Stand: 06.04.2019 20:11 Uhr

DHB-Pokal: THW Kiel greift nach dem elften Titel

von Johannes Freytag, NDR.de
Kiels Domagoj Duvnjak (r.) war mit sechs Treffern bester Werfer seines Teams.

Die Handballer des THW Kiel tanzen weiter auf drei Hochzeiten. Die "Zebras" gewannen am Sonnabend beim Final Four in Hamburg das Pokal-Halbfinale gegen die Füchse Berlin mit 24:22 (13:7) und können am Sonntag (15.10 Uhr, live im Ersten) zum elften Mal den DHB-Pokal gewinnen. Gegner im Endspiel ist der SC Magdeburg, der 30:29 gegen die TSV Hannover-Burgdorf gewann. Im Halbfinale sorgten die Kieler schnell für klare Verhältnisse. Zur Pause lagen sie komfortabel mit sechs Treffern vorne. In Durchgang zwei machte es der THW unnötig spannend, schaffte dann aber doch verdient den Finaleinzug. Beste Kieler Werfer waren Domagoj Duvnjak und Niclas Ekberg mit jeweils sechs Treffern. Der überragende THW-Torhüter Niklas Landin zeigte sich im NDR Hörfunk zuversichtlich trotz der beiden Liga-Niederlagen gegen Magdeburg: "Das kann man nicht vergleichen. Magdeburg ist kein Angstgegner. Das wird ein toller Kampf morgen."

Im Mai und Juni haben die Schleswig-Holsteiner mit dem internationalen EHF-Cup sowie der deutschen Handball-Meisterschaft noch zwei weitere Titelchancen.

Kiels Abwehr steht, die Offensive zaubert

Die Partie begann nervös und hektisch. Schon nach sieben Minuten schlugen zwei Zeitstrafen (je eine für Kiel und Berlin) zu Buche. Die Defensivreihe der Füchse ging aggressiv zu Werke, ließ nur wenige Würfe zu. Auf der Gegenseite sorgte vor allem THW-Keeper Landin mit spektakulären Paraden dafür, dass die Berliner in der Anfangsviertelstunde lediglich vier Treffer erzielten. Doch dann hatte der Rekordpokalsieger ins Spiel gefunden: Die erste Zwei-Tore-Führung (6:4/15.), bauten die "Zebras" zügig weiter aus (11:5/24.). Kiel hatte alles im Griff und verzückte das Publikum dann auch noch mit Handball-Zauber: Ekberg traf per Kempa-Trick nach einem Pass von Magnus Landin (27.). Mit einem 13:7 ging es in die Pause.

Kieler Nachlässigkeit wird beinahe bestraft

THW Kiel - Füchse Berlin 24:22 (13:7)

Tore für Kiel: Duvnjak 6, Ekberg 6/1, Zarabec 5, Weinhold 3, M. Landin 2, Bilyk 1, Wiencek 1
Tore für Berlin: Wiede 6, Marsenic 4, Drux 3, Lindberg 3/2, Elisson 2, Holm 2, Simak 1, Zachrisson 1
Zuschauer: 13.200 (ausverkauft)
Strafminuten: 12 / 10
Disqualifikation: Pekeler (34.) / -

Auch im zweiten Durchgang ließ das Team des scheidenden Trainers Gislason zunächst nicht nach. Selbst die Rote Karte für Hendrik Pekeler und eine folgende doppelte Unterzahl brachten keine entscheidende Wende. Lediglich auf vier Treffer kamen die Füchse heran (16:12/38.) und kurz darauf hatte Kiel wieder den alten Abstand hergestellt (18:12/40.). Aber der THW versäumte es, den Deckel endgültig drauf zu machen, wurde nachlässig. Fehlwürfe und unnötige Ballverluste bauten die Berliner auf, die sechs Minuten vor dem Ende bis auf ein Tor herankamen (20:19/54.). Eine Zeitstrafe für Berlins Torjäger Hans Lindberg sorgte dann für die Entscheidung zugunsten Kiels, das auf 24:20 davonzog (58.) und den Sieg schließlich nach Hause brachte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 06.04.2019 | 22:40 Uhr