivalen Außenseiter - krasser Außenseiter sogar. Doch Duvnjak schickte schon einmal eine kleine Kampfansage in Richtung des Nachbarn: "Wir werden in jedem Fall aufstehen und nie aufgeben. Am Sonntag haben wir das Derby. Und ich bin mir sicher, das wird viel, viel besser als heute." Und auch Jicha kündigte für den Nord-Gipfel ein anderes Kieler Team an. "Wir werden als Mannschaft definitiv aufstehen und bis zum Umfallen kämpfen", schloss der Trainer.

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Guten Morgen Schleswig-Holstein | 11.10.2020 | 07:00 Uhr

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