Stand: 13.05.2019 11:38 Uhr

Flensburg spürt den heißen Atem der "Zebras"

Kiels Torhüter Andreas Wolff (r.) feiert eine Parade, vorne der Flensburger Magnus Jöndal.

Gedanklich war das 99. Landesderby zwischen dem THW Kiel und dem amtierenden Handball-Meister SG Flensburg-Handewitt bei allen Beteiligten schnell abgehakt. Kiel hatte gewonnen, mit 20:18, die Fakten lagen auf dem Tisch - und so richteten sich die Blicke flugs auf die neue Situation in der Tabelle und vor allem auf die kommenden Wochen. "Jetzt haben wir ein bisschen Druck aufgebaut, die wissen, dass wir bei einer Niederlage da sind", frohlockte THW-Trainer Alfred Gislason mit einer Grußbotschaft an den "ewigen" Rivalen, der zwar noch die Spitzenposition in der Bundesliga-Tabelle einnimmt, der aber im Nacken den heißen Atem der jagenden "Zebras" spürt.

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56:4 Punkte weist die SG nach dem 30. Spieltag auf, 56:6 Zähler der THW, der bereits ein Spiel mehr bestritten hat. Bei der Tordifferenz ist der Jäger derzeit im Vorteil, um exakt 17 Treffer. Es wird im Fernduell der beiden Clubs in den restlichen Partien auch darum gehen, möglichst hoch zu gewinnen, um sich diesen möglichen Trumpf zu sichern. Den "Zebras" sollte dies leichter fallen, angesichts eines dankbaren Restprogramms mit Spielen gegen GWD Minden (derzeit Platz elf), beim TBV Lemgo Lippe (neun) und zum Abschluss am 9. Juni gegen die TSV Hannover-Burgdorf (13).

SG gegen Melsungen, Füchse und beim Bergischen HC

Die SG hat es da deutlich schwerer. Am kommenden Donnerstag (19 Uhr) empfängt sie den Tabellenfünften MT Melsungen, eine Woche später geht es zum TVB 1898 Stuttgart (Rang 14), am 29. Mai ist der derzeitige Sechste Füchse Berlin zu Gast, und am letzten Spieltag wartet dann noch eine knifflige Aufgabe beim starken Aufsteiger Bergischer HC, der derzeit Siebter ist. Kurzum: Will die SG ihre dritte deutsche Meisterschaft gewinnen, die zweite hintereinander, muss sie mindestens drei Siege und ein Remis holen.

THW-Kreisläufer Patrick Wiencek merkte im Gespräch mit dem NDR an: "Wir müssen auf dem Boden bleiben, denn wir sind immer noch zwei Punkte dahinter. Es ist leider nicht in unseren Händen. Wir können jetzt nur abwarten und hoffen." Doch schnell wurde der Blondschopf mit dem Spitznamen "Bam-Bam" auch kämpferisch: "Falls Flensburg scheitern sollte, werden wir da sein."

Flensburg bangt um Abwehrchef Karlsson

Für den Titelverteidiger kommt im Hinblick auf die kommenden Aufgaben erschwerend hinzu, dass das Mitwirken des 37 Jahre alten Abwehrchefs Tobias Karlsson sehr fraglich ist. Der Schwede hat sich in Kiel eine Rückenverletzung zugezogen. Zudem wird sich zeigen müssen, ob die Aufarbeitung der SG in Bezug auf die brutalen Aufnahmerituale in der Jugendakademie und vor allem das öffentliche Interesse daran die Konzentration stören können.

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SG-Trainer Maik Machulla sagte zur sportlichen Situation seines Teams: "Wir sind in der Lage, auch die restlichen vier Spiele zu gewinnen. Wir müssen sie aber auch gewinnen. Wir hätten gerne in Kiel den großen Schritt gemacht. Jetzt müssen wir halt die große Runde drehen bis zum Ende." Das Restprogramm habe es natürlich in sich. Wichtig sei es jetzt, jeden Gegner klar zu analysieren und sich top vorzubereiten. Machulla: "Wir müssen einfach diese Leichtigkeit, die wir in der Saison hatten, auf die Platte bringen. Das wünsche ich mir von meiner Mannschaft, das werden wir auch hinkriegen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 13.05.2019 | 22:40 Uhr