Stand: 22.02.2020 10:37 Uhr

THW Kiel in Champions League entspannt nach Brest

von Jan Kirschner, NDR.de
Von Stress keine Spur: Die Handballer des THW Kiel eilen derzeit von Sieg zu Sieg.

Normalerweise würden solche Rahmenbedingungen viel Kritik hervorrufen: Der THW Kiel musste mit einer Chartermaschine von Stuttgart ins weißrussische Brest fliegen, um dort nur 45 Stunden nach dem Abpfiff der jüngsten Bundesliga-Partie (32:20 in Balingen) ein Spiel in der Champions League zu bestreiten. Doch die Handballer des THW Kiel reisten mit großer Gelassenheit gen Osten. Denn bereits vor der vorletzten Auswärtsaufgabe, die heute um 17.30 Uhr beim HC Meshkov Brest angepfiffen wird, ist ihnen Platz eins in der Gruppe B der Champions League nicht mehr zu nehmen.

THW-Coach Jicha kündigt Rotation an

Eine "Klassenfahrt" soll es trotzdem nicht werden.

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"Wir müssen konzentriert weiter arbeiten und bereiten uns auch auf das Spiel in Brest seriös vor", betonte THW-Coach Filip Jicha und kündigte an: "Wir werden aber viel rotieren, damit jeder seine Spielanteile bekommt."

Von seinen Akteuren sind ähnliche Sätze zu hören. "Die beiden letzten Spiele sind für uns nicht mehr von Bedeutung - aber für die Gegner", erklärte Harald Reinkind. In der Tat: Sollte der FC Porto gegen Vardar Skopje verlieren, würde Meshkov Brest mit einem Erfolg gegen Kiel die Chance auf das Achtelfinale wahren.

Die "Zebras" selbst dürfen mit dem Gruppensieg das Achtelfinale überspringen und steigen erst im Viertelfinale wieder ein. Die Runde der letzten Acht wird erst in der zweiten April-Hälfte ausgetragen. "Natürlich schaut man nun auf die Tabellen, um zu sehen, wer als Gegner infrage kommen könnte", verriet Kreisläufer Hendrik Pekeler. Im Moment sind Aalborg Handbold und Vardar Skopje die Kandidaten.

Nur Bilyk fehlt erkrankt

Der THW tritt voraussichtlich mit fast vollständigem Kader in Brest an. Lediglich Nikola Bilyk musste nach einem Fieber-Rückfall in Kiel bleiben.

Auf eine besondere Begegnung freut sich Abwehr-Stratege Pavel Horak, der im Vorjahr noch beim weißrussischen Meister unter Vertrag stand. "Ich freue mich auf das Wiedersehen mit meinen ehemaligen Teamkollegen", sagte der Tscheche. "Nur schade, dass wir keine Zeit haben, um uns abseits der Halle zu treffen."

Der THW-Tross wird sich direkt nach dem Schlusspfiff gen Flughafen bewegen und die Rückreise nach Kiel antreten. Bis zur kommenden Partie, eine Woche später bei Vive Kielce, können die Schleswig-Holsteiner dann ein wenig durchschnaufen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 21.02.2020 | 23:03 Uhr