Flensburgs Jim Gottfridsson (r.) kommt gegen den Berliner Jacob Tandrup Holm zu spät © imago images/Beautiful Sports Foto: Mario M. Koberg

Flensburg patzt im Titelrennen - Kiel wieder auf Rang eins

Stand: 18.06.2021 08:35 Uhr

Die SG Flensburg-Handewitt hat bei der Rückkehr der Fans eine Bruchlandung hingelegt - und durch die Niederlage gegen die Füchse Berlin die Tabellenspitze in der Handball-Bundesliga verloren. Der THW Kiel zog durch den klaren Sieg gegen Göppingen vorbei.

War das schon die letzte Wendung im Meisterrennen? Die Flensburger hatten erst in der vergangenen Woche nach der Niederlage des THW beim SC Magdeburg die Tabellenführung übernommen. Nun patzte die SG vor lautstarken 2.300 Zuschauern in der eigenen Halle selbst: "Das ist, als ob du die Meisterschale wegschmeißt", sagte Jim Gottfridsson zu seinem vorentscheidenden Fehlpass in der Schlussphase. Am Ende hieß es 29:33 (15:14) - es war die erste Heimniederlage seit Dezember 2017 und 55 ungeschlagenen Auftritten in Serie.

"Das ist, als ob du die Meisterschale wegschmeißt." Flensburgs Jim Gottfridsson

"Wir sind extrem enttäuscht", sagte Trainer Maik Machulla. Er habe schon nicht mehr gewusst, wie sich eine Niederlage zu Hause anfühlt. "Das ist extrem bitter." Auch Manager Dierk Schmäschke ärgerte sich: "Das wäre ein wichtiger Schritt gewesen, wir haben es nicht geschafft." Man habe auch gemerkt, dass die Mannschaft ziemlich am Limit sei. Zum Spiel gegen die Füchse war sein Team ersatzgeschwächt angetreten. Es war die letzte hohe Hürde im Restprogramm, nun geht es nur noch gegen Absteiger HSG Nordhorn-Lingen sowie die Abstiegskandidaten HC Erlangen und HBW Balingen-Weilstetten.

Die Kieler haben nach dem 31:23 (15:11) gegen Frisch Auf Göppingen wieder alle Trümpfe in der Hand - und auch den direkten Vergleich gegen die SG für sich entschieden. Allerdings wartet am letzten Spieltag auch noch das schwierige Heimspiel gegen den Tabellenvierten Rhein-Neckar Löwen.

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SG verspielt Vier-Tore-Führung

Flensburg-Handewitt war gegen Berlin zwar nur schwer in die Gänge gekommen: In der fünften Minute hatte Füchse-Keeper Dejan Milosavljev schon drei Paraden verbucht (5./1:3). Ein 3:0-Lauf brachte die SG aber zurück ins Spiel (9./4:3). Und nach einem Doppelschlag von Lasse Svan lagen die Hausherren in der 23. Minute 13:9 vorn. Allerdings war den Berlinern anzumerken, dass sie anders als die ersatzgeschwächten Schleswig-Holsteiner personell aus den Vollen schöpfen konnten. Schon zur Pause waren sie wieder auf ein Tor herangekommen (14:15).

Kurios: Zu Beginn der zweiten Halbzeit musste der Hallenboden, der sich bei den tropischen Temperaturen in der Flensburger Arena aufgewellt hatte, repariert werden. Mit den Bedingungen kamen die Gäste deutlich besser zurecht. Routinier Hans Lindberg überragte mit elf Treffern. Der 39-jährige Däne glich auch zum 24:24 (48.) aus. Milos Vujovic brachte die Gäste eine Minute später erstmals wieder in Führung. Der Montenegriner war in der Schlussphase auch der entscheidende Mann. Drei Berliner Tore erzielte er in Folge, sein Treffer zum 32:29 (60.) besiegelte die Flensburger Niederlage.

Kiel schießt Göppingen aus der Halle

Der THW feierte derweil vor 1.561 Fans einen Start-Ziel-Sieg - nicht einmal führte Göppingen in Kiel. Die Gastgeber zogen angeführt von Harald Reinkind, dem in der ersten Hälfte vier Tore gelangen, ihr Spiel durch, ohne sich allzu sehr strecken zu müssen. Hendrik Pekeler brachte seine Mannschaft in der 21. Minute mit drei Treffern in Front (11:8). Wann immer Göppingen ein bisschen Morgenluft schnupperte, zogen die Schützlinge von Trainer Filip Jicha das Tempo wieder an. Zu Beginn der zweiten Hälfte schraubten die Kieler ihre Führung auf sechs Tore aus (34./18:12). Und in der Schlussphase kam der THW erst richtig in Fahrt: Sander Sagosen traf zum 30:20 (55.). Mehr als ein bisschen Ergebniskosmetik war für Frisch Auf nicht mehr drin.

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 17.06.2021 | 23:03 Uhr

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