Stand: 22.03.2018 14:31 Uhr  | Archiv

"Schulen sind nicht vorbereitet"

von Hagen, NDR Newcomernews

Die Sicherheitsfrage in der Schule, speziell im Bezug auf einen Amoklauf, ist meiner Meinung nach nicht ausreichend geklärt. Bei Recherchen konnte ich herausfinden, dass es durchaus Überlegungen und Maßnahmen gibt, was in solch einem Fall zu tun ist. Allerdings scheitert das oft an verschiedenen Auflagen oder den Kosten. So empfehlen Experten von außen verschlossene Türen oder eine Gegensprechanlage. Doch diese Vorrichtungen sieht man am Innerstädtischen Gymnasium in Rostock und vielen anderen Schulen nicht. Verschiedene Schulen haben unterschiedliche Merkblätter und Signaltöne vorbereitet, allerdings sind andere damit nicht ausgestattet.

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Innerstädtisches Gymnasium Rostock © NDR Foto: NDR Newcomernews

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Sicherheit ist teuer

Allgemein sind einige Schulen auf den unrealistischen Fall eines Amoklaufs schlecht vorbereitet. Wie auch? Öffentlichen Schulen fehlt meist das Geld für technische Maßnahmen. Auch gängige Merkblätter, an die auch alle rankommen, gibt es nicht. Zwar können Schulen diese selber drucken oder kaufen, doch wäre ein Standardheft für alle nicht sinnvoller?

VIDEO: Was tut die Schule bei einem Amoklauf? (6 Min)

Bundesregierung in der Pflicht

Ich bin der Meinung, dass Schulen am besten gesichert werden, wenn sie alle ein gleiches, gut durchdachtes System befolgen, das für alle verpflichtend gilt. Sicherlich wäre es sinnvoll, wenn die Bundesregierung so ein Programm rausgeben würde.

Innerstädtisches Gymnasium Rostock © NDR Foto: NDR Newcomernews

AUDIO: Angst vor einem Amoklauf? Das sagen die Schüler (6 Min)

Ich schlage vor: Jede Schule erhält eine Übersicht, die in jedem Klassenraum aushängen muss. Jede Schule hat den gleichen Signalton im Falle des Falles und dieser ist jedem bekannt. Jede Schule erhält eine vom Staat finanzierte technische Vorrichtung wie etwa ein Gegensprechsystem. Jede Schule ist verpflichtet, aus dem Lehrerkollegium eine "Notfallgruppe" zu bilden, die extra ausgebildet ist und im Notfall die Führung übernimmt. Des Weiteren wäre ein/e Schulsozialarbeiter/in sicherlich gut, um frühzeitig mögliche Täter zu erkennen und sie von einem Amoklauf abzuhalten.

Mit diesen Maßnahmen würde aus einem unrealistischen Szenario eines Amoklaufs vielleicht in Zukunft ein unmögliches Szenario werden. Und ein friedliches, unbesorgtes Schulleben wäre gesichert.

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