Stand: 05.05.2011 11:07 Uhr  | Archiv

Gala: 60 Jahre "Zwischen Hamburg und Haiti"

von Patricia Batlle

Mittendrin sein, wenn etwas in der Welt geschieht, es mit den Sinnen miterleben, mithören, fast mitschmecken: Das ist seit 60 Jahren ein Ziel der ältesten Radio-Reportagereihe Deutschlands - "Zwischen Hamburg und Haiti".

Mittendrin in der Jubiläumsgala in der Kaffeerösterei in der Hamburger Speicherstadt waren am Mittwochabend auch die geladenen Gäste der Veranstaltung. Umweht vom Duft der Kaffeebohnen aus Kuba, Peru, Äthiopien oder Malawi erlebten die Anwesenden, wie NDR Hörfunk-Programmdirektor Joachim Knuth die Gala zu sechs Jahrzehnten "Zwischen Hamburg und Haiti" eröffnete - eine Sendung, die "zum kollektiven Gedächtnis des Norddeutschen Rundfunks gehört", so Knuth.

Zur Veranstaltung mit den Redakteuren Wolfgang Heinemann und Dörte Hansen-Jaax hatte Knuth fast die gesamte Belegschaft der Sendereihe geladen. Allen voran Heinemanns Vorgänger Wolfgang Meisenkothen: 28 Jahre lang hat er die Sendung gestaltet und geprägt. Als der Moderator des Abends Andreas Bormann ihn befragte, kam Meisenkothen, redaktionsintern liebevoll "Meise" genannt, in Fahrt. Gerne erzählte der pensionierte Redakteur von seinen Reisen.

"Ein Reisebericht ist immer ein kleines Kunstwerk"

Meisenkothen gilt als Entdecker des (Polar-)Forschers Arved Fuchs, der als Ehrengast zur Gala geladen wurde. Ob sich seine Rolle vom Entdecker zum Missionar gewandelt habe, wollte Bormann vom Forscher erfahren. Er sehe sich jetzt eher als Mahner, sagte Fuchs, der voraussichtlich im Juli 2011 wieder auf Expedition geht.

Eine der ältesten Hörerinnen der Sendereihe brachte den Zauber der Sendung auf den Punkt: "Ein Reisebericht ist immer ein kleines Kunstwerk", sagte Ursula Kaden aus Neuseehagen, ein "Ort im vorpommerschen Küstenhinterland". Seit Jahrzehnten hört sie am Sonntag die Reportagen aus aller Welt und hat ihre 14-jährige Enkelin Haldes mit der Liebe zur Sendung "angesteckt". Seit ihrem dritten Lebensjahr lauscht auch die Jugendliche den Berichten.

Details aus der Technik

Technische Einzelheiten der Reihe erläuterte die Aufnahmeleiterin der Reihe, Birgit Meier: "Früher haben wir bei den Konsulaten angerufen, wenn wir wissen wollten, wie etwas betont wird, heute haben wir dafür die Aussprachedatenbank", sagte Meier. Zwischen den Interviews, etwa mit der früheren ARD-Korrespondentin in New York Lena Bodewein und den Kostproben der Sprecher Cornelia Schramm und Peter Bieringer, gab der Musiker Achim Reichel, der in direkter Linie "von einem Schiffsmasseur" abstammt, maritime Klassiker zum Besten. Einer durfte dabei nicht fehlen: Hans Albers' titelgebendes Lied zur Sendereihe. Es verrät, was nun wirklich zwischen Hamburg und Haiti liegt: die Liebe.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Zwischen Hamburg und Haiti | 08.05.2011 | 09:30 Uhr