Stand: 29.11.2015 09:00 Uhr  | Archiv

Warum brennen Brennnesseln?

Ein Junge mit gehobenem Zeigefinger steht vor einer Tafel, an der ein Foto haftet: Brennnesseln © Fotolia.com Foto: Junge vor Tafel: photophonie, Foto: istext
Sie sehen eigentlich schön aus. Warum aber brennen Brennnesseln?

Die Blätter von Brennnesseln sind knallgrün, relativ spitz und rund herum gezackt. Anfassen sollte man sie wenn möglich nicht, wissen die Kinder der Klasse 5b des Gymnasiums KaiFU in Hamburg: "Dann bekommt man so ganz viele kleine Hügel, ähnlich wie Mückenstiche. Das juckt dann richtig doll. Und es wird ein bisschen rot. Mein Papa hat mal in einen Brennnesselbusch gefasst, weil er da einen Ball rausholen musste. Ein Woche lang war sein Arm viel dicker und es war richtig angeschwollen."

Brennhärchen an den Blättern sind Schuld

Wenn Brennnessel-Blätter die Haut berühren, brennt es also, das heißt es juckt und wir bekommen unangenehme Quaddeln. Schuld daran sind klitzekleine Stacheln an den Blättern der Brennnessel. "Aber es brennt nur, wenn man an den kleinen Stacheln anfasst", sagt Bennet. "Oben auf der Fläche des Blattes brennt es nicht.“ Das liegt daran, dass oben auf den Blättern sind keine Stacheln sind, erklärt Biologie-Lehrerin Ute Strubel. Sie weiß genau, wo man nicht anfassen sollte, weil dort die Brennhärchen sind: "Am Blattrand nach außen stehend, da sind die Stacheln. Sie sind im Prinzip wie kleine Waffen nach außen gestreckt. Und im Mikroskop sieht man wie unglaublich spitz sie sind."

Spitz, empfindlich und mit Gift gefüllt

Die Stacheln sind also die Waffen der Brennnesseln. Von innen sind sie hohl, wie ein kleines Röhrchen. "In ihnen drin ist ein Giftstoff, der frei gesetzt wird, wenn diese Röhrchen brechen. Und das tun sie schon, wenn man nur leicht dagegen kommt.“ Ist das Härchen gebrochen spritzt das Gift in die Haut und sorgt für das unangenehme Jucken. Damit schützt sich die Brennnessel, vor Tieren, die sie aufessen wollen und auch davor, dass Menschen sie pflücken.

Manchen Tieren aber können die Härchen nichts anhaben, weil zum Beispiel ihre Haut so hart ist, dass die Brennnessel ihr Gift da nicht rein spritzen kann. Das ist sehr praktisch für diese Tiere, erklärt Lehrerin Ute Strubel: "So manche Schmetterlinge legen ihre Eier unter die Blätter. Da sind sie dann besonders gut geschützt vor Fressfeinden. Gleichzeitig fressen die Raupen, die aus den Eiern schlüpfen, die Blätter der Brennnesseln. Aber nur so viel, dass sie die Brennnessel nicht umbringen, denn das wäre ja nicht sinnvoll."

Einige Tiere können Brennnesseln essen

Vor manchen Fressfeinden aber, schützen auch die Härchen mit dem Gift nicht, wissen die Mädchen der 5b: "Ich hab mal gesehen, dass Esel die Brennnesseln essen, einfach so als wäre da gar nichts dran. Ich glaub auch, dass Schnecken Brennnesseln essen, weil sie nämlich mit dem Schleim dann geschützt sind." Genauso ist es. Und auch wir Menschen können Brennnesseln zu uns nehmen. Als Tee zum Beispiel. Klar, wenn die Blätter getrocknet und zu Tee verarbeitet sind, lebt die Pflanze ja nicht mehr. Dann hat auch das Gift in ihren Härchen seine Wirkung verloren.

Bennet hat schon mal Brennnesselsalat gegessen: "Schmeckte eigentlich gar nicht so übel." Und eine Klassenkameradin ergänzt: "Das geht nur, wenn die Brennnesseln noch ganz ganz ganz klein sind. Junge Pflanzen brennen noch nicht. Dann kann man die einfach pflücken und essen."

Spuke hilft gegen das Brennen

Sicherer ist es natürlich die jungen Blätter für Brennnesselsalat im Laden zu kaufen – denn beim selber pflücken kann man auch mal danebengreifen. "Am besten ist es dann, Spuke drauf zu machen und es dann in Ruhe zu lassen. Dann geht das irgendwann wieder weg. Es hilft auch, wenn man Breitwegerich nimmt und den darauf reibt. Dann ist es eigentlich sofort wieder weg."

 

Bild für Podcast "Mikado macht schlau" © NDR
AUDIO: Warum brennen Brennnesseln? (3 Min)

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Mikado | 29.11.2015 | 08:05 Uhr