Tiefgekühlte Beeren: Vorsicht vor Krankheitserregern

Stand: 19.03.2021 15:57 Uhr

Tiefgefrorene Beerenmischungen sind beliebt. Doch der Inhalt kann krank machen. Sie sollten auf keinen Fall einfach direkt verarbeitet oder gegessen werden.

von Christian Lang

Ob auf dem Obstkuchen, in Quarkspeisen, Smoothies oder auf dem Müsli: Beerenmischungen aus der Tiefkühltruhe sind vielseitig einsetzbar. Oftmals werden sie im Rohzustand direkt aus der Verpackung weiter verarbeitet. Regelmäßig stellen Behörden allerdings Pestizidrückstände in den Tiefkühlbeeren fest. Diese liegen zwar in der Regel unter den gesetzlich festgelegten Grenzwerten. Doch bei bis zu 17 verschiedene Pestiziden, die beispielsweise in Erdbeeren nachgewiesen wurden, ist der Rat der Lebensmittelüberwacher eindeutig: Vor dem Verzehr sollen die Früchte unbedingt abgewaschen werden.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert, dass bei der Grenzwertbestimmung der Fokus zu wenig auf die Wechselwirkungen der einzelnen Pestizide im menschlichen Organismus gerichtet ist. Das Bundesamt für Risikobewertung sieht zwar keinen akuten Handlungsbedarf, bestätigt jedoch auf Anfrage von Markt, dass hier weiterer Forschungsbedarf besteht.

Gefrorene Beeren vor der Verarbeitung unbedingt erhitzen

Immer wieder werden in Tiefkühlbeeren auch Krankheitserreger gefunden. So wurden Früchtemischungen zum Beispiel schon wegen einer möglichen Verunreinigung mit Noroviren aus dem Handel zurückgerufen. Auch wegen möglicher Hepatitis-A-Erreger raten die Verbraucherschutzbehörden dazu, dieBeeren vor dem Verzehr auf mindestens 90 Grad Kerntemperatur zu erhitzen. Dadurch werden Krankheitserreger unschädlich gemacht. Das ist besonders für empfindliche Menschen wie Kleinkinder, Schwangere, Ältere und immungeschwächte Personen wichtig. Doch auf keinem der von Markt untersuchten Produkte fand sich ein entsprechender Hinweis. Stattdessen schlagen alle Hersteller vor, die Beeren bei Zimmertemperatur auftauen zu lassen. Einige drucken sogar Rezeptvorschläge ab, in denen rohe Beeren weiterverarbeitet werden.

Wie gelangen die Keime auf die Früchte?

Als Grund für die immer wieder auftretenden Verunreinigungen werden Anbau, Transport und Verarbeitung der empfindlichen Produkte vermutet. So können der unsachgemäße Einsatz von Dünger, die Nutzung verunreinigten Wassers oder die hygienischen Bedingungen in der Produktionskette hierfür verantwortlich sein. Doch auch die Tatsache, dass zum Beispiel Erdbeeren am Boden wachsen, macht sie anfällig für Krankheiten, die von Tieren übertragen werden können. Da die Früchte in der Regel aus dem Ausland kommen, sind hier die staatlichen Kontrollmöglichkeiten reduziert.

Mischung und Reifegrad stimmen nicht immer

Auf den Abbildungen der Packungen ist stets ein ausgewogenes Mischungsverhältnis der Beeren zu sehen. Doch in der Markt-Stichprobe stimmte nur bei einem Produkt die tatsächliche Mischung im Beutel mit der Reihenfolge der Zutatenliste überein. Mal fehlten die Blaubeeren, mal waren nur drei Kirschen enthalten. Zudem mangelte es einigen Früchten am richtigen Reifegrad. Konfrontiert mit diesem Ergebnis gab ein Hersteller an, dieses Ungleichgewicht werde durch die Mechanik der Portionierungswaage verursacht.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 22.03.2021 | 20:15 Uhr

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