Stand: 13.07.2011 12:10 Uhr  | Archiv

16 aus 74 - Der Streit um die Auswahl der Vereine

von Mirjam Bach, NDR Fernsehen
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Hermann Neuberger (ganz rechts) hatte Proteste kommen sehen.

Die verschmähten norddeutschen Clubs beantragten beim DFB, die Bundesliga auf 18 oder gar 20 Vereine aufzustocken. St.-Pauli-Präsident Wilhelm Koch monierte, dass vor Beginn der Saison niemand gesagt habe, dass am Ende der Tabellenplatz der Saison 62/63 entscheidende Bedeutung gewinnen könnte. Er schlug vor, dass "alle abgelehnten Bewerber in einer Qualifikationsrunde Platz 17 und 18 ausspielen" sollten. Selbst der Bundesligaausschuss bezeichnete die Nicht-Berücksichtigung der Offenbacher Kickers und der Alemannia Aachen als Härtefälle und empfahl dem DFB-Beirat, die Zahl der Bundesligisten auf 18 zu erhöhen.

"Alle Knochen verflucht"

Die 16 Gründungsmitglieder:

Hertha BSC Berlin
Eintracht Braunschweig
Werder Bremen
Borussia Dortmund
Eintracht Frankfurt
Hamburger SV
1. FC Kaiserslautern
Karlsruher SC
1. FC Köln
Meidericher SV (heute MSV Duisburg)
TSV 1860 München
SC Preußen Münster
1. FC Nürnberg
1. FC Saarbrücken
FC Schalke 04
VfB Stuttgart

Insgesamt legten 13 Vereine Protest beim DFB ein, unter anderem Bayern München und Borussia Mönchengladbach. Doch die Beschwerden wurden vom DFB-Vorstand am 31. Mai und 1. Juni 1963 zurückgewiesen. Aachen und Offenbach klagten sogar vor dem Frankfurter Landgericht gegen die Verweigerung der Bundesliga-Lizenz - ohne Erfolg. 16 aus 74 - schon vor der Auswahl hatte Neuberger prophezeit: "Ich bin mir darüber im Klaren, dass die Fünferkommission da oder dort über den Klee gelobt wird, und da oder dort, allen fünf Männern alle Knochen verflucht werden." Er sollte recht behalten.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 31.07.2011 | 23:15 Uhr

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