Unscharfe und schwarz-weiße Fotografie vom 14-jährigen Martin Drewes (Archivbild).

Cold Case: Spezial-Ermittler rollen Tod von 14-Jährigem auf

Stand: 13.07.2021 15:00 Uhr

Im Oktober 1997 verschwindet der 14-jährige Martin Drewes in Boizenburg. Nach fast zwei Wochen wird sein Leichnam gefunden, ein Täter aber bleibt unbekannt. Eine spezielle Cold-Case-Einheit kümmert sich nun erneut um den Fall.

Im Mecklenburger Polizeipräsidium arbeitet gut eine handvoll Kriminalisten in einer neu geschaffenen Einheit: der "Cold Case Unit" (CCU). Die Sonder-Ermittler kümmern sich um ungeklärte Mord- und Vermisstenfälle. Zu 21 Fällen seit der Wende fehlen bis heute die Täter. Beispielsweise erlauben neue wissenschaftliche oder kriminaltechnische Möglichkeiten Spuren neu zu untersuchen, die auch Jahrzehnte nach einem Kriminalfall noch zum Erfolg führen können. Nun haben die Kriminalermittler einen Fall neu aufgerollt, bei dem sie glauben, es könnte neue Ermittlungsansätze geben.

Vermisst nach Disco-Besuch

Am 27. Oktober 1997 verschwand der 14-jährige Martin Drewes nach einem Schuldisco-Besuch in Boizenburg. Im"Kulti", dem damaligen Kulturhaus Kurt-Bürger, das kaum 100 Meter von seinem Wohnhaus entfernt lag, wurde er zuletzt gesehen. Nach fast zwei Wochen wird sein Leichnam bei einer Treibjagd in einem Wald direkt an der B5, der alten Fernstraße zwischen Hamburg und Berlin, gefunden. Die Obduktion ergab, dass der 14-Jährige getötet wurde, aber bis heute ist unklar, wer den Jungen umgebracht hat.

Fall bei "Aktenzeichen XY"

Gut 20 Jahre nach dem Mord nimmt sich das Team um den Leiter der "Cold Case Unit", Olaf Kopischke, den Mord noch einmal vor und geht damit auch an die Öffentlichkeit. Die Kriminalisten erhoffen sich durch die Fernsehsendung "Aktenzeichen XY" am Mittwoch neue Hinweise. Jede noch so kleine Erinnerung der Zuschauer könnte die entscheidende Verknüpfung zum Täter herstellen. Der Mord an Martin Drewes verjährt nicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 13.07.2021 | 19:30 Uhr

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