Lena Goeßling vom VfL Wolfsburg

VfL-Frauen geben das Meisterrennen noch nicht auf

Stand: 16.11.2020 12:37 Uhr  | Archiv

Dass die 1:4-Niederlage beim FC Bayern verdient war, daran bestand für die Frauen des VfL Wolfsburg kein Zweifel. Aufgeben wollen sie sich aber noch lange nicht.

Die Bayern müssten jetzt erst einmal mit dem Druck als Tabellenführer fertig werden - und der sei "enorm. Wir sind jetzt die Jäger", sagte VfL-Trainer Stephan Lerch, der noch "nicht die Flinte ins Korn werfen und den Bayern zur Meisterschaft gratulieren will." Natürlich sei die erste Liganiederlage der "Wölfinnen" seit 21 Monaten (auch damals in München) "erst einmal ein Dämpfer, aber es sind noch einige Spiele zu spielen. Es kommen vor allen Dingen noch einige englische Wochen, die sind auch immer sehr kräftezehrend", ergänzte der Coach und schob gleich eine Kampfansage hinterher: "Wir haben auch noch ein Rückspiel."

VfL kann Ausfälle nicht kompensieren

Dennoch: Die Investitionen in den Kader machen sich bei den Bayern klar bemerkbar. Viviane Asseyi, Klara Bühl oder Martina Hegering sind die erhofften Verstärkungen. In puncto Effizienz und mentaler Stärke haben die Münchnerinnen deutlich zugelegt. Und auch die Defensive um Hegering ist stabiler als in der Vergangenheit. Erst ein Gegentor hat der FCB in der bisherigen Saison kassiert - und das per Foulelfmeter zum zwischenzeitlichen Wolfsburger Anschlusstreffer durch Lena Goeßling. Die Münchnerinnen spielten also in Bestbesetzung, während die VfL-Frauen zahlreiche Ausfälle (Alexandra Popp, Pauline Bremer, Ewa Pajor) hatten und auch den Weggang von Top-Stürmerin Pernille Harder noch nicht kompensiert haben.

Das solle keine Ausrede sein, so Lerch, aber: "In solchen Spielen entscheiden eben Kleinigkeiten und an der einen oder anderen Stelle hat man schon gesehen, das sie uns fehlen - Ewa mit ihrer Schnelligkeit, Alex mit ihrer körperlichen Präsenz." Der Coach ist aber optimistisch, in der Rückrunde noch einmal angreifen zu können, wenn alle wieder fit seien: "Wir machen weiter und bleiben positiv."

Goeßling: "Wir stecken den Kopf nicht in den Sand"

Das versuchte auch VfL-Kapitänin Lena Goeßling, die grundsätzlich mit dem Auftreten des Teams zufrieden war: "Ich finde, dass wir dominanter waren in der ersten Halbzeit. Wir hatten auch die Spielkontrolle, haben uns aber leider im letzten Drittel nicht durchgesetzt. Bayern hat aus dem Nichts ein Tor gemacht und dann mit einem Standard das 2:0 hinterher." Das dritte Tor unmittelbar nach Wiederanpfiff sei dann natürlich auch "extrem ungünstig". Dennoch versprühte sie Optimismus: "Fünf Punkte Rückstand ist jetzt erst einmal deutlich, aber wir werden die Köpfe nicht in den Sand stecken."

Wolfsburg-Coach Lerch verwies auf die Saison 2018/2019. Da hatte der VfL nach neun Runden sogar sieben Zähler Vorsprung vor dem FC Bayern. Drei Monate später - nach der 2:4-Niederlage in München - waren beide Teams wieder punktgleich. Das Blatt wenden konnte der FCB damals aber nicht. Wolfsburg wurde Meister. In dieser Spielzeit ist der Weg zum Titel für den Seriensieger deutlich schwieriger.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 15.11.2020 | 14:00 Uhr

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