Flensburgs Handballprofi Magnus Röd © IMAGO / Lobeca

Auch Röd fällt aus: Corona- und Verletzungssorgen bei Flensburg

Stand: 25.11.2021 13:46 Uhr

Die personellen Sorgen bei der SG Flensburg-Handewitt werden immer größer. Zum heutigen Champions-League-Auswärtsspiel bei Dinamo Bukarest fehlen nicht nur die fünf Corona-Infizierten, sondern auch Magnus Röd, der erneut Knieprobleme hat.

Der norwegische Rückraumspieler, der gerade erst nach einem Anriss der rechten Patellasehne wieder fit geworden war, fällt bis auf Weiteres aus, teilte der Handball-Bundesligist am Donnerstag mit. Auf dem Spielberichtsbogen für die heutige Partie in Bukarest (18.45 Uhr) fehlen neben SG-Kreisläufer Simon Hald und dem Trainer-Duo Maik Machulla und Mark Bult auch Spielmacher Jim Gottfridsson und Rechtsaußen Hampus Wanne. Dass es sich bei den beiden Schweden um die weiteren der insgesamt fünf Impfdurchbrüche bei der SG handelt, bestätigte der Club nicht.

Machulla hatte seine Infektion und die von Bult am Mittwoch bekanntgegeben. "Das macht es natürlich besonders schwierig, sich auf das Spiel vorzubereiten", sagte Machulla mit deutlich belegter Stimme.

"Die Situation ist schwierig und ganz kurios. Ich weiß nicht, ob es so etwas überhaupt schon mal gab." SG-Trainer Maik Machulla

Jacobsen und Glandorf coachen

Michael Jacobsen, Trainer der zweiten Mannschaft in der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein, begleite die Mannschaft nach Bukarest, unterstützt von Vereinslegende Holger Glandorf, sagte Machulla. Er selbst halte über Videokonferenzen und -Telefonate engen Kontakt mit der Mannschaft. Dies sei aber extrem schwierig, "wenn man den Jungs nicht in die Augen gucken kann und nicht fühlt, wie die drauf sind". Den Umstand, dass ein Handball-Team ohne sein angestammtes Trainer-Duo in der Champions League antreten muss, nannte er "schwierig und ganz kurios. Ich weiß nicht, ob es so etwas überhaupt schon mal gab".

Flensburgs Trainer Maik Machulla hebt verzweifelt die Arme. © Imago Images
AUDIO: Machulla über Flensburgs Corona-Misere: "Schwierige und kuriose Situation" (4 Min)

Flensburg: Alle Fälle sind Impfdurchbrüche

Zuvor hatte der Verein am Mittwoch mitgeteilt, dass PCR-Tests keine weiteren Fälle über die fünf bereits bekannten hinaus ergeben hätten. Bei den mit dem Coronavirus Infizierten sollen durchgängig Impfdurchbrüche aufgetreten sein. Längere Zeit war unklar, ob die Partie in Bukarest ausgetragen werden kann. In der Handball-Bundesliga war die für vergangenes Wochenende geplante Auswärtspartie der SG bei der TSV Hannover-Burgdorf abgesetzt worden.

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"Glücklicherweise sind zu den bisher fünf positiv Getesteten keine weiteren dazugekommen“, teilte Pressesprecherin Isabel Hofmann mit. Geschäftsführer Dierk Schmäschke sagte, dass sich die fünf Betroffenen in häuslicher Quarantäne befinden, dass alle doppelt geimpft seien und keine oder nur leichte Krankheitssymptome zeigten.

Schmäschke: "Wir wollen und müssen spielen"

Der Manager berichtete zudem von einem "regen Austausch" mit der Europäischen Handball-Föderation (EHF), ob die Partie in Bukarest durchgeführt werden könne. Die relativ überschaubare Anzahl an Ausfällen habe letztendlich keine Grundlage für eine Absage geboten. "Wir wollen und müssen spielen, es gibt ohnehin nur wenige Termine für eine Neuansetzung", sagte Schmäschke. "Wir nehmen die Herausforderung an. Wir können auch unter diesen Bedingungen in Bukarest bestehen."

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Dierk Schmäschke, Geschäftsführer der SG Flensburg-Handewitt © IMAGO / Holsteinoffice

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Schmäschke erinnert sich gut an ähnliche Personalengpässe, die gemeistert wurden. Etwa an den Dezember 2012, als die SG von einem großen Verletzungspech getroffen war, in Montpellier mit nur neun Profis und drei Nachwuchsspielern antreten konnte und trotzdem mit 27:25 gewann.

Platz sechs würde fürs Achtelfinale reichen

Ein ähnlicher Husarenstreich wäre in der aktuellen Situation enorm wichtig. Erst am vergangenen Mittwoch verabschiedeten sich die Flensburger mit einem 37:30-Erfolg über Bukarest vom letzten Platz in der Staffel B und verbesserte sich auf Rang sechs, der für den Einzug ins Achtelfinale reichen würde. Eine Niederlage beim direkten Kontrahenten wäre ein Rückschlag.

Machulla: Trotzdem mit zwei Punkten nach Hause fahren

"Im Vergleich zum Hinspiel müssen wir uns deutlich steigern", analysierte Machulla, "vor allem in der Abwehr." Da müssen wir viel aggressiver und kompakter arbeiten." Vor allem die Führungsspieler müssten in der besonderen Lage noch mehr Verantwortung übernehmen. "Wir müssen da durch und das Beste draus machen. Wir hoffen, dass wir trotzdem mit zwei Punkten nach Hause fahren."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 25.11.2021 | 23:03 Uhr

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