Stand: 30.12.2019 11:55 Uhr

Szilagyi: "Alles mitnehmen, was möglich ist"

Viktor Szilagyi, Sportmanager des Handball-Bundesligavereins THW Kiel © Markus Scholz/dpa
Viktor Szilagyi peilt mit dem THW im neuen Jahr drei Titel an.

In der Handball-Bundesliga geht der THW Kiel als Spitzenreiter in die Winterpause. Der Rekordmeister führt die Tabelle mit 32:8 Punkten an, allerdings spüren die "Zebras" den Atem der Verfolger im Nacken. Wird es am Ende für den THW reichen? Feiern die Kieler ihre erste deutsche Meisterschaft seit dem Titelgewinn 2015? Und welchen Eindruck macht Filip Jicha, der neue Trainer? NDR.de hat mit Kiels Sportchef Viktor Szilagyi gesprochen.

Herr Szilagyi, die erste Saisonhälfte ist gespielt. Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus?

Viktor Szilagyi: Die Bilanz ist positiv, weil die Tabellenführung in der Bundesliga dasteht. Das ist das große Ziel. Das ist das, was zählt - denn wir werden an den Ergebnissen gemessen. Vier Niederlagen sind sicherlich die ein oder andere zu viel. Gerade die Niederlagen in Mannheim und Berlin waren ärgerlich, da waren wir jeweils die bessere Mannschaft.

Sie hatten vor der Saison einen Umbruch auf der Trainerposition. Auf Alfred Gislason, den erfolgreichsten Coach der Clubgeschichte, folgte Filip Jicha - ein ehemaliger Weltklasse-Spieler, aber ein Trainer-Neuling. Da sind Sie ein großes Risiko eingegangen.

Szilagyi: Nach außen scheint es so, als wäre es ein riesengroßer Umbruch gewesen, aber intern hatten wir diesen klassischen Umbruch nicht. Filip war schon vorher als Co-Trainer in viele Bereiche eingebunden. Für die Mannschaft war das eher ein Übergang. Natürlich stand er plötzlich im Fokus und hatte die Hauptverantwortung  - das braucht seine Zeit. Aber er lernt sehr schnell, ist absolut fokussiert und arbeitet unglaublich professionell mit der Mannschaft. Das erste Zeugnis ist sicherlich positiv.

In der Bundesliga sind sechs Mannschaften im Titelrennen sehr eng zusammen. Für die meisten ist der THW der Favorit Nummer eins. Kann es nach fünf Jahren klappen mit der Meisterschaft?

Szilagyi: Diese Favoritenrolle kennen wir, aber die zählt für uns nicht. Man kann sich nie sicher sein. Ich glaube, dass die Liga bis zum letzten Spieltag sehr spannend und ausgeglichen sein wird. Für uns und Flensburg spielt die Doppelbelastung mit der Champions League eine Rolle. Und wir sind ein bisschen abhängig davon, wie die Spieler durch die Europameisterschaft kommen. Da geht es aber allen Topmannschaften so. Die Karten werden wirklich neu gemischt.

Wenn Sie sich einen Titel aussuchen könnten: Deutsche Meisterschaft, Champions League oder DHB-Pokal - welchen würden Sie sich für das neue Jahr wünschen?

Szilagyi: Der THW hat noch nie einen Wettbewerb priorisiert, das werden wir auch diesmal nicht tun. Man merkt natürlich überall in der Stadt, dass die Sehnsucht nach der deutschen Meisterschaft wahnsinnig groß ist. Aber wir nehmen alles mit, was möglich ist. Aktuell haben wir Gott sei Dank die Möglichkeit, in allen drei Wettbewerben das Maximale zu erreichen.

Das Interview führte Thomas Koos, NDR Hörfunk

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Handball im Tornetz © picture-alliance / Sven Simon Foto: FrankHoermann/Sven Simon

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Sport aktuell | 30.12.2019 | 09:25 Uhr

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