VIDEO: Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 3 mit dem Noah Quartett (2022) (35 Min)

Beethoven, Schubert, Ravel: Kammerkonzert mit Noah Quartett

Musik von Franz Schubert, Maurice Ravel und Ludwig van Beethoven: Das Noah Quartett, bestehend aus Mitgliedern des NDR Elbphilharmonie Orchesters, spielt in der Kammermusik im Kleinen Saal der Elbphilharmonie.

Di, 18.06.2024 | 19.30 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Kleiner Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Noah Quartett:
Alexandra Psareva Violine
Michael Stürzinger Violine
Erik Wenbo Xu Viola
Bettina Barbara Bertsch Violoncello

FRANZ SCHUBERT
Quartettsatz c-Moll D 703
MAURICE RAVEL
Streichquartett F-Dur
LUDWIG VAN BEETHOVEN
Streichquartett F-Dur op. 59 Nr. 1

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Schuberts Quartettsatz

Wie seine gesamte späte Quartettmusik gehört auch der rätselhafte einzelne Quartettsatz in c-Moll zu den unbestrittenen Hauptwerken der musikalischen Frühromantik. Auf Dezember 1820 datiert, gehört das Stück zu dem bei Schubert nicht eben kleinen Werkteil verstreuter Einzelsätze, die es nicht bis zu einer mehrsätzigen Vollendung brachten. Die flirrende, tragische Energie, die das Werk abstrahlt, lässt bedauern, dass Schubert diese überaus bedeutungsvolle Konzeption nicht in einem vollständigen Streichquartett aufgehen ließ.

Schwer, aber gediegen

Beethovens drei Quartette op. 59, um 1806 für den in Wien lebenden russischen Diplomaten Rasumowsky geschrieben, bedeuteten für die Gattung Streichquartett nichts Geringeres als eine Revolution. Nie zuvor war an dieser Stelle eine vergleichbare Dichte motivischer Kombinatorik, polyphoner Geschmeidigkeit und thematischer Finesse erreicht worden. Es spricht für die hohe musikalische Bildung von Beethovens Zeitgenossen – zumindest der Kenner –, dass diesen Werken von Anfang an beispielloser Erfolg zuteil wurde: "In Wien gefallen Beethovens neueste schwere, aber gediegene Quartetten immer mehr; die Liebhaber hoffen sie bald gestochen zu sehen", wie ein enthusiastischer Rezensent bereits 1807 meldete.

Der Meisterschüler

Es mag heute schwer nachzuvollziehen sein – doch Ravels Streichquartett von 1903 gehörte zu denjenigen seiner Werke, deren erstes Erscheinen nicht nur Verblüffung und Erstaunen, sondern durchaus Ablehnung und Gegnerschaft hervorriefen. Ravel, 28 und ein Meisterschüler Gabriel Faurés, lieferte hier geradezu eine Überfülle an intrikaten melodischen und harmonischen Überraschungen, für die, wie sich dann zeigte, die Zeit keineswegs reif war. Fauré als Widmungsträger stand dem Werk sehr reserviert gegenüber, und die alten Kollegen aus der Kompositionsklasse verhielten sich in der Mehrzahl ebenso. Es bedurfte einiger deutlicher Worte von Claude Debussy, um dem Werk allmählich doch seinen Weg zu bahnen. Heute gibt es kein Streichquartett mehr, das nicht geradezu darauf wartet, es auf sein Programm setzen zu können – immer zur Freude des Publikums, das diesen Klassiker des frühen 20. Jahrhunderts längst schätzen gelernt hat.

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