Jubel bei den HSV-Handballern © imago images/Beautiful Sports Foto: Schlikis

HSV-Handballer klopfen laut ans Tor zur Bundesliga

Stand: 10.02.2021 09:40 Uhr

Viereinhalb Jahre nach dem Neuanfang in der Dritten Liga sind die HSV-Handballer auf dem besten Weg zurück in die Bundesliga. Der Club treibt die Planungen voran. Die Rückkehr von Martin Schwalb ist perfekt - kommt auch Jogi Bitter?

Mit 14 Siegen in 16 Zweitliga-Spielen führt das Team von Trainer Torsten Jansen die Zweitliga-Tabelle souverän an. Und der HSVH rüstet sich, will mehr, will zurück in die Beletage des deutschen Spitzenhandballs. "Für uns lief es bisher optimal. Ich habe richtig viel Bock darauf, dass wir weiter erfolgreich sind und die Entwicklung irgendwann mit dem Aufstieg krönen können", sagte Kapitän Lukas Ossenkopp.

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Club setzt auf Bewährtes

Der Vertrag des 28-Jährigen wurde gerade per Option bis 2022 verlängert. Auch Kreisläufer Niklas Weller bleibt dem HSV erhalten. Der Co-Kapitän, mit bislang 132 Einsätzen Rekordspieler des Clubs, unterschrieb einen neuen Zweijahresvertrag bis zum 30. Juni 2023. "Das Gesamtpaket Hamburg aus Verein, Stadt, Fans und der beruflichen Perspektive ist einfach unschlagbar", sagte Weller, der parallel zum Leistungssport seine Doktorarbeit (Rechtswissenschaften) schreibt.

Leif Tissier (2023), ebenso wie Weller von mehreren Bundesligisten umworben, und Jan Kleineidam (bis 2022) haben jüngst ebenfalls neue Kontrakte erhalten - wie Dominik Axmann, Jonas Gertges und Tobias Schimmelbauer vor ihnen. Der Club hat sich Stück für Stück entwickelt und greift auf Bewährtes zurück. "Natürlich freut mich die Entwicklung der Mannschaft, die hoffentlich weiter steil nach oben führt", sagte Kleineidam, der wie Tissier, Axmann, Marcel Kokoszka, und Dominik Vogt schon unter Jansen in der Jugend des Handball Sport Vereins aktiv war.

Kehrt Bitter zurück? Torhüter schweigt noch

Doch nun - mit dem Blick nach oben - darf es auch ein bisschen mehr sein. Die Hamburger würden gern Nationalkeeper Johannes Bitter zurück an die Elbe holen. Der 38-Jährige spielte von 2007 bis 2016 für den HSV und war eine der prägenden Figuren der großen Erfolge, bevor der Club die Lizenz verlor. Jüngst hat "Jogi" für den Sommer seinen Abschied aus Stuttgart angekündigt. Zu seiner Zukunft schweigt der 2,05-Meter-Hüne allerdings. "Zu dem Thema möchte ich im Moment nichts sagen", so der Champions-League-Sieger von 2013, um den nicht nur der HSV, sondern auch ganz andere Kaliber buhlen. Wie zum Beispiel der große FC Barcelona.

HSVH setzt bei Bitter auf die weichen Faktoren

"Auch wenn wir wissen, dass wir nicht in der besten Ausgangsposition sind, wäre es unprofessionell, wenn wir unseren Hut nicht in den Ring werfen", sagte HSVH-Geschäftsführer Sebastian Frecke dem "Hamburger Abendblatt". Bitter habe "sein Angebot vorliegen und kann sich jetzt entscheiden".

Der HSV Hamburg, der sich nach Jahren immenser Finanzprobleme gerade wieder berappelt, kann zwar beim Gehalt nicht mit den Großen der Branche mithalten. Doch die Nähe zu seiner Familie, die noch immer in Hamburg lebt, und zu seinem Unternehmen "drinkbetter", das im Norden der Hansestadt seinen Sitz hat, sprechen für eine Rückkehr Bitters in die alte Heimat.

Schwalb kehrt als Sportchef zurück

Zu diesem Schritt hat sich Martin Schwalb schon entschieden. Der frühere Erfolgscoach wird nach seinem Intermezzo bei den Rhein-Neckar Löwen im Sommer nach Hamburg zurückkehren. "Der ganze Verein entwickelt sich in die richtige Richtung", betonte Schwalb. "Wir haben uns in der letzten Woche zwar schon einmal ausgetauscht, aber bislang noch keine konkreten Aufgabenbereiche abgesteckt", berichtete Frecke. Fakt aber ist: Um eine Doppelspitze mit dem 2007er-Weltmeister Jansen als Trainer und Meistercoach Schwalb als eine Art Sportdirektor würde wohl jeder Bundesligist die Hanseaten beneiden.

Frecke hofft, dass Saisonabbruch kein Thema ist

Frecke bezeichnete den früheren Nationalspieler als "Leuchtturm" und "gern gesehenen Ansprechpartner" - auch wenn es darum geht, den Kader nach einem möglichen Aufstieg im Sommer bereit für die Bundesliga zu machen. "Wir müssen gerade zweigleisig planen, der sportliche Erfolg der Mannschaft zwingt uns ja förmlich dazu", so der Geschäftsführer. "Wir müssen bereits jetzt die Unterlagen für die Lizenzierung vorbereiten und Ende des Monats einreichen. Da müssen wir zum jetzigen Zeitpunkt natürlich auch das Szenario eines Aufstiegs berücksichtigen." Er hoffe sehr, "dass die Pandemie sich jetzt so entwickelt, dass ein Saisonabbruch diesmal kein Thema sein muss".

Dieses Thema im Programm:

Sportplatz | 14.02.2021 | 18:05 Uhr

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