Stand: 23.02.2020 17:44 Uhr

Handball: Flensburg souverän - Burgdorf geschlagen

von Ines Bellinger, NDR.de
Flensburgs Kreisläufer Johannes Golla (l.) gehörte auch gegen Wetzlar zu den Aktivposten.

Die Handballer der SG Flensburg-Handewitt haben ihre Pflichtaufgabe gegen die HSG Wetzlar souverän gelöst und bleiben Spitzenreiter THW Kiel in der Bundesliga auf den Fersen. Der deutsche Meister besiegte die Mittelhessen am Sonntagnachmittag in eigener Halle mit 31:28 (16:9), ohne in diesen kräftezehrenden Wochen zwischen Champions League und Bundesliga alles abrufen zu müssen. Es war der 36. Heim-Erfolg in der Bundesliga in Serie.

Die SG lauert mit zwei Punkten Rückstand auf den THW auf Rang zwei. Die TSV Hannover-Burgdorf rutschte nach der unerwarteten 27:28 (9:12)-Niederlage beim Bergischen HC auf Platz vier ab. Neuer Dritter sind die punktgleichen Füchse Berlin.

Flensburg-Handewitt spart gegen Wetzlar Kräfte

SG Flensburg-Handewitt - HSG Wetzlar 31:28 (16:9)

Tore für Flensburg: Gottfridsson 5, Jurecki 5, Steinhauser 5/1, Wanne 5/3, Golla 4, Johannessen 3, Glandorf 1, Jeppsson 1, Jöndal 1, Zachariassen 1
Wetzlar: Rubin 5, Cavor 4, Forsell Schefvert 4, Weissgerber 4/1, V. Kristjansson 3, Feld 2, Frend Öfors 2, Torbrügge 2, Björnsen 1, Waldgenbach 1
Zuschauer: 6.300
Strafminuten: 4 / 8

Flensburgs Trainer Maik Machulla wollte, dass seine Spieler nahtlos an die Gala-Vorstellung in der Champions League gegen Szeged anknüpfen, aber die Gastgeber begannen gemächlich und ließen Wetzlar zunächst in Führung gehen. Im Wissen um die eigene Stärke spielten die Flensburger danach ihren Stiefel runter. Bereits in der 13. Minute warf Gøran Johannessen für die SG einen Sechs-Tore-Vorsprung heraus (9:3), der zur Pause auf 16:9 anwuchs.

Auch nach Wiederbeginn hielt Flensburg die Wetzlarer sicher auf Distanz. Am Ende konnte Machulla noch einige Spieler schonen. Marius Steinhauser, Michal Jurecki, Jim Gottfridsson und Hampus Wanne waren mit je fünf Toren die besten SG-Werfer. Am Mittwoch steht für die Flensburger das letzte Vorrundenspiel in der "Königsklasse" an. Mit einem Sieg gegen Celje könnte sich das Team von Machulla noch Rang vier in der Gruppe A und damit eine vermeintlich bessere Ausgangsposition für das Achtelfinale sichern.

"Recken" verschlafen Start beim BHC

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Kein Durchkommen für Morten Olsen (M.) gegen die Abwehr des Bergischen HC.

Anders als die Flensburger, die gerade von Spiel zu Spiel hetzen, hatten die Burgdorfer Handballer zuletzt zwei Wochen Pause. Offenbar war das zu viel an Erholung, denn die Niedersachsen verschliefen die Anfangsphase in der Solinger Klingenhalle komplett. Der Bergische HC, bis dato in diesem Jahr noch ohne Punktgewinn, legte einen 5:0-Start hin, auch weil Torhüter Tomas Mrkva die Gäste mit einigen starken Paraden nervte. Der konsternierte "Recken"-Trainer Carlos Ortega nahm früh eine Auszeit, danach fingen sich seine Spieler und kamen durch Nationalspieler Fabian Böhm auf 4:6 heran (14.).

Doch eklatante Abwehrschwächen des Tabellendritten ließen den Rückstand wieder anwachsen. Vor allem Fabian Gutbrod bekamen die "Recken" nicht in den Griff. Die Wurfquote des Rücktraumspielers lag bis kurz vor der Halbzeit bei hundert Prozent. In der 25. Minute führten die "Löwen" mit 12:7. Einen noch höheren Rückstand verhinderte Torhüter Urban Lesjak, als er kurz darauf einen Siebenmeter parierte. Auf der Gegenseite hielten Böhm und Mait Patrail mit ihren Treffern zum 9:12 die Partie zur Pause offen.

Burgdorf verspielt Sieg - Nächster Halt Mannheim

Bergischer HC - TSV Hannover-Burgdorf 28:27 (12:9)

Tore für Bergischer HC: Gutbrod 7, Boomhouwer 6, Nippes 5, Arnesson 3, Babak 2, A. Gunnarsson 2, Weck 2, Stutzke 1
Hannover-Burgdorf: Böhm 6, Kastening 4, Patrail 4, Brozovic 3, Cehte 3, Olsen 3/1, Ugalde 2, Büchner 1, Jönsson 1
Zuschauer: 2.506
Strafminuten: 4 / 4

Mit dem Doppelschlag von Kristian Nippes zum 14:9 für den BHC gleich nach Wiederbeginn (32.) schwand die Hoffnung der Burgdorfer Fans auf eine erfolgreiche Aufholjagd. Doch angeführt von Böhm und Timo Kastening, kürzlich zum "Handballer des Jahres" in Deutschland gewählt, kam die TSV noch einmal heran. Zehn Minuten vor dem Ende traf Kreisläufer Ilija Brozovic zum 21:21 (46.). Das war das Signal zum Endspurt. Die "Recken" legten nun zweimal zwei Tore vor, ließen den BHC aber wieder herankommen. Beim Stand von 27:27 nahm Ortega noch eine Auszeit, doch Böhm, mit sechs Toren bester TSV-Schütze, scheiterte mit seinem Wurf, und Gutbrod versenkte den entscheidenden Ball zum 28:27 im Tor der "Recken". Auf Hannover-Burgdorf wartet nun ein deutlich schwereres Auswärtsspiel. Am Sonnabend gastiert das Ortega-Team in Mannheim bei den RN Löwen.

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