Eine Frau arbeitet im Home-Office an einem Laptop.  Foto: Westend61

Corona und HomeOffice: Steuertipps vom Fachmann

Stand: 11.03.2021 11:04 Uhr

Wer seine Arbeit in Zeiten von Corona vorwiegend daheim erledigt, kann die Ausgaben dafür steuerlich geltend machen. Wir sagen Ihnen, was Sie wissen müssen.

von Kathrin Weigel

Im Januar 2021 hat das Bundesarbeitsministerium Arbeitgeber verpflichtet, die Möglichkeit im Homeoffice arbeiten zu können, anzubieten - vorausgesetzt, es gibt keine zwingenden betrieblichen Gründe, die dagegen sprechen. Bis Ende April ist diese Maßnahme verlängert worden. Weil viele daheim nicht mit der passenden Technik ausgestattet waren, wurde angeschafft: Laptops und Computer, Bildschirme, Tastaturen, Drucker, Sicherheitssoftware, Schreibtische und Bürostühle.

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Kosten fürs das Homeoffice

Im besten Fall übernimmt der Chef die Kosten, abhängig davon, was mit ihm vereinbart ist. Wenn er nicht die komplette Rechnung übernehmen kann oder will, kann sich der Arbeitgeber auch mit Zuschüssen beteiligen.

Mit dem Laptop in der Arbeitsecke

Wer zum Beispiel mit dem Laptop am Küchentisch arbeitet, erledigt sein Homeoffice aus Sicht der Finanzämter in einer Arbeitsecke. Hier können Betroffene für die Jahre 2020 und 2021 die neu eingeführte Homeoffice-Pauschale geltend machen. Vorgesehen sind dafür fünf Euro pro Tag, begrenzt auf 120 Tage, insgesamt maximal 600 Euro im Jahr. Dieser Posten fällt allerdings in die Werbungskostenpauschale, die bei 1.000 Euro liegt. Wer nichts anderes zum absetzen habe, dem nützte die Homeoffice-Pauschale nichts, sagte der Schweriner Steuerberater Martin Rachow beim Serviceschwerpunkt von NDR 1 Radio MV.

Homeoffice-Pauschale deckt Mehraufwand ab

Steuerberater Martin Rachow
Homeoffice in Corona-Zeiten kann Steuern sparen helfen. Der Schweriner Steuerberater Martin Rachow rät: "Sprechen Sie auch mit Ihrem Chef".

Die Homeoffice-Pauschale soll dabei den gesamten Mehraufwand abdecken. Darunter fallen Nebenkosten wie Strom und Wasser, die steigen, wenn den ganzen Tag von zuhause aus gearbeitet wird. Für den Telefonanschluss können 20 Prozent der monatlichen Telefonrechnung geltend gemacht werden, maximal aber 20 Euro. Nicht ganz so einfach wird es beim Internetanschluss, da viele mittlerweile eine Flatrate nutzen und es schwierig ist, den Mehraufwand nachzuweisen. Hier rät der Schweriner Steuerberater Martin Rachow : "Sprechen Sie mit Ihrem Chef". Dieser darf nämlich einen Internetzuschuss von maximal 50 Euro geben. Die Homeoffice-Pauschale funktioniert nicht, wenn Sie beispielsweise am Vormittag Akten aus dem Büro holen und diese am Nachmittag bearbeiten. Sie gilt nur, wenn den ganzen Tag ausschließlich zu Hause gearbeitet wird.

Was für das Arbeitszimmer gilt

Im Idealfall hat das Finanzamt das Arbeitszimmer anerkannt. Nur dann können Heimarbeitende alles absetzen. Die Voraussetzungen und Bedingungen dafür sind jedoch sehr streng. So muss der Raum beispielsweise abschließbar sein. Außerdem sollte das Zimmer zu 90 Prozent, also fast ausschließlich, beruflich genutzt werden. Das bedeutet: Eine Topfpflanze im Arbeitszimmer wäre ok, aber private Gegenstände wie Spielsachen der Kinder oder ein Gästebett sollten nicht darin stehen. Wer erstmals ein Arbeitszimmer steuerlich geltend machen möchte, muss oft einen mehrseitigen Fragebogen ausfüllen und einen Grundriss beifügen.

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