Stand: 06.02.2020 21:44 Uhr

Gottfridsson rettet Flensburg, "Recken" mit Remis

von Christian Görtzen, NDR.de

Welch ein 22. Spieltag in der Handball-Bundesliga aus norddeutscher Sicht! Die SG Flensburg-Handewitt gewann am Donnerstagabend durch eine grandiose Aktion von Jim Gottfridsson, einen verwandelten Freiwurf nach schon abgelaufener Spielzeit, mit 21:20 (9:10) beim Bergischen HC. Und die TSV Hannover-Burgdorf machte aus einem schon verloren geglaubten Spiel beim SC Magdeburg dank einer herausragenden Schlussphase mit einem 30:30 (13:16) noch einen Teilerfolg, der sich wie ein Sieg anfühlte. Flensburg ist nun mit 34:10 Punkten Tabellenzweiter hinter dem THW Kiel (34:8), Hannover-Burgdorf steht mit jetzt 32:12 Zählern auf Rang vier.

Gottfridsson wird zum Flensburger Helden

Die erste Halbzeit des Gastspiels der SG Flensburg-Handewitt beim Bergischen HC war von starken Defensivreihen bestimmt.

Bergischer HC - SG Flensburg-Handewitt 20:21 (10:9)

Tore Bergischer HC: A. Gunnarsson 5/5, Boomhouwer 4, Gutbrod 3, Babak 2, Darj 2, Arnesson 1, Johannsson 1, Nippes 1, Stutzke 1
Tore Flensburg: Gottfridsson 5/3, Johannessen 5, Golla 4, Jurecki 2, Schöngarth 2, Steinhauser 2, Glandorf 1
Zuschauer: 3.302
Strafminuten: 2/8

Beide Teams mussten sich ihre Treffer zumeist mühsam erarbeiten. Dem BHC gelang dies recht gut, nach 27 Minuten baute Arnor Thor Gunnarsson die Führung der Westdeutschen auf 9:6 aus. Flensburg ließ sich dadurch jedoch nicht aus der Ruhe bringen, spielte jetzt konzentrierter und verkürzte den Rückstand. Mit einem 9:10 ging es in die Kabine. Doch das Machulla-Team tat sich auch nach der Pause schwer gegen einen bissigen Gegner. Zwar gingen die Norddeutschen zeitweilig auch mal mit einem Treffer in Führung, doch acht Minuten vor Schluss führten wieder die Bergischen mit 19:18. Torhüter Benjamin Buric hielt mit seinen Paraden die SG im Spiel. 43 Sekunden vor dem Ende der Partie hatte die SG beim Stand von 20:20 den Ball. Es gelang nicht viel.

Doch: Mit abgelaufener Spielzeit gab es noch einen letzten Freiwurf für Flensburg. Gottfridsson trat an. Die BHC-Spieler bauten sich vor ihm auf, streckten die Arme nach oben. Eigentlich gibt es in solchen Situationen kaum ein Durchkommen - aber nicht für Gottfridsson. Der Schwede warf zwischen den Armen von Csaba Szücs hindurch, der Ball touchierte dessen Kopf, und von dort flog er in den oberen rechten Winkel - 21:20. Gottfridsson wurde von seinen jubelnden Mitspielern unter sich begraben. Flensburg hatte es doch noch geschafft und sich beide Punkte gesichert. Machulla war dennoch nicht zufrieden. "So dürfen wir auswärts in der Bundesliga nicht auftreten, gerade in der ersten Halbzeit. Wir hatten das Glück auf unserer Seite", sagte Machulla dem NDR Hörfunk.

Kastening-Gala bei Remis der "Recken"

Vier Tage nach dem 25:32 beim THW Kiel kam die TSV Hannover-Burgdorf in Magdeburg recht gut in die Partie.

SC Magdeburg - TSV Hannover-Burgdorf 30:30 (16:13)

Tore Magdeburg: Damgaard 6, Smits 6/3, Musche 4, Chrapkowski 3, Musa 3, O´Sullivan 3, Pettersson 3, Steinert 2
Tore Hannover: Kastening 13/4, Olsen 5/2, Patrail 3, Brozovic 2, Büchner 2, Pevnov 2, Böhm 1, Cehte 1, Jönsson 1
Zuschauer: 6.000
Strafminuten: 6/8

Ein Akteur der Niedersachsen trumpfte schon in der Anfangsphase groß auf: Nationalspieler Timo Kastening. Der gebürtige Stadthagener, der im Sommer zum Bundesliga-Konkurrenten MT Melsungen wechselt, erzielte in der 14. Minute das 6:6 - es war bei fünf Würfen auf das gegnerische Tor sein fünfter Treffer. Kurz darauf wehrte TSV-Keeper Urban Lesjak einen Siebenmeter von Kay Smits ab. Hannover hatte die Möglichkeit, mit einem Rückstand vor nur einem Tor in die Pause zu gehen, doch ein Ballverlust leitete den Tempo-Gegenstoß der Gastgeber ein. Zwei Sekunden vor der Sirene stellte Piotr Chrapkowski die 16:13-Führung des SCM zur Pause her.

Die TSV lag danach schnell mit vier Toren hinten, verkürzte dann durch Kastening auf 17:19 (38.), ehe wenig später der Kontakt zu den Sachsen-Anhaltern abriss - vermeintlich schon vorentscheidend. Mit einem 3:0-Lauf zog der SCM auf 24:18 (43.) davon. Doch die Gäste gaben sich trotz eines zeitweiligen Sieben-Tore-Rückstands nicht geschlagen. Vincent Büchner verkürzte auf 28:30 (56.). Kastening glich 40 Sekunden vor der Sirene per Siebenmeter zum 30:30 aus. Der Rechtsaußen war mit 13 Toren auch der überragende Spieler auf dem Parkett. "Wir sind unglaublich glücklich und stolz", sagte Kastening dem NDR Hörfunk.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 06.02.2020 | 23:03 Uhr

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