Sendedatum: 11.03.2012 08:05 Uhr  | Archiv

Auf nach Amerika!

Wie war das damals mit den Auswanderern? Wie ist es, wenn man sein Zuhause verlässt und in ein weit entferntes Land reist, um dort zu leben?

Rekonstruktion des Zwischendecks auf einem Auswandererschiff um 1870. © BallinStadt Auswanderermuseum
Im Hamburger BallinStadt-Museum sind die Kojen eines Auswandererschiffes aus dem 19. Jahrhundert nachgebaut. Bis zu fünf (!) Menschen mussten sich damals einen Schlafplatz teilen.

Vor mehr als 100 Jahren haben das ganz viele Deutsche gemacht: sie sind nach Amerika ausgewandert, weil sie hofften, dass es ihnen dort besser geht. Anke Bär hat darüber gerade ein Buch für Kinder geschrieben. Im Mikado-Studio hat sie Moderatorin Jessica Schlage von Ungeziefer an Bord, schlechtem Essen und Seekrankheit erzählt.

Außerdem waren Jette und Luis zu Gast in der Sendung. Die beiden haben selbst erlebt, wie aufwendig die Auswanderung war - und wie eng und muffig es auf den Schiffen damals zuging.

Auf Zeitreise im Museum

Das Auswanderermuseum BallinStadt in Hamburg. © BallinStadt Auswanderermuseum
Wo heute das BallinStadt-Museum steht, waren früher die sogenannten Auswandererhallen. Dort haben die Menschen auf ihre Schiffe gewartet.

Im Hamburger Museum BallinStadt können Kinder nämlich selbst zu Auswanderern werden. Sie bekommen einen Koffer und einen Pass und besteigen ein Schiff. Mikado-Reporterin Jantje hat Jette und Luis bei so einer Reise in die Vergangenheit begleitet. "Leinen los", hieß es da!

Wie es den Menschen vor hundert Jahren auf ihrer Reise nach Amerika ging, kann man übrigens auch im Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven nacherleben.

Sechs Wochen ohne Waschen

Matrosen in der Takelage des Segelschulschiffs "Wilhelm Pieck" © http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en Foto: Horst Sturm
Bei schlechtem Wetter mussten die Passagiere oft tagelang unter Deck bleiben - puh.

Wusstet Ihr, dass Salzwasser Seife unbrauchbar macht? Deshalb konnten die Auswanderer auf See damit weder sich noch ihre Wäsche waschen! Das ging nur mit Soda. Weil das aber nicht alle dabei hatten, haben sich viele während der ganzen Reise überhaupt nicht gewaschen.

Denn auch im Meer konnte man nur sehr selten baden, wenn gerade mal Flaute war (Flaute heißt: kein Wind, der die Segelschiffe angetrieben hat). Und selbst dann haben sich längst nicht alle ins Wasser getraut. Viele konnten nämlich gar nicht schwimmen und außerdem glaubte man damals noch an Meerjungfrauen und unheimliche Meeresbewohner, die einen in die Tiefe ziehen.

Spannend, oder? Mehr verblüffende Geschichten über das Leben an Bord findet Ihr in Anke Bärs Buch "Wilhelms Reise - eine Auswanderergeschichte", das im Gerstenberg Verlag erschienen ist.

Moderatorin und Studiogäste im Mikado-Studio. © NDR Foto: Jantje Fischhold
AUDIO: Die Highlights der Sendung (43 Min)

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 11.03.2012 | 08:05 Uhr

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