Eine Frau sitzt traurig auf dem Flurboden einer Wohnung. © Newscom Foto: Rafael Ben-Ari

In Greifswald gibt es bald eine Suizid-Präventionsbox

Stand: 21.01.2021 10:20 Uhr

Erste Hilfe für die Seele – das ist die Idee hinter der sogenannten Lebensbox. Der Greifswalder Förderverein (in Gründung) depribuddy.org arbeitet an einer sogenannten Suizid-Präventionsbox.

Die Lebensbox soll an Suizid-Hotspots, Schulen oder Betrieben aufgestellt werden, um Menschen zu helfen, die sich auf Grund von Lebenskrisen oder Depressionen in einer bedrohlichen Situation befinden.

Das beinhaltet die Lebensbox

Sie ist gefüllt mit Notfallnummern, Motivationskarten und sogenannten Skills. Das sind Fähigkeiten oder künstlich herbeigeführte Reize, die es einem ermöglichen können, sich aus einer akuten Belastungssituation zu befreien. Diese Skills sorgen für einen extremen Reiz, durch den körpereigene Opioide ausgeschüttet werden und das Gehirn wieder in einen „Normalzustand“ zurückkehrt. Diese extremen Reize können zum Beispiel scharfe Bonbons, Ammoniak-Ampullen oder Igelbälle sein, aber mit etwas Training auch alltägliche Aufgaben wie spazieren gehen, Sport, malen oder lesen.

So viele Menschen wie möglich vor dem Suizid bewahren

In Mecklenburg-Vorpommern sterben etwa 200 Menschen pro Jahr durch einen Suizid. Bundesweit bewegen sich die Suizidzahlen rund um die 10.000er-Marke. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Pasewalk oder Wolgast. Ende März sollen die ersten 100 Boxen in Berlin an den Start gehen. Perspektivisch möchten die Initiatoren 10.000 Lebensboxen in ganz Deutschland verteilen - mit dem Ziel, so viele Menschen wie möglich vor einem Suizid zu bewahren.

Die wichtigsten Anlaufstellen bei Depression

  • Telefonseelsorge: anonyme, kostenlose Beratung rund um die Uhr; Tel. (0800) 111 0 111 oder (0800) 111 0 222
  • Kinder- und Jugendtelefon "Nummer gegen Kummer": kostenlose Beratung von Mo bis Sa, 14 bis 20 Uhr, Tel. 116 111. Elterntelefon: Mo bis Fr, 9 bis 11 Uhr sowie Di und Do, 17 bis 19 Uhr unter (0800) 111 05 50
  • Info-Telefon der Deutschen Depressionshilfe: Mo, Di und Do, 13 bis 17 Uhr sowie Mi und Fr, 8.30 bis 12.30 Uhr. Tel. (0800) 334 45 33. Die Deutsche Depressionshilfe bietet einen Selbsttest sowie eine Übersicht zu regionalen Angeboten.
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst der Krankenkassen: 116 117.
  • Ambulanz der psychiatrischen Abteilung einer Klinik vor Ort - in jedem Fall bei Suizidgedanken.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.01.2022 | 10:00 Uhr

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