Stand: 25.02.2013 17:28 Uhr Archiv

Die Seepocke

von Aline König
Seepocke © fotolia, imago/Mark Wunsch Foto: Inna Petyakina
Die Seepocke streckt ihr Füßchen aus, um Futter zu angeln

Ach, das sind Tiere?

Bestimmt sind Euch schon mal die kleinen weißen oder braunen Hubbel aufgefallen, die man auf Felsen am Meer oder auch auf Muscheln, Krebsen und Walen beobachten kann. Das sind Seepocken. Die meisten würden wahrscheinlich nicht mal annehmen, dass das ein Tier ist, denn kraterförmigen Dinger sehen ja eher aus wie Kalkablagerungen. Aber Seepocken sind wirklich Tiere und zwar Krebse!

Erwachsene Seepocken werden Stubenhocker

Das eigentliche Tier wohnt in der hellen Kalk-Schale. Sie ist für die Seepocken so etwas ähnliches wie das Schneckenhaus für eine Schnecke. Junge Seepocken schwimmen noch als winzige, durchsichtige Krebse im Wasser herum. Aber wenn sie älter werden, suchen sie sich einen festen Platz aus und bauen Kalkplatten um sich herum. Die Schale besteht immer sechs solcher Platten, die dann miteinander verklebt werden. Zusätzlich haben die Seepockenhäuser noch einen schließbaren Deckel.

Geheimnisvoller Spezialkleber

Ihr Häuschen können die Seepocken festkleben, wo sie wollen. Egal, ob es nun auf einem Stein oder einem Meerestier ist. Sie verfügen über eine Art Super-Kleber, mit dem sie sich überall festkleben können. Der Kleber hält so gut, dass Forscher versuchen, herauszufinden, wie er zusammengesetzt ist, weil man damit ja alles kleben könnte, egal auf welchem Untergrund. Denn so eine Walhaut fühlt sich ja ganz anders aus als ein Felsen. Und die Seepocken können sich überall gleich gut festsetzen.

Einfach mal die Angel auswerfen

Wenn sie sich allerdings mal für einen Platz entschieden haben, können sie aus ihrem Häuschen nicht mehr raus. Jetzt müssen sie von ihrem zu Hause aus ja aber irgendwie an Futter kommen. Deswegen strecken sie dann ihre dünnen Ranken-Füßchen nach draußen wie kleine Greif-Arme und versuchen im Wasser Futter zu fangen. Seepocken fressen am liebsten winzigen Meerestiere und abgestorbene Pflanzenteilen. Je nachdem, was gerade so im Meereswasser vorbei schwimmt.

Die Seepocke: Hat ein Haus, das sie überall hin kleben kann und angelt ihr Futter mit den Füßen! Ein ganz schön verrücktes Viech!

AUDIO: Hört mal rein: Die Seepocke (2 Min)

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Mikado | 03.03.2013 | 08:05 Uhr