Oldenburgs Spieler feiern die Meisterschaft in der Regionalliga Nord. © IMAGO / Nordphoto

Drittliga-Play-offs: VfB Oldenburg will Überraschung schaffen

Stand: 28.05.2022 10:02 Uhr

Die ersehnte Rückkehr in den Profifußball ist für den VfB Oldenburg nahe. Nach dem Gewinn der Meisterschaft in der Regionalliga Nord warten nun zwei Duelle mit dem Nordost-Champion BFC Dynamo. Heute findet das Hinspiel in Berlin statt (im Livestream bei NDR.de). 600 Fans reisen mit.

BFC-Trainer Christian Benbennek war am vergangenen Sonnabend im Marschwegstadion am Ort, als die Oldenburger den Regionalliga-Titel durch ein 1:1 gegen Holstein Kiel II perfekt machten. Doch der Coach hätte sich seine Spionage-Tour sparen können: "So, wie die gespielt haben, werden wir sie nicht gegen uns sehen. Da wurden mehrere Stammspieler geschont, die Flügel waren seitenverkehrt besetzt. Das war nicht der VfB Oldenburg, wie ich ihn kenne", ließ sich Benbennek im "Berliner Kurier" nicht von den Aktionen seines VfB-Amtskollegen Dario Fossi täuschen. Zum Hinspiel werden 600 Oldenburger Fans nach Berlin begleiten.

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VfB-Sportchef Schachten erwartet "Fifty-Fifty-Duelle"

Die kleine Episode zeigt, dass die Oldenburger alle Register ziehen, um dem klar favorisierten DDR-Oberliga-Rekordmeister ein Bein stellen zu können. Chancenlos sieht VfB-Sportchef Sebastian Schachten sein Team nicht. Sowohl die Partie heute in Berlin (14 Uhr, im NDR Livecenter) als auch das Rückspiel am 4. Juni in Oldenburg (live im TV und im NDR Livecenter) seien "Fifty-Fifty-Duelle", sagte der frühere St.-Pauli-Profi dem NDR: "Wir werden alles raushauen, was wir haben."

Oldenburg-Kapitän Wegner: "Wir haben richtig Bock"

Die VfB-Spieler jedenfalls sind heiß: "Wir haben richtig Bock", versicherte Kapitän Max Wegner und freut sich vor allem auf das Heimspiel im Marschwegstadion: "Das wird auf den Tribünen voller als gegen Kiel. Da werden wir noch einmal Gas geben und das wird richtig brennen." Gegen Kiel waren 3.600 Zuschauer dabei. Das Fan-Potenzial ist beim einstigen Zweit- und Fast-Bundesligisten vorhanden: Sollte der Aufstieg gelingen, rechnet der VfB mit einem Zuschauer-Schnitt von 6.000 bis 7.000.

BFC: Geforderte Bürgschaft wohl kein Problem

Von möglichen finanziellen Schwierigkeiten beim Gegner, die dessen Aufstieg verhindern könnten, lassen sich die Niedersachsen nicht beirren. So muss der BFC zwar für die Teilnahme an der Dritten Liga noch eine Bürgschaft in Höhe von 900.000 Euro beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) hinterlegen - aber eine Woche vor Fristablauf (1. Juni, 17 Uhr) hatte der Verein durch Sponsoren und Spenden bereits 720.000 Euro zusammenbekommen.

Fossi warnt vor "abgezocktem" BFC

"Wirtschaftlich gesehen hat Dynamo viel größere Möglichkeiten als wir. Deshalb können sie sich auch viel mehr ehemalige Profis leisten als wir oder Weiche Flensburg. Das ist eine ganz abgezockte und erfahrene Regionalliga-Mannschaft", sagte Fossi der "Nordwest-Zeitung". So blickt allein Berlins Topstürmer Christian Beck (23 Saisontreffer) auf 175 Drittliga- und 31 Zweitliga-Partien mit insgesamt 72 Toren für den 1. FC Magdeburg zurück.

VfB-Verteidiger Appiah: "Alles für uns drin"

Aber auch in den Oldenburger Reihen ist Erfahrung vorhanden: Verteidiger Marcel Appiah beispielsweise absolvierte 115 Drittligapartien und lief auch schon 52 Mal in der Zweiten Liga auf.

Den früheren Profi des VfL Osnabrück beschäftigen auch nicht die Diskussionen um den erforderlichen Umbau des nicht Drittliga-tauglichen Marschwegstadions oder den möglichen Bau einer neuen Arena: "Wenn ich die selbst bauen müsste, würde sie nach einem Spiel einstürzen." Appiah kümmert sich lieber um den sportlichen Erfolg - und da ist der 34-Jährige zuversichtlich: "Es ist für uns alles drin."

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Hallo Niedersachsen | 28.05.2022 | 19:30 Uhr

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