Stand: 10.05.2018 21:41 Uhr

Derbysieg - Flensburg bleibt in Kiel cool

von Matthias Heidrich, NDR.de
Holger Glandorf durfte mit Flensburg in Kiel jubeln.

Die SG Flensburg-Handewitt hat das Schleswig-Holstein-Derby in der Handball-Bundesliga beim THW Kiel gewonnen und kann aufgrund der Niederlage Magdeburgs bei den Rhein-Neckar Löwen für die Champions League in der kommenden Saison planen. Die SG feierte am Donnerstag einen beeindruckend souveränen 29:25 (15:10)-Auswärtserfolg beim Erzrivalen. "Ich bin einfach nur stolz auf die Jungs", sagte SG-Coach Maik Machulla dem NDR.

Bester Werfer beim vierten und gleichzeitig höchsten Bundesliga-Sieg der Flensburger in der THW-Arena waren Hampus Wanne und Rasmus Lauge mit je sechs Treffern. Für den THW erzielte Patrick Wiencek ebenfalls sechs Tore. Für den Tabellenfünften Kiel dürfte es im Kampf um die EHF-Cup-Teilnahme immer enger werden.

Andersson wie eine Wand

THW Kiel - SG Flensburg-Handewitt 25:29 (10:15)

Tore Kiel: Wiencek 6, Ekberg 4/3, Nilsson 3, Weinhold 3, Dahmke 2, S. Firnhaber 2, Dissinger 1, Duvnjak 1, Santos 1, Vujin 1/1, Zarabec 1
SG Flensburg-Handewitt: Lauge Schmidt 6, Wanne 6/1, Svan 5, Mogensen 4, Glandorf 3, Gottfridsson 2, Heinl 1, Röd 1, H. Toft Hansen 1
Zuschauer: 10.285
Disqualifikation: Duvnjak (58.) / -

Die über 10.000 Handball-Fans in der Kieler Halle bekamen alles geboten, was ein Schleswig-Holstein-Derby verspricht: Viel Kampf und auch ein bisschen Handball-Kunst. Für die filigranen Momente waren in der ersten Hälfte vor allem die Torhüter verantwortlich. Kiels Andreas Wolff kam nach anfänglichen Schwierigkeiten gut ins Spiel und sorgte dafür, dass die Gastgeber nach einem schnellen 1:4- Rückstand (7.) wieder herankamen - 7:8 (20.). Auf der anderen Seite war Mattias Andersson allerdings im Derby-Modus unterwegs, fischte einen nach dem anderen Kieler Versuch weg. Anderssons Leistung gepaart mit einer großen Portion Flensburger Abgeklärtheit sorgten dafür, dass die SG zur Pause mit 15:10 führte.

Flensburg bleibt cool

Die Kieler mussten sich in der Kabine vermutlich einiges anhören von ihrem Trainer Alfred Gislason und rissen sich auch nach Wiederanpfiff zusammen. Mit drei schnellen Toren kamen sie auf 13:15 (33.) heran. Die Halle war da, doch die Flensburger blieben bemerkenswert cool. Näher als diese zwei Tore ließen die Gäste die "Zebras" nicht herankommen. Der Grund dafür lag in der Offensive. Während Kiel immer sich immer wieder tschnische Fehler leistete, funktionierte der SG-Angriff wie ein Uhrwerk.

Fünf Minuten vor Schluss waren Thomas Mogensen und Co. auf sechs Tore enteilt - 26:20. Trotz des klaren Spielstands war weiter Feuer in der Partie. Mogensen und THW-Star Domagoj Duvnjak gerieten derart aneinander, dass der Kieler mit Rot runter musste und der SG-Spielmacher zwei Minuten kassierte (59.). An dem Derbysieg der Flensburger änderte das nichts mehr.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 11.05.2018 | 19:30 Uhr