Stand: 19.06.2012 15:24 Uhr  | Archiv

Porträt HSV: "Erstklassiges" Schwergewicht

Uwe Seeler nach seinem Abschiedsspiel im Volksparkstadion 1972 © dpa
HSV-Ikone Uwe Seeler wird nach seinem Abschiedsspiel im Volksparkstadion 1972 auf Schultern getragen.

Scheinbar unaufhaltsam tickt der gesamte Stolz des Hamburger SV in der WM-Arena vor sich hin. Die "Ewige Bundesliga-Uhr" ist ein Symbol für den Erfolg der Hanseaten. Als einzige Mannschaft in Deutschland spielt der HSV seit Gründung der Bundesliga 1963 ohne Unterbrechung im Fußball-Oberhaus. Nicht zuletzt seine Tradition macht den Rauten-Club zu einem großen Verein. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelten die Norddeutschen in der Oberliga Nord eine Dominanz, die ihresgleichen sucht. Bis zur Einführung der Bundesliga beendeten die Hamburger 15 Mal die Saison als Meister, lediglich 1954 konnte Hannover 96 die HSV-Serie durchbrechen. Auf den ersten Meistertitel der Nachkriegszeit mussten die Hanseaten bis 1960 warten. Zwei Treffer von Club-Ikone Uwe Seeler und ein Tor von Charly Dörfel beim 3:2-Finalsieg gegen den 1. FC Köln sicherten schließlich den Hamburgern die Meisterschaft. 1977 holten die Norddeutschen ihren ersten internationalen Titel und besiegten im Endspiel des Europacups der Pokalsieger den RSC Anderlecht mit 2:0. Zwischen 1979 und 1984 wurde der HSV dreimal Meister und dreimal Zweiter.

Der größte Triumph: Europacup-Sieger 1983

Aleksandar Ristic, Felix Magath, Ernst Happel und Günther Netzer (v.l.) mit dem Europapokal der Landesmeister © picture-alliance / Sven Simon
Aleksandar Ristic, Felix Magath, Ernst Happel und Günther Netzer (v.l.) mit dem Europapokal der Landesmeister.

Stars wie Kevin Keegan, Uli Stein, Manfred Kaltz oder Horst Hrubesch waren nicht nur in Hamburg populär. Mit Franz Beckenbauer beendete die wohl größte Persönlichkeit des deutschen Fußballs 1982 mit der Meisterschale in der Hand seine eindrucksvolle Karriere im HSV-Trikot. Ein Jahr später schlug die bedeutendste Stunde des Clubs. Felix Magath sorgte mit seinem Tor gegen Juventus Turin für den Sieg im Europacup der Landesmeister. 1987 folgte mit dem DFB-Pokalsieg der bislang letzte große Triumph. Falsche Personalentscheidungen und eine riskante Finanzpolitik brachten den HSV Anfang der 1990er Jahre an den Rand der Pleite. Erst der Verkauf von Starspieler Thomas Doll für 17 Millionen Mark zu Lazio Rom bedeutete die Rettung. Sportlich dümpelte der Club viele Jahre im Mittelmaß herum. Der Stadionumbau und die Umstrukturierung des Vereins etablierten den HSV nur kurzeitig wieder unter den Top-Vereinen in Deutschland. Ein weiterer großer Titel blieb dem Traditionsclub bis dato verwehrt. In der Saison 2011/2012 wurde der erstmalige Abstieg aus dem Oberhaus nur knapp verhindert, Tabellenrang 15 bedeutete die schlechteste Platzierung der Bundesliga-Vereinsgeschichte.

Verein
Vollständiger Vereinsname:Hamburger Sport-Verein e.V.
Gegründet:Am 1. Juni 1919 vereinigen sich der SC Germania, der Hamburger FC und der FC Falke 1906 zum Hamburger SV. Als Gründungsdatum wird der Gründungstag des SC Germania gewählt, der 29. September 1887.
Vereinsfarben:blau-weiß-schwarz
Mitglieder:70.095 (Stand: 01.01.2012)
Größte Erfolge:7 x Deutscher Meister (1922/1923/1928/1960/1979/1982/1983), 3 x Deutscher Pokalsieger (1963/1976/1987), 2 x Deutscher Ligapokalsieger (1973/2003), 1 x Europokalsieger der Pokalsieger (1977), 1 x Europapokalsieger der Landesmeister (1983)
Spielstätte
Stadion:Imtech-Arena
Fassungsvermögen:57.000 Zuschauer
Anfahrt:Über die Autobahn A 7 Abfahrt Volkspark, Schnackenburgallee und Stadionstraße
Personal
Trainer:Thorsten Fink
Co-Trainer:Patrick Rahmen, Frank Heinemann
Sportchef:Frank Arnesen
Vorstandsvorsitzender:Carl-Edgar Jarchow

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 29.09.2012 | 22:00 Uhr

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